06.02.2016

ELDORADO Reiseblog #8 / San Gil, Cascadas de Juan Curi

27.01.2016 / San Gil

In fuenfeinhalb Stunden fahren wir in einem kleinem VW-Bus von Sogamoso nach San Gil, Kurvenfahrt, Bremsen, Springen auf den Sitzen, wenn wir schnell ueber Schlagloecher rasen. Die ueberall im Land praesente Beschallung nervt besonders in dem kleinen Gefaehrt, als dann noch zwei Filme mit ueberdrehter Soundspur laufen, ueberschreiten wir meine Schmerzgrenze, die einheimischen Mitfahrer nehmen es gleichmuetig hin, anscheinend sind das fuer sie Hintergrundgeraeusche, die nur ab und an bemerkt werden - zumal die Fernseher ueberall Lauren: beim Baecker, im Busterminal, I'm Restaurant, an der Tankstelle ... Ich bin es gewohnt, auf Fahrten zu lesen, die Landschaft zu verfolgen, meinen Gedanken nachzuhaengen oder einfach abzuschalten. Nach dieser Fahrt fuehle ich mich merkwuerdig erschoepft und betaeubt.
Erst suchen wir im Stadtzentrum eine Bleibe - in einem Hostel, in dem wir aufschlagen, ist alles belegt, und die gerade anwesende Freundin des Hauses ergreift ihre Chance und bietet uns ein Haus am Rande der Stadt sehr guenstig an, das zwar noch nicht ganz fertig ist, aber bald eine schoene Unterkunft in bester Gegend sein soll. Alles klar. Die Wirtin ist beflissen, macht uns Tinto under kauft fuer uns ein.
In der Stadt sind wir auf der Suche nach dem traditionellen Tejo-Spiel, bei dem mit einem zwei Kilo schweren Ring in eine Lehmgrube geworfen wird, in der ein mit Schiesspulver praepariertes Ziel steckt, das herrlich knallt, wenn es getroffen wird. Wir machen allerdings nur einen Ort ausfindig, an dem win paar Urlauber angeleitet von einem Reisefuehrer eine Art Mini-Tejo spielen ... Ich hatte mir einen Abend mit alten Tejo-Hasen vorgestellt, auch als Materialsammlung fuer unser Stueck.
San Gil ist eine angenehme Stadt, die wunderbar auf beiden Seiten des Rio Fonce liegt. Wovon wir nicht so viel mitbekommen: dass San Gil ein Mekka fuer Extremsportler ist - Rafting, Paragliding, Down Hill Riding .... Eldorado - man kann auf der Suche nach sehr unterschiedlichen Dingen sein.
Auf den Parkbaenken des schoenen Kirchplatzes Sitzen for allem Einheimische - quatschen, essen etwas, schauen ihren Kindern beim Spielen zu.



27.01.2016 / San Gil
Es ist nicht einfach, unseren heutigen Tag being den Cascadas de Juancuri ganz ohne kitschige Wortwahl zu beschreiben, ohne solche Stereotype wie "Paradies" oder dergleichen zu bemuehen.
Nach einer rumpeligen Busfahrt kommen wir zum Eingang des Naturreservats, die Basisstation ist eine Art Bauernhof mit Eseln, Pferden, Lamas, Huehnern, Truthaehnen under Pfauen. Von da erstreckt sich ein Stueck Urwald durch den ein Pfad bergauf fuehrt - ueber hundert Meter stuerzt das Wasser im Hauptarm der Wasserfaelle in die Tiefe under hat ein herrliches Schwimmbecken in den Fels gespuelt. In etlichen Terrassen geht es dann talwaerts ... sir kraxeln dem Wasserlauf entlang nach unten - ein Wald aus riesigen Baeumen, einem Gespinst aus Palmen, Lianen, Bueschen und tausenderlei Gewaechs oeffnet und schliesst um uns, kleine gelbe und ein riesiger blauer Schmetterling schwirren zwischen uns hin und her, Kolibris stehen ueber den Faellen flatternd in der Luft, um ihre Fluegel zu befeuchten.



Auf der Fahrt ein interessantes Phaenomen in der Landschaft: immer wieder ragt in grossen Abstaenden ueber den anderen Baeumen win grosser einzelner Baum empor, mit rotorangem Laub und hellgrauem glaenzenden Stamm leuchtet dieser rote Einzelgaenger sehr markant in der Landschaft auf. Diese roten Riesen scheinen in diesem Oeko-System eine besondere und wichtige Rolle zu spielen - oder hatte die Natur hier eine rein aesthetische Freude? - Noch immer habe ich den Namen des Baumes nicht herausgefunden ...
"Mensch Anton" hat heute seine Rolle als Reisender und Brueckenbauer  in Sachen Kommunikation gefunden. Es ist verblueffend: Kaum taught die Puppe auf, gibt es einen lebhaften Kontakr, Interesse und freundliche Blicke.
Am Abend in San Gil: Yamile bringt uns im Restaurant ein paar Tanzschritte Bachata bei, wir sitzen noch etwas im Park, bevor wir nach Hause troedeln, dort hat unsere Vermieterin aufgeruestet: es gibt eine Waschmaschine, ein Regal, einen Fernseher, ein Tischchen und zwei neue Wandbilder ...

ELDORADO Reiseblog #7 / Sogamoso, Lago de Tota

25.01.2016 / Lago de Tota
                         
Die Zwiebelfelder um Aquitania verstroemen weithin ihren Geruch, mit Ochsengespann und Holzpflug, mit Hacke und Machete bearbeiten die Bauern ihre Felder. Ein kleiner Traktor war auch zu sehen. In grossen Buendeln werden die Zwiebeln eng verschnuert und auf LKWs geladen. Warum ausschliesslich Zwiebel, wachsen die denn nicht ueberall? Und ich erinnere mich an meine Kindheit - um die kleine Stadt Calbe an der Saale wurden auch fast nur Zwiebeln angebaut, was ihr bei uns den Namen "Bollen-Calbe" einbrachte. 



Sabine hat herausgefunden, dass hier eine besondere Zwiebelsorte waechst, die es wohl nur hier gibt, die Zwiebeln werden nach ganz Kolumbien geliefert, ja, die Maerkte sind voll davon. Hier fuehrt es zu Monokultur, die die Boeden auslaugt.
In Aquitania steht ein Zwiebelbauern-Denkmal. Und weit ueber den Bauern rauscht Jesus in einem Boot mit gewaltiger Bugwelle ueber sie hinweg, so wie einst Europa ueber diesen Kontinent kam.
Ein paar Buchten weiter erstreckt sich der Playa Blanca an diesem groessten See Kolumbiens, der in 3.000 m Hoehe liegt, See in den Wolken, el lago en las nubes, nennt man ihn auch. Wir stuerzen uns in die Fluten, am Rande des See's zucken gewaltige Blitze aus den Wolken.
Wir laufen in den Sonnenuntergang hinein weiter um den See, eine stille Strasse am Ende eines Arbeitstages - Zwiebelbauern, Schafe, Ziegen, kleine Esels- und Pferdekarren, einfache Leute, einfache Huetten. Zwei Motorradfahrer haben riesige Stangen und einen Ast an ihre Gefaehrte gebunden und kurven mit dieser Last im Schlepptau geschmeidig schwingend durch die wellige Gegend. Die Landschaft hat freundliche Kurven und Farben und einen zauberhaften Klang, die vorabendliche Stimmung macht vieles hoerbar, dad zuvor voellig untergegangen war - Voegel, Gespraeche, ein kleiner entfernter Traktor, das Radio aus einem der Wohnhuettchen, der Wind, eine alte Frau schleift gesammeltes Holz ueber die Strasse, entfernt bellt ein Hund ... der See scheint ein Lied zu singen, das verdichtet sich dann zu einer Musik, die surreal aus einem vorsintflutlichen Lautsprecher knistert, aus einem Haus, vor dem eine Frau und ein Mann mit einer Handspindel einen Faden aus Schafswolle spinnen. Wir laufen durch die wellige Landschaft - als es dunkel wird, kommt ein Bus angerollt, der uns nach Sogamoso bringt.



25.-26.01.2016 / Notizen Sogamoso

Das Museum der Stadt ist hat die groesste Muisca-Sammlung Kolumbiens, hier in der Gegend war ihr kulturelles Zentrum, wie viel muss also verschwunden oder einfach zerstoert oder vergessen worden sein ... Im Museum laeuft "Gracias a la vida", Mumien, Kunst- und Alltagsgegenstaende ... im Freien hat man den Sonnentempel der Muisca und ein paar Wohnhaueser nachgebaut.
Beim Fruehstueck: Schweinsohren sind hier " Herzen" - corazones. Die Baeckerin lacht bei meiner Bestellung - und ich muss gestehen, dass die Dinger doch tatsaechlich Herzen aehnlicher sind als den Ohren von Schweinen.

25.01.2016

ELDORADO Reiseblog #6 / Sogamoso, Mongui, Páramo

23.-25.01.2016 / Sogamoso - Finca San Pedro

Der Tag beginnt mit einem Fruehstueck zwischen unseren Rucksaecken am Berg mit Blick auf Guatavita, ueber den See bis rueber zur naechsten Bergkette. - Mensch Anton, unser Begleiter schaut von dort oben in die Welt, die er nicht recht versteht. - In den Nachrichten hab ich gelesen, dass Pegida und ihre europaeischen Kumpanen die "Festung Europa" gegruendet haben ... keine Worte ...

Dirk liest derzeit ueber Spanien waehrend der Eroberungen. Karl V. beruft eine Kommission ein, um zu entscheiden, ob der Krieg gegen die Indios und ihre Unterwerfung rechtens ist und im Einklang mit der christlichen Lehre steht. Am Ende scheitern die Fuersprecher einer humanen Sichtweise und die Verteidiger der brutalen Praktiken der Eroberer obsiegen und berufen sich auf die christliche Mission, es darf also weitergehen - der Grundstein fuer die Politik von Isabella und Philipp II. ist gelegt. Idee fuer eine Szene, die Texte von Karls Kommission im Outfit einer Aufsichtratsversammlung eines europaeischen Steinkohlekonsortiums, das hier in Kolumbien eine Flaeche von mehreren Landkreisen zum einem Tagebau macht, und dafuer indigene Staemme aus ihren Lebenraeume in oede Gegenden umsiedelt.

Llegado en el centro del país de Muisca.
Vier Stunden Busfahrt durch das Hochland noerdlich von Bogotá, wir passieren Tunja, wo wir letztes Jahr einen Zwischenstopp hatten, ich mag die etwas schmuddelige Stadt, ueber der am Busbahnhof der Schriftzug PAZ prangt. Wir sind in Sogamoso, in einer alten indigenen Sprache heisst das Land hier Sugamuxi, was der Stadt den Namen gegeben hat.
Die Finca Don Pedro ist fuer zwei Tage unsere Basisstation.
Ueber Staubstrassen voller Schlagloecher und anderer Tuecken, vorbei an etlichen einheimischen illegalen Steinkohle-Bergwerken geht es nach Mongui, waehrend wir noch ein Fruehstueck einnehmen, laeuft in der grossen Kirche nebenan der Sonntagsgottesdienst. Schliesslich stroemt die bunte Dorfbevoelkerung auf die Plaza, in die Cafés ... Und wir machen uns mit unserem Guide Moreno auf die Wanderung in das Páramo, eine einzigartige Naturlandschaft, die mittlerweile auf der ganzen Welt nur noch sehr selten ist. Vor allem ist diese Berglandschaft von den Frailejones, einer Pflanzenart, die pro Jahr einen Zentimeter waechst. - All die Pflanzen in den sogenannten Jardines de Frailejones, sind demnach 200 bis vierhundert Jahre alt.


Moreno ist ein wunderbarer und begeisterter Wegbegleiter, er fuehrt uns durch die abenteuerlichsten Kamingaenge, verwinkelte Pfade und zu den verstecktesten Pfaden. Wir kommen an verschiedene indigene Kultstaetten: einen traditionellen Geburtsort zum Beispiel - ein grosses steinernes Bassin, in dem Muetter ihre Kinder in heilsamen Kraeuterbaedern zur Welt brachten. Das Haus der Sonne ist eine Opferstaette, an der dem Sonnengott Jungfrauen geopfert wurden. Von hier aus macht sich die Sonne auf ihre taegliche Bahn ... Páramo heisst in einer der indigenen Sprachen, die es hier gab: Haus der Sonne.






23.01.2016

ELDORADO Reiseblog #5 / Guatavita

22.01.2016 / Guatavita - Eldorado ist geschlossen.

Der Zugang zur Laguna de Guatavita ist gesperrt, weil El Niño in den letzten Wochen so viel Hitze und Trockenheit gebracht hat. Unser Zimmervermieter zeigt besorgt auf die umliegenden Berge, die zum Teil mit schwarzverkohlten Waeldern ueberzogen sind. Viele Nationalparks sind wegen Trockenheit und Brandgefahr gesperrt. / Nun laufen wir durch das beschauliche Guatavita - am See entlang und stehen in einer ausgedienten Stierkampfarena. - Das waere ein Ort fuer eine Auffuehrung, wenn wir mit dem fertigen Stueck einmal nach Kolumbien kommen sollten und auf Tour gehen. Die Farben, die merkwuerdige Vermischung mit Bildmotiven aus der indigenen Kultur und die erstaunliche Akustik ueben einen magischen Sog auf uns aus - wir muessen kurz hier verweilen.


Wir bewohnen in der Hospedaje zu fuenft ein kleines Zimmer, der Innenhof des rumpeligen Hausesist herrlich - ein Ort, dem ich den Namen "Leben" geben wuerde.
Die Innenraeume sind mit Farben aus der ganzen Farbpalette gestrichen und lassen keinen Kontrast aus. In dem kleinen Restaurant San Gabriel, in dem uns ein sympathischer alter Herr Fisch serviert, dominiert ein erstaunliches Rosa, waehrend die Tueren ein dunkles Gruen haben und alles mit roten Mustern ueberzogen ist. Dann gibt es eine Tasse mit warmem Rohrzuckerwasser und dazu ein Stueck kolumbianischen Kaese ... seltsam, aber gut.
Wenn der omnipraesente Fernseher nicht so nerven wuerde, koennten wir den Abend in dem kleinen Gasthaus noch sehr lang werden lassen.



Ich habe mir bei Fernando und Jonathan ein Buch mitgenommen - "Colombia - The risk is wanting to stay ...". 13 Kuestler berichten in Erzaehlungen aus der Ich-Perspektive ueber Gewalterfahrungen in Kolumbien. Das Projekt wurde von Elkin Calderon angeschoben - weil es merkwuerdig erschien, dass die im Land herrschende Gealt und die so lange schwelenden Konflikte in der Bildenden Kunst Kolumbiens so wenig praesent sind. Andererseits beschreibt sie, dass eine sehr vordergruendige Thematisierung der kolumbianischen Kunst auch nicht entsprechen wuerde. Als Beispiel fuehrt sie das Kunstwerk eines in bogota lebenden hollaendischen Kuenstlers an, der seine Beine bei einem Autobombenanschlag verlor und ein der Front von einer Bombe zerrissenes Auto in einer Galerie in Holland austellte. - So etwas wuerde man in Kolumbien nicht ausstellen, meint sie. Hm, ich habe einige kolumbianische Kunstwerke gesehen - die wird schon sehr deutlich - es wird viel mit Schrift gearbeitet ... Auch die spektakulaere Graffity-Landschaft Bogotas haette mich eher vermuten lassen, dass sich Kunst hier sehr einmischt, tabulos agiert und direkt auf Tagesgeschehen reagiert (Das heisst nicht, dass ich das unbedingt als eine Aufgabe der Kunst sehen wuerde.) - Ist es die breite gesellschaftliche Ohnmacht, die auch die Kunstszene ergriffen hat?
Dem Buch ist eine ziemlich traurige Schoepfungsgeschichte vorangestellt:
"When God created the world the time arrived to create Colombia and he gave it the most fertile land to produce all kinds of food, coffee, fruits and vegetables, gave two seas with warm water and abundance of fish, glaciers, volcanoes, jungles with marvelous trees, flowers and wildlife, precious gems, petroleum and gold. When he was finished St.Peter asked him: God, why did you  create Colombia so perfectly, and give it so much, while other countries have been so little? And God replied: Peter, you still don not know the kind of mischievous rascals that I will be putting to live here."

Ich frage mich, ob Kolumbien, dass bezeichnenderweise den Namen des Entdeckers traegt, dazu verdammt ist, die Gewalt mit der die Eroberung stattfand, bis in unsere Tage zu tragen, zu ertragen ... im staendigen Wandel zwar, die Parteien haben gewechselt, zum Gold kamen Kokain, Oel und Kohle hinzu ... aber die Praxis ist geblieben.



Auf dem Weg zum Markt gestern prangte der Schriftzug PAZ AHORA ES ... Das waere dem geschundenen Land, das ja eigentlich ein so reiches ist zu wuenschen ...


21.01.2016

ELDORADO Reiseblog #4 / Leaving Bogotá

21.01.2016 / Bogotá
"Heiki y Cia, gracias por ayudarme a olvidar una parte de la historia le tu pais que noscontaron siempre. Carlos."

Der letzte Workshoptag - irgendwie gluecklich, es gimg alles gut, so viele Geschichten, Gesichter, Sichtweisen, Begegnungen. Menschen, Puppen, Objekte ... Es war ein passendes Ende, dass in den letzten zwei Stunden der Workshop-Garten von allen nur moeglichen Puppen und Leuten, die damit herumspielten, bevoelkert war - auch eine Art Freakshow.
Es ist auch viel Erleichterung dabei: Die Arbeit der letzten drei Tage war ja auch eine Verpflichtung ... von nun an sind wir auf der Reise  nur uns selbst verpflichtet.
Eben haben wir die Weiterreise besprochen ... und zwei Monate erscheinen nun fast kurz ... viele Orte, die wir wichtig finden, werden wir gar nicht besuchen koennen.

Flash-Lights:
- Als wir mit dem Bus zum Workshop fahren: auf dem gruenen Mittelstreifen der grossen Strassen und auf Verkehrsinseln liegen schlafende Obdachlose, anscheinend sind das sichere Orte. Aber etliche Menschen liegen auch auf Fusswegen, nehmen keine Notiz von den Vorbeigehenden. 40 Strassen weiter fahren fast nur SUVs aus den Toreinfahrten der Haeuser.
- Im Bus ein vielleicht gerade einjaehriges Kind auf dem Schoss seiner Mutter, Hand in Hand geben sie gemeinsam etwas in das Smartphone der Mutter ein, das Kind lacht ueber Bilder und beschwert sich, wenn das Phone aus seiner Sicht- und Greifweite genommen wird.
- Wir wollen heimfahren - ein unglaublicher Stau Richtung Norden, der Autoverkehr und auch die Busse bewegen sich nicht weiter. Menschenmassen auf der Fussgaengerbruecke an der Calle 85. Auf unserer Strecke ist zwar kein Stau, aber auch dort keine Bewegung - kein Bus faehrt: Die Menschen reissen die Sicherheitstueren auf den Bahnsteigen auf und laufen in Massen auf der Busspur Richtung Sueden.

Der Ort unseres Workshops:
Auf der Carrera Setima im reicheren Viertel Bogotas, an  der Ecke Calle 85 befindet sich dieses alte Grundstueck, an dem sich ein paar Geschichtsstraenge treffen. Es ist eine deutsche Liegenschaft, hier war die Botschaft der DDR, zuvor war es ein tolles Wohnhaus mit grossem Garten. Nach und nach haben die Stadt Bogota und private Kaeufer kleine Stuecke des Grundstuecks gekauft, um angrenzende Wohnhaueser zu bauen oder die Strasse yu erweitern. Nach Ende und Wiedervereinigung in Deutschland fiel das Grundstueck in den Besitz der BRD und wurde fuer einige Zeit das Goethe-Institut. Das Hauptgebaeude ist mittlerweile baupolizeilich gesperrt, weil nicht mehr erdbebensicher und wird nun saniert. Das Goethe-Institut nutzt die Freiflaeche und das Nebengebauede als Begegnungsort fuer Veranstaltungen, Gemeinschaftsgarten und Ort fuer Yoga-Stunden und dergleichen. Das kleine Nebengebaeude, in dem wir und umziehen, war einmal der Kindergarten der DDR-Botschaft. Dirk fand  auf einem Streifzug durch das Gebaeude eine VHS-Kassette "Die neuen Leiden des jungen W." / Und mitten auf dem Grundstueck findet sich ein Grenzstein - Anfang des vorigen Jahrhunderts war Bogota hier zu Ende.

Der Abschied von all den Leuten, die am Workshop teilgenommen haben, ist fast kitschig beruehrend, viele Sprueche, Geschichten und Ratschlaege schreiben sie in unser Tagebuch.

Os geht mit uns auf den Markt von Bogota, der unglaublich ist, so viel Obst und Gemuese habe ich noch nie gesehen, wir kaufen einen kapitalen Fisch und allerhand gute Sachen fuer das Abschiedsessen bei Fernando und Jonathan. Aber das ist eine andere Geschichte.





17.01.2016

ELDORADO Reiseblog #3 / museo del oro / Bogota

16.01.2016 / museo del oro / Bogotá


Nach einem Tag Herumlaufen in der Stadt taten mir im Goldmuseum einfach die Füße weh. Wie gern würde ich einfach nur vor dem einen oder anderen Objekt sitzen, versinken und Geschichten spinnen. Aber Kontemplation war nicht heute, es ist schließlich Samstag und das Museum proppenvoll. Die Massen drängelten sich durch die Ausstellungen, es mußten Familienfotos vor den größten Masken und Kronen gemacht werden, ich habe mehr Tablet-Computer und Smartphones gesehen als Ausstellungsstücke. Es gab Leute, die ihr Tablet auf Videoaufnahme stellten und an den Vitrinen-Scheiben entlangschoben. Erstaunlich, dass kein Alarm ausgelöst wurde ...
Es ist verblüffend, wie in diesem Zirkus all die wunderbar schlichten Gegenstände gechaffen vor Jahrhunderten, zum Teil vor Jahrtausenden, von Cauca, Muisca u.v.a. dennoch ihren Zauber und ihre Magie entfalten konnten. Ich hatte den Wunsch, mit einer dieser Masken für ein paar Stunden allein in einem Raum zu sein, die Jahrhunderte zurückgehen - schauen und lauschen ...


Auch war es schön, den Muisca und der Guatavita-Lagune in der Ausstellung wieder zu begegnen und die kurze aber doch eindrückliche Schilderung von Juan Rodriguez Freyle aus dem 17.Jahrhundert zu lesen (hier in Englisch):
"By that lake of Guatavita they made a great raft of seeds, decorating it as beautiful as they could ... They undressed the heir, anointed him with a sticky earth and dusted him with ground and powdered gold, so that he went in the raft completely covered with this metal. The golden indian made his offering, casting all the gold and emeralds he had brought into the middle of the lake, and the four chieftains who were with him made their own offerings; and when the raft landed the feast commenced, flutes and conch shell trumpets, with great dances in circles according to their custom, with which ceremony thy received the new ruler and acclaimed him their lord and prince."
Bis hier hinauf, wo das kleine goldene Floß in einem endlosen Schwarz dahingleitet, um die Ecke ein  beeindruckendes Luftbild der Lagune, bis hier hinauf haben es viele nicht geschafft - man hat sich satt gesehen, die Geduld verloren - wer weiß ... (Heiki)



16.01.2016

ELDORADO / Reiseblog #2 Bogota

14.01.2016 / Notiz - Ankunft / Bogotá
Fernando und Jonathan, unsere Gastgeber, sind derzeit nicht da, haben uns einen Begrüßungswein und einen kleinen Brief hinterlassen - und Josh und Os, die beiden jungen WG-Mitbewohner, und Aurelio, den Hund mit dem Knickohr. Os erzählt von seiner Heimat im Chocó im Nordwesten Kolumbiens. Er fasst es kurz zusammen: auch wenn es kein Internet gibt, das dort ist das Paradies ... Ja, das sagte er von seiner Heimat, in die er immer wieder gern zurückkommt: Es ist das Paradies. Ich habe das noch niemanden über seine Heimat sagen hören (mal angesehen von den paradisiesischen Orten der Kindheit, die sicher viele Menschen kennen ...). (Heiki)

15.01.2016 / Notiz "Merkwürdiges am 15.01.2016" / Bogotá
- ein Mann, der mit einem stiellosen Besen den Bürgersteig fegt
- ein Mann, der einen sehr schweren, hochbepackten Karren voller Müllsäcke  und anderem Zeug die Strasse entlang zieht - zwischen den Säcken schaut der Kopf eines Kindes mit roter Mütze hervor
- Yamile, Jule und Dirk testen Steinpapier (Sabine)
- Die erste Krise - wir bringen die Planungen der Pensionsbesitzer durcheinander, der Unmut landet bei Yamile, weil sie die Einzige von uns ist, die fließend Spanisch spricht.
- Wir sitzen neben dem Zentrum Gaviotas im Gras, ein kleiner Stein kommt geflogen und reißt Jule die Zigarette aus der Hand - ein Angriff, eine Warnung, ein Versehen?  (Heiki)

15.01.2016 / Encuentro en el centro Las Gaviotas / Bogotá


Ich hatte den Termin mit Spannung erwartet, ohne genau zu wissen, was ich mir für uns davon verspreche. Also heute - das Treffen im Centro Las Gaviotas, gar nicht weit weg von hier direkt am Berg und wir haben tatsächlich Paolo Lugari persönlich getroffen. - Merkwürdig, dem Menschen aus einem Buch gegenüber zu sitzen, das einem so wichtig geworden ist.
Wie eine Festung von glassplitterbewehrten Mauern umgeben, das Stahltor von zwei Wachmännern beschützt, macht das Zentrum ansonsten einen friedfertigen, verspielten Einduck, die berühmten Gaviotas-Windmühlen ragen gelb und grün statt Wachtürmen in die Höhe, überall windbetriebene Objekte und die Farben Gelb, Grün, Rot geben etwas von der Lebenslust wieder, die ich beim Lesen von Alan Weisman's "Gaviotas"-Buch gefunden habe. Dennoch - man muss sich anscheinend schützen, wehrhaft sein / hier anscheinend noch mehr als in Las Gaviotas selbst, das ja mitten im Konfliktgebiet in den Llanos liegt.
In seinem Büro sitzt Pablo Lugari vor dem großen Fenster am Schreibtisch, ein freundlicher bärtiger Felsen von einem Mann; der Raum voller Bücher und Manuskripte, Fotos, Spielzeuge und kleine Skulpturen, die offensichtlich einmal Getränkedosen, Fahrradschläuche und dergleichen waren. - Zunächst schiebt er uns allen ein Manuskript herüber und gibt uns fünf Minuten, es durchzulesen. Es ist ein Artikel aus einer kolumbianischen Zeitung, der die Arbeit von Las Gaviotas, insbesondere von Paolo, aktuell zusammenfasst. Es ist in etwa das, was von Gaviotas und Paolo bekannt ist, wenn man das Weisman-Buch gelesen hat, und ist in so einem miserablen Deutsch geschrieben, dass ich ihm anbiete, eine passable deutsche Fassung zu verfertigen. Das nimmt Paolo dankend an und schiebt uns darauf einen dicken Wälzer rüber - der müßte auch mal bezüglich deutscher Übersetzung durchgesehen werden ... - Hier scheint etwas von Lugaris Freiheitsbegriff auf - ich könnte eine Verpflichtung daraus ableiten, oder aber daran Spass entwickeln, mich jetzt daran zu setzen oder aber einfach sagen, dass ich dafür gerade gar keine Zeit habe ... das ist alles schon in seiner Bitte impliziert und auch ist nicht zu erwarten, dass es eine Gegenleistung gäbe, wenn ich ihm eine tolle Übersetzung des ganzen Buches am Ende unserer Reise brächte ...
Die Möglichkeit, Las Gaviotas in den Llanos zu besuchen, schließt er für uns leider gleich aus. Die Sicherheitslage in der Region lasse das derzeit nicht zu. Die einzige Variante wäre, dass wir mit einem Charterflug frühmorgens kommen und vor fünf Uhr nachmittags wieder starten, manche Deutsche und Japaner machen das. Das ist eher ein Witz, weil wir uns keinen private Charterflug leisten können, und das wäre auch eine Art Visite, an der wir kein Interesse hätten. Dirk hakt noch mal nach, schließlich wollten wir doch auf unserer Expedition unbedingt dorthin. Doch Paolo meint, es müßte schon um Leben und Tod gehen; schließlich hätte er als Gastgeber die Verantwortung für uns - und die möchte er in diesem Fall nicht tragen. - Das Thema Sicherheit schwebt irgendwie die ganze Zeit über uns. - Carlos, der Fahrer vom Goethe-Institut, der uns hierher gefahren hat, rät uns dringend ab, zu Fuss zurück zu laufen und meint,  es wäre wirklich zu gefährlich. - Als wir neben dem Zentrum noch eine Weile im Gras sitzen, weil wir noch etwas Zeit bis zum Treffen haben, läuft eine Frau mit einem Bündel Blätter an uns vorbei und warnt uns, hier nicht zu sitzen, weil es gefährlich ist und Diebe unterwegs seien. Wir bleiben sitzen und quatschen weiter. Dann der Steinwurf aus unbekannter Richtung, der oben schon mal erwähnt ist, hm. - Und auch Paolo und der Wachmann warnen uns und geben Tipps, wie wir uns bewegen sollten ...  Hm, ich bin hin- und hergerissen ... übertreiben die jetzt nicht ein wenig? - Schließlich sind wir zu fünft und sind im letzten Jahr genau diese Strasse entlang gelaufen. --
Was bleibt von diesem Treffen mit Paolo? Er gefällt sich sehr in seiner Rolle des Geschichtenerzählers, auch in der Freiheit, sich zu widersprechen und seine Meinung zu ändern zu können. / 200 Menschen leben in Las Gaviotas, wenn es mehr sind, kann man sich Namen und Gesichter nicht mehr merken, "Faces", sagt er. "Not Facebook." Werden es mehr Menschen, muss eine neue Community entstehen. / 200 Menschen haben in einer Gegend, in der das eigentlich nicht möglich ist, 3 Millionen Bäume gepflanzt. Wälder sind entstanden - für Lugari ist das das Wichtigste überhaupt, um der wachsenden Weltbevölkerung zu begegnen und die drohenden Veränderung der Erdatmosphäre zu verhindern. / Dann gibt er uns in Quasi-Mission mehrere Blöcke Schreibpapier mit, die nicht aus Holz gemacht sind. Eine kanadische Firma hat ein wetterbeständiges und wasserfestes Papier entwickelt, das aus Stein, aus Abfällen der Bauindustrie hergestellt wird. "Warum ist das noch so wenig bekannt? Nehmt das mit nach Hause und macht Werbung dafür!"
Yamile, die die ganze Zeit übersetzt, weil Paolo nicht Englisch sprechen möchte, blüht förmlich auf und bildet mit Paolo ein witziges Erzählerpaar. Es wird überhaupt viel gelacht; Optimismus, Freiheit und Wahnsinn fliegen als verwandte Fetzen durch den Raum.    (Heiki)

10.01.2016

ELDORADO - Reiseblog #1 Die Reise beginnt im Kopf

Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung!
In den nächsten Wochen findet Ihr hier unser Reisetagebuch zur Theaterexpedition nach Kolumbien, Cie. Freaks und Fremde und JuWie Dance Company auf der Suche nach dem Eldorado und dem Buen Vivir. Die Reise startet am Mittwoch, 13.Januar und endet am 15.März 2016. 
In loser Folge berichten wir von unseren Erlebnissen und halten Euch auf dem Laufenden.
Im September 2016 wird es die Premiere unseres Theaterprojektes ELDORADO in LAB 15 geben.

Das Reise-Team:
Sabine Köhler / Heiki Ikkola / Jule Oeft / Yamile Navarro / Dirk Neumann / Daniel Williams / Josia Werth.
Die Laguna Guatavita - Der Mythos vom Eldorado hat beginnt hier.
 Reiseblog #1 
Die Reise beginnt im Kopf (10.01.2016)
 
Einen Monat vor dem Beginn unserer Reise besuchten wir Lilo Rojas Sanoja in ihrer Galerie Felíx in Dresden-Loschwitz. Wir hatten eigentlich keine Ahnung, was genau wir bei ihr wollen, wer sie ist und warum wir sie treffen. Dirk hatte die Idee: Lilo hat 34 Jahre in Venezuela gelebt und hat viel zu erzählen. Also fahren wir los - nach Dresden-Loschwitz.
Und alles geht sehr schnell - Lilo erwartet uns bereits, eine zarte und kluge Frau, Dirk ist zu spät, wir stellen Stühle in der kleinen Galerie auf und aus dem ersten verhaltenen "Ja, was kann ich euch denn eigentlich berichten, wie kann ich euch helfen?" wird eine zweieinhalbstündige Erzählung über ein bemerkenswertes Leben ... Abgesehen von ihrer bewegten Lebensgeschichte, die Lilo uns schilderte, und die man in groben Zügen auf ihrer Website nachlesen kann (http://www.galerie-felix.de/?p=person),  flicht sie große Kenntnisse der Conquistadoren-Geschichte in Südamerika ein, sie kennt sich sehr gut mit indigener Kunst und Kultur aus und erweist sich als Spezialistin für Antiquitäten, insbesondere alte Karten, die sie in aller Welt erstanden hat, und Kunstgegenstände aus Peru.

An einem Novembernachmittag einmal von Dresden-Loschwitz über Mühlhausen, Prag, mit dem Segelboot durch die schwedischen Schären, durch das Mittelmeer, entlang an der Küste von Westafrika, von Barbados nach Venezuela und zurück, das war eine wunderbare Begegnung.Die Reise beginnt - im Kopf ...

Lilo Rojas sanoja in ihrer kleinen Galerie in Dresden -Loschwitz.

Vorstellungen im Frühling / Performances in springtime

Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung!

Da wir vom 13.01. bis 15.03.2016 in Kolumbien auf Theaterexpedition sind, gibt es nun erstmal eine zweimonatige Vorstellungspause.
Hier schon mal für alle Interessierten ein Ausblick auf unseren Theaterfrühling:

18./19.März 2016 - 20.00 Uhr - Schaubude Berlin
20.März 2016 - 16.00 Uhr - Theater Am Rand Zollbrücke
ENTE, TOD UND TULPE von Wolf Erlbruch
Preisgekrönte Inszenierung in Zusammenarbeit mit Martina Couturier


23./24.März 2016 - 20.00 Uhr - Societaetstheater Dresden 
ZUGVÖGEL - Eine Hommage an Menschen auf der Flucht.
Premiere!
Mit Ariella Hirshfeld (Israel), Daniel Williams (UK), Momo Ekissi (Elfenbeinküste), Shahab Anousha (Iran).


05.April 2016 - 19.00 Uhr - Stadttheater Leoben (A)
FREAKSHOW - The Best In Town


08./09.April - 20.00 Uhr - Societaetstheater Dresden 
LOVING THE ALIEN. Landung auf dem Planeten Erde mit Sons von David Bowie.

 

SPECIAL: Am 08./09.01.2016 anschließend Kurzperformance mit special-Guest John Moran aus New York!
 

 

05.01.2016

Taller de teatro en Bogotá / 18 - 20 de enero 2016

Taller con la tropa alemán FREAKS UND FREMDE en Bogotá

Convocatoria

Taller de teatro
Del 18 al 20 de enero de 2016, jornada completa
Antigua casa del Goethe-Institut/jardín
Jardín de la antigua casa del Goethe-Institut
Cra. 7 No. 81-57, entrada por la Calle 82
El taller no tiene costos. Los cupos son limitados.
Por favor inscribirse hasta el 13 de enero de 2016 en
lorena.teran@bogota.goethe.org
 
Una imagen del grupo FREAKS UND FREMDE.
Abierta la convocatoria para el taller con FREAKS UND FREMDE
Si Usted está interesado en participar en el taller, por favor inscríbase hasta el 13 de enero 2016 con Lorena Teran lorena.teran@bogota.goethe.org.


Desde el 2006 Sabine Köhler y Heiki Ikkola trabajan juntos en la tropa “Freaks und Fremde” [Frikis y Extraños]. En los límites entre el teatro físico, el teatro de títeres y el teatro de objetos, así como también las artes plásticas, emergen escenificaciones poéticas, que también forman parte de encuentros con lo extraño – con otras culturas y mundos.
Esta tropa ha viajado con sus obras a nivel nacional e internacional, dejando a cada paso nuevas co-producciones. En el 2015 recibieron el premio de arte de la ciudad de Dresden por su trabajo.
Ahora emprenden una expedición teatral por Colombia, en la que transitarán caminos ya recorridos antes que ellos por otros conquistadores, investigadores y aventureros. Mas la conquista no es su destino – ellos quieren aprender, reunir historias, entrar en conversación.

¿Qué es la dicha? ¿Cómo dar forma juntos a la convivencia en este planeta  -elevando la vista al mismo nivel y con responsabilidad por las generaciones venideras?
Estas son las preguntas claves que nos acompañarán en el viaje por este país. Puede sonar cursi y trillado, sin embargo son preguntas decisivas de nuestros días. Habrá funciones improvisadas y un intercambio de historias y bailes, largas conversaciones, observaciones silenciosas, y donde sea posible, intensas discusiones.

Usando por nombre para el trabajo “EL DORADO”, la compañía Freaks und Fremde viajará por Colombia durante dos meses, en compañía de la JuWie Dance Company y su colega titiritero de muchos años, Dirk Neumann; durante la expedición prepararán su nueva producción, que llevará el mismo título.
La primera estación será Bogotá, donde los bailarines y titiriteros ofrecerán del 18 al 20 de enero una ojeada a su trabajo en conjunto: TEATRO CON DANZA, OBJETOS Y TÍTERES.

¿La lengua de los objetos encuentra la lengua del cuerpo? ¿Quién es el objeto y quién el sujeto ahora? ¿Quién es el humano y quién el muñeco?
Invitamos a actores interesados e esta digresión para investigar con nostros durante tres días Además este taller será la primera oportunidad para Freaks und Fremde para entrar al contacto con artistas colombianos, y establecer relaciones para la expedición y para la producción final.

03.01.2016

LOVING THE ALIEN - 08./09.01.2016 Societaetstheater Dresden

LOVING THE ALIEN

Eine Landung auf dem Planeten Erde mit Songs von David Bowie.

 

In der Person von David Bowie liegt ein verstörender Charme. Ein Außerirdischer mit der Aura der Einsamkeit des Superstars.- Ausgangspunkt für das neue Stück der Cie. Freaks und Fremde ist das Schaffen des Popkünstlers David Bowie, die Suche nach der bei ihm immer wieder auftauchenden Figur des „Alien“ und die irritierende Feststellung, sich mitten in der gewohnten Welt auf einem fremden Planeten zu befinden.
Vor den Augen der Zuschauer entrollt sich ein Panorama von Abgründen, Hoffnungen, Lebensentwürfen. Zu Gast im eigenen Leben.
Die Darsteller in dieser Versuchsanordnung sind Forscher und Versuchskaninchen zugleich, Entertainer, Projektionsfläche und Spiegel. - Wir landen auf der Erde und schauen uns um – „believing the strangest things – loving the alien …“

Die Dezember-SAX schrieb: 
"[...] die Freaks meiden Beliebigkeit wie Klamauk und bieten immer ein körperlich-ehrliches, oft nachdenkliches, manchmal verstörendes Bühnenerlebnis, bei dem Zuschauen und -hören generell Freude macht. Und sie taugen dank packender Musik und unendlichem szenischem Ideenreichtum gut als Theater-Einstiegsdroge für junge Menschen. ... Achso: Echte Fans kaufen ihre Tickets für den 8.Januar - dem 69.Geburtstag des Londoners." 
Tickets buchen: office@freaksundfremde.de oder direkt beim Societaetstheater Dresden.

Das Team:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Performance, Regie
Sønderling - Arrangements und Live-Musik
Nikolaus Woernle - Studio-Mixing und Mastering
Max Reiniger - Mitarbeit Regie
Suse Wächter, Ida Herrmann - Puppenbau
Peter Tirpitz - Bühnenbau
Marco Prill - Video
Josia Werth - Licht
Beate Oxenfahrt - Technische Einrichtung
Judith Hellmann - Produktionsleitung
Jean Seabstian Nass - Grafik, Fotos 
Die Inszenierung ist Teil einer mehrjährigen Kooperationsvereinbarung zwischen Cie. Freaks und Fremde und dem Societaetstheater Dresden.
Gefördert von Landeshauptstadt Dresden / Amt für Kultur und Denkmalschutz, Kulturstiftung Sachsen und Societaetstheater Dresden.


 

24.12.2015

Applaus! Danke! Neue Horizonte!


Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung, Kritiker und Förderer! 
Liebes Publikum, verehrte Kollegen!

Ein turbulentes Jahr voller Fragen, Zweifel und eben auch ermutigender Impulse liegt hinter uns. Quo vadis, Menschheit? Wohin soll es hingehen, Europa ... Welt ... Mensch?
Wir wünschen Euch und Ihnen allen besinnliche und interessante Tage zwischen Jahren, erhellende Gespräche, und allen Menschen, die sie brauchen, eine Atempause, einen Moment des Innehaltens, des Nachdenkens, der Erholung.
Tausend Dank an alle, die uns im letzten Jahr unterstützt haben - aber vor allem all denen, die als Ehrenamtler und Berufene die Welt ein Stück weit besser und freundlicher machen - bei der Unterstützung der Schwachen, Ausgegrenzten, Flüchtenden und Hilflosen. 

Wir halten für einen Moment inne und denken dankbar an unsere Kollegen und Freunde in der ganzen Welt, insbesondere in Australien, Belgien, Côte D'Ivoire, Indien, Iran, Italien, Kolumbien, Liechenstein, Frankreich, Österreich, Pakistan, Polen, Russland, in der Schweiz, Singapur, Spanien, Tschechien, Tunesien, in den USA.

Für das nächste Jahr wünschen wir allen bei der Begegnung mit dem Fremden überraschende Wendungen! 
"Believing the strangest things, loving the Alien ..." - Wir sehen uns 2016 und machen uns auf globale Entdeckungsreise, an der wir unsere Freunde, Begleiter und alle Interessierte gern teilhaben lassen. 
Ihr könnt uns auch 2016 hier weiter verfolgen. während wir uns nun doch mal in den nächsten Wochen eine Homepage bauen.


Hey, dear friends of the uncomfortable entertainment - all the best for 2016! And don't forget what Queen Victoria said: “Beware of artists. They mix with all classes of society and are therefore most dangerous."
Adios! - FREAKS UND FREMDE



12.12.2015

Das ELDORADO Projekt 2016 / Una expedicion del teatro


Auf der Suche nach Gold, Glück und dem "Guten Leben"
Eine Theaterexpedition und eine Stückentwicklung von Cie. Freaks und Fremde und JuWie Dance Company

Die Reise
Für die Zeit von Januar bis März 2016 plant die Cie. Freaks und Fremde gemeinsam mit der jungen JuWie Dance Company eine Theaterexpedition nach Kolumbien und Ekuador. Die Planungen und Vorbereitungen laufen seit Beginn des Jahres 2013. Verschiedene Festivals, Gruppen und Institutionen haben bereits ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.
Diese Theaterreise ist eingebunden in einen längeren Projektzyklus, in dem wir uns mit der Geschichte und Kultur Südamerikas (Schwerpunkt Kolumbien, Ekuador, Peru, Bolivien) beschäftigen, ein wichtiges Etappenziel werden Aufführungen des Stückes ELDORADO in Zusammenarbeit mit dem Societaetstheater Dresden im September / Oktober 2016 sein.
In internationalen Theaterprojekten untersuchen wir seit nunmehr 12 Jahren Theaterformen im interkulturellen Dialog, und meinen damit kein folkloristisches Interesse. Wir sind uns der Tücken internationaler Kulturarbeit bewusst, und lernen dabei aus eigenen Erfahrungen und aus denen unserer Vorbilder und Kollegen. 

Die Laguna Guatavita
 Theater auf Forschungsreisen – Begegnungen, Austausch, Missverständnisse
Theater ist ein Kommunikationsprozess, es gibt immer mehrere Sender, mehrere Botschaften und ein multiples Publikum - wenn auch an e i n e m Ort. Szenische Zeichen und die Art und Weise ihrer Rezeption erleichtern transkulturelle und intersoziale Prozesse. Intrakulturalität meint dabei nicht nur Austausch, Reziprozität, gegenseitige Kreativierung zwischen verschiedenen Kulturen, sondern ebenso kulturelle Interaktivität zwischen verschiedenen sozialen und gesellschaftlichen Schichten.
Nonverbales Theater, Körpertheater ("sprechende Körper"), Tanz, Theater mit Objekten, „drittes Theater“ im Sinne von Eugenio Barba, anthropologisches Theater beispielsweise, sind hier im Vorteil gegenüber dem sog. Text- oder Literaturtheater. Auch wenn dieser interkulturelle Vorteil von Theater zunächst sehr schlüssig scheint und sich an zahlreichen Beispielen unschwer belegen lässt, ist dennoch Vorsicht am Platz. Auch im Theater scheitert Inter- und Transkulturalität nicht selten an Missverständnissen, behindert der egozentrische Monolog nicht selten den dynamischen Dialog. Intersoziale Versuche tappen nicht selten in die Falle der Zwangsbeglückung oder es gelingt nicht immer, durch dezentrale Kultur- und Theaterarbeit tatsächlich neue kulturelle Qualitäten und Austauschformen zu schaffen.
Negative Reaktionen provozierte beispielsweise selbst der große Peter Brook auf seiner afrikanischen Theatersafari. Dabei sei Brook zugutezuhalten, dass er zum Teil wissend in die Falle ging, um seiner multikulturellen Truppe beweisen zu können, dass auch ihre Theaterarbeit nicht vor euro-zentristischen Programmierungen frei sei. Die legendäre "Shoe-Show", gespielt auf manchen Dorfplätzen in Schwarzafrika, wo Brooks Leute den Spielteppich aufschlugen, provozierte zum Teil große Aggressionen: es flogen sogar die Steine. Offenbar basierte die darin erzählte Geschichte von der Zauberkraft zweier alter Schuhe so sehr auf europäischen Erzähltraditionen, dass ihre Darstellung in einigen Fällen zu fundamentalen Missverständnissen führte. Wonach wohl auch der kulturelle Tauschhandel, wie ihn Eugenio Barba etwa im "Buch der Tänze" vorschlägt, zu hinterfragen wäre. Seine interkulturellen Dorfinvasionen mit den Schauspielern des Odin Teatret in Sardinien oder in Lateinamerika erwiesen sich zumindest zu Beginn der Manifestation als problematisch. Erst die längerfristige Arbeit, die an anthropologische Feldforschung erinnerte, führte zu Austausch und interkulturellem Verständnis. Und diese Längerfristigkeit der dezentralen Kulturarbeit scheint überhaupt zu einem der wichtigsten Kriterien intersozialen wie interkulturellen "Tauschhandels" zu werden.
Dennoch. Das Theater der "offenen Form" hat alle Chancen im inter/intra/transkulturellen wie im transsozialen Bereich dem globalen Werte-Diktat von Kapital, Markt und Rationalität menschliche, demokratische Werte entgegen- oder hinzuzusetzen: Integration statt Ausgrenzung und Rassismus, Verständigung statt Isolierung, Offenheit statt Dogmatismus, Vielfalt statt Gleichmacherei, Frieden statt Krieg, Emanzipation statt Repression, Demokratie statt Diktatur - die Gegensatzpaare bleiben vielfältig erweiterbar.
Theater hat sicher nicht Macht, aber Theater hat Kommunikationsstrukturen, die den Diskurs fördern: im Idealfall über Kopf UND Bauch.  
Unsere eigenen Erfahrungen solch einer internationalen Theaterarbeit basieren neben unserer regelmäßigen Gastspieltätigkeit in aller Welt auf sehr unterschiedlichen Kollaborationen in Queensland/Australien (2000 bis 2003), Tunesien (2003 bis 2006), Pakistan (2009 bis 2010), Iran (2011 bis 2015) und Tschechien (2014 bis 2015). Das waren Koproduktionen mit anderen Freien Theater, verschiedenen Institutionen und Workshoptätigkeit in unterschiedlichen Zusammenhängen.
Die Theaterexpedition als Quelle für Erkenntnis, für die Neuausrichtung unserer ästhetischen und kulturellen Weltsicht, als intensive Form der Begegnung und als eine besondere Form der künstlerischen Fortbildung und Orientierung spielte für unsere Theaterarbeit schon immer eine große Rolle. In dieser speziellen Konstellation ist sie Teil eines ca. einjährigen Inszenierungsprozesses.

Bogotá
 Destination Südamerika – Buen Vivir
Warum nach Erfahrungen in Australien und in den letzten Jahren vor allem im islamischen Kulturkreis, nun Südamerika? – Da für uns das Theater immer wieder auch die Untersuchung neuer gesellschaftlicher Entwürfe ist, fokussierte sich unser Blick von den nach 2001 in den Fokus geratenen Orient nun nach Westen über den Atlantik. In Lateinamerika vollzieht sich eine bemerkenswerte Entwicklung. Ecuador und Bolivien haben das Ziel des "Buen Vivir", bzw. des guten Lebens als Verfassungsgrundsatz festgeschrieben und damit politisches Neuland betreten. Somit zielt ein Kern der Verfassung nicht auf wirtschaftliches Wachstum, sondern auf das ganzheitliche Wohlergehen der Menschen ab. Zugleich wurde in den Verfassungen die Natur zum Rechtssubjekt aufgewertet.
Das neue Verfassungsziel fußt auf dem Verständnis des "Sumak Kawsay", einer Tradition der indigenen Andenvölker. "Sumak Kawsay" lässt sich mit "Buen Vivir" bzw. dem guten Leben übersetzen. Nach der Tradition der Andenvölker ist "Buen Vivir" eine Kultur des Lebens, die ein harmonisches Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur anstrebt. Nicht Fortschritt und Wachstum sind die vordergründigen Lebensziele der Menschen, sondern die Produktion und Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustandes.
Das Ziel des „Buen Vivir“ wurde im Zuge der Verfassungsreformen der Jahre 2006 bis 2008 in die Verfassungen Boliviens und Ecuadors aufgenommen. So steht in der Verfassung Ecuadors: "Das Buen Vivir erfordert, dass Personen, Gemeinschaften, Völker und Nationen tatsächlich im Besitz ihrer Rechte sind und ihre Verantwortlichkeiten im Kontext der Interkulturalität, des Respekts ihrer Diversität und des harmonischen Zusammenlebens mit der Natur ausüben." Darüber hinaus beinhaltet das Ziel den Schutz von Grundrechten wie das Recht auf Ernährung, Gesundheit, Erziehung und Wasser.
Die Verfassungen Boliviens und Ecuadors sind so genannte transitive Verfassungen. Als solche sind sie nicht nur sehr ausführlich - für Kritiker zu ausführlich - und umfassen nicht nur Rechte, sondern weisen auch Wege in die Zukunft.  
Bei der Verwirklichung des Ziels "Buen Vivir" kommt es zu Problemen und Widersprüchen, zumal es sich bei Bolivien und Ecuador um zwei Länder handelt, deren Wirtschaftskraft zu großen Teilen auf Abbau und Export von Rohstoffen beruht. Dennoch spielen die neuen Verfassungsprinzipien bei politischen Entscheidungen durchaus eine wichtige Rolle. In Ecuador wollten Umweltschutz-organisationen und indigene Gruppen ein Gesetz zur Regulierung des Bergbaus mit Berufung auf diese Verfassung verhindern, was allerdings nicht gelang. Und Bolivien votierte 2011 in Cancun als einziges Land gegen den Klimakompromiss, mit der Begründung, dass dieser nicht zur Einhaltung des 2-Grad-Ziels führen würde. - Abschließende Beurteilungen der Verfassungsreformen Boliviens und Ecuadors sind noch nicht möglich. Bemerkenswert ist aber, dass ein Verfassungsziel, das auf Gleichgewicht und Harmonie mit der Natur sowie auf ein umfassendes Wohlergehen der Menschen setzt, in einem so genannten Entwicklungsland verankert wurde und nicht in einem materiell reichen Industrieland.
Außerdem wurde das „Buen Vivir“ und der kreative, zeitgenössische Umgang mit Grundgedanken aus indigener Überlieferung in nahezu allen südamerikanischen Ländern ein wesentlicher Beitrag im Diskurs über Modelle künftiger Gesellschaftsformen, menschlichen Zusammenlebens und des Interagierens mit unserer Umwelt.
In Kolumbien existiert mit Gaviotas (siehe: Alan Weisman „Gaviotas“) seit den siebziger Jahren des 20.Jh. ein Ort, an dem Wissenschaftler und Gesellschaftsforscher, etwas scheinbar unmögliches möglich machten: sie schafften einen Ort des Gedeihens, der Visionen und des nachhaltigen Fortschritt in einer Region, die als unwirtlich, unfruchtbar und wertlos galt, in den kolumbianischen llanos östlich von Bogotá.
All das hat uns aufmerksam gemacht – nach einigen ersten Kontakten und Recherchen haben wir uns entschieden, unseren Reiseschwerpunkt auf die Länder Ecuador und Kolumbien zu verlegen – mit einigen Abstechern nach Peru und Venezuela und eventuell Bolivien.
Wir haben und suchen Kontakte mit Kulturinstitutionen, Theatern, Freischaffenden Theatermachern, Künstlern und Musikern in diesen Ländern.
 
Auf der Suche nach dem Eldorado
Es heißt, das Volk der Muisca machte nach dem Tod des Herrschers den Sohn seiner ältesten Schwester zu dessen Nachfolger. Sechs Jahre wurde er auf sein Amt vorbereitet. Dazu lebte er in einem Tempel, durfte kein Fleisch essen, die Nahrung nicht würzen und nur nachts den Tempel verlassen. Ihm war auch der Umgang mit Frauen verboten. Hatte er die Zeit der Vorbereitung erfolgreich bestanden, so konnte er die Herrscherwürde antreten. Die Thronbesteigung war ein höchst feierlicher Akt. Bei der Zeremonie wurde der nun neu einzuführende Herrscher in einer goldenen Sänfte an die heilige Lagune von Guatavitá getragen, wo er sich auszog und mit duftenden Harz von den Priestern eingerieben wurde. Im Anschluß bestreute man ihn mit Goldstaub. Nun bestieg er mit den Priestern ein Floß und fuhr zur Seemitte, wo sie dem heiligen See goldenen Schmuck opferten. Der Thronfolger reinigte sich im Seewasser vom Gold und kehrte zu seinem Volk als Herrscher zurück. - Diese Zeremonie eilte als Sage vom vergoldeten König der Muisca bis nach Europa. Im 16. Jahrhundert - genauer in den vierziger Jahren - brachen drei Expeditionen von Konquistadoren zum Lande der Muisca auf und eroberten es. Sie machten große Beute. Der wahre Goldschatz lag aber auf dem Grund des Sees. Dies lockte die Konquistadoren an. Man baute einen Kanal über dem ein Teil des Wassers abgeleitet wurde. Vom sumpfigen Grund barg man dann zahlreiche goldene Gegenstände, die heute im Museum von Bogotá gezeigt werden. Bis heute liegen am Grund des Guatavitás goldener Muisca-Schmuck.
Hier wurde der Mythos vom Eldorado, vom sagenhaften Goldland geboren.
Von Europa kamen Heere von Eroberern, getrieben von Sehnsucht, von der Gier oder einfach von der Lust auf Abenteuer. – Welche tiefen Wunden diese „Abenteurer“ in den Kontinent geschlagen haben, beschreibt zum Beispiel Eduardo Galeano in seinem Buch „Die offenen Adern Lateinamerikas“.
Eine ganz andere Route schlagen die Glückssucher unserer Tage ein – wir haben legal und illegal in Deutschland lebende Ekuadorianer und Kolumbianer getroffen und sie nach ihren Beweggründen für ihre Reise nach Deutschland befragt – offensichtlich ist für sie das sagenhafte Eldorado mitten im Herz von Europa und nur hier glauben sie dauerhaft ihr Glück machen und in Wohlstand leben zu können.
Und wir – wir sind in der Gegenrichtung unterwegs, folgen dem Gedanken des „Buen Vivir“, sind fasziniert von der Unternehmung Gaviotas in der kolumbianischen Savanne und kommen als Geschichtensammler in Städte und Dörfer, zu Menschen unterschiedlichster Herkunft.

Am 13.Januar 2016 machen wir uns auf, erste Station Bogotá.
Die Reisegruppe besteht aus:
Heiki Ikkola 
Puppenspieler, Regisseur, Autor, Cie. Freaks und Fremde.
Jule Oeft 
Tänzerin, Choreografin, JuWie Dance Company.
Yamile Navarro
Tänzerin, JuWie Dance Company.
Sabine Köhler 
Puppenspielerin, Szenografin, Cie. Freaks und Fremde.
Dirk Neumann 
Puppenspieler, Schauspieler, Hoftheater Dresden, Gast bei Cie. Freaks und Fremde.
Daniel Williams 
Musiker und Komponist bei Cie. Freaks und Fremde und JuWie Dance Company. (Ab Anfang März)
Josia Werth 
Lichtdesigner bei Cie. Freaks und Fremde. (Ab Anfang März)

Das Projekt wird produziert und finanziert durch die Cie. Freaks und Fremde.
Das Goethe Institut Bogotá unterstützt die Reise.
Das Societaetstheater Dresden unterstützt das Projekt mit einer Kooperationsbeteiligung.
Die Kulturstiftung Sachsen unterstützt die Reise der beiden beteiligten Tänzerinnen Jule Oeft und Yamile Navarro mit einem Stipendium.

Auf unserem Reiseblog könnt Ihr die Theaterexpedition weitestgehend mitverfolgen.