27.10.2014

FREAKSHOW IM FABRIKPALAST AARAU

Grüezi, Cie. Freaks und Fremde kommt zum Jubiläumsfestival in den Fabrikpalast Aarau!
Congratulations!


31.Oktober 2014 um 20.00 Uhr
FREAKSHOW - The Best In Town

Sabine Köhler / Heiki Ikkola
Musik: Daniel Williams
Licht: Josia Werth 

“Heiki and Sabine´s homage to weird, wonderful! Freak Shows stunning visuals and humour enthralls the audience not used to such artistic treat. The German artists Heiki Ikkola and Sabine Köhler have certainly been successful in reaching out to Pakistani audiences. They are presenting it for the third time at Peeru´s Theatre this Sunday. It is homage to the realm of weird and wonderful that keeps spectators coming back for more …” / The Nation, Lahore

Außerdem gastieren wir mit der Produktion des Theaters Couturier 
Ente, Tod und Tulpe nach dem Buch von Wolf Erlbruch
01.November 2014 um 15.00 Uhr
02.November 2014 um 11.00 Uhr

Martina Couturier / Heiki Ikkola
Musik: Frieder Zimmermann
Licht: Josia Werth

entetodundtulpe.blogspot.com


21.10.2014

70.Vorstellung - DIE GESCHICHTE VOM FUCHS, DER DEN VERSTAND VERLOR

Ein Fuchs, das Alter, Vergessen und das, was bleibt. / Ein lebendiges Stück Theater


Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! Dresden, Köln, Berlin, Stuttgart, Mannheim, Heilbronn, Dreieich, Leoben, Aschaffenburg, Dachau, München, Ebersberg, Pullach, Hildesheim, Bonn, Freiburg, Duisburg, Greiz, Zollbrücke, Aarau, Liechtenstein und Kolumbien. Nun steht die 70.Vorstellung an, im Societaetstheater Dresden. Wir freuen uns auf Euren Besuch!


 
24.10.2014 um 20 Uhr / 26.10.2014 um 17 Uhr
Societaetstheater Dresden
Von Martin Baltscheit

Fotos: jsn-media-art
Es spielen Sabine Köhler, Heiki Ikkola und Frieder Zimmermann.
Nominiert für den Kölner Theaterpreis.

Das schreibt zum Beispiel die Kölner Theaterzeitung:
„Wirrwarr im Kopf. Das Stück, basierend auf dem preisgekrönten Kinderbuch von Martin Baltscheit, beginnt sanft. Auf leerer Bühne, zu Musik von Frieder Zimmermann, tanzen die Darsteller Heiki Ikkola und Sabine Köhler Foxtrott. Doch dann gerät Ikkola aus dem Takt, vergisst Tanzschritte, Köhler muss ihn führen. Ein sprechendes Bild für das Älterwerden, wenn der Körper langsam Ausfallerscheinungen bekommt. Dann betritt "Zorro aus dem Wald" die Bühne, so nennt sich der Fuchs (Ikkola) in einer frechen Hommage an sich selbst, brüstet sich, wie gerissen er Wiesen und Wälder beherrscht, Hühner klaut und die Hunde des Jägers hinters Licht führt. Die jungen Füchse, kleine Pelzköpfe aufgereiht auf einem Notenständer, jubeln ihm zu. - Doch auch ein Superfuchs wird alt. Eine große Uhr über der Bühne zeigt unbarmherzig, wie die Lebenszeit verrinnt. Kalenderblätter fallen von der Decke. Der Fuchs verwechselt die Tage, man merkt, dass etwas nicht mehr stimmt. Dargestellt wird er mal von den Schauspielern, mal als von ihnen geführtes Tierpräparat. "Freaks und Fremde" arbeiten oft mit solchen Präparaten, die auf der Bühne zunächst befremdlich wirken, für das Thema Demenz aber eine große Wirkung haben, steckte doch in dieser Tierhülle mal eine echte Seele, die nun erloschen ist. - Das Unbehagen wächst: Als der Fuchs jagen geht, vergisst er, was er wollte. Am Ende weiß er nicht mal mehr, dass er ein Fuchs ist. Die anderen Tiere machen sich lustig, einzig die jungen Füchse halten noch zu ihm. Sie pflegen ihn, als er sich auf der Flucht vor den Hunden verletzt. Nah an Baltscheits Text und Illustrationen entwickeln Ikkola und Köhler ein humorvolles und einfühlsames Stück, eine gelungene Mischung aus Theater und Musik.
Obwohl die zunehmende Vergesslichkeit des Fuchses traurig stimmt, macht es Spaß, Ikkola und Köhler zuzusehen, wie sie sich jagen, turmhohe Eierstapel klauen oder singen und tanzen. Nur mit Masken und Handpuppen, Pelzmantel (wer ihn trägt, ist der Fuchs) oder Holzkiste schaffen sie es, einen ganzen Wald samt Bewohner zu erschaffen. Entstanden ist ein besonderer Abend, an dem nicht nur gelacht, sondern auch manche (Erwachsenen)-Träne vergossen wird. Er zeigt einfühlsam und respektvoll: Trotz der Veränderung, die ein Mensch mit Demenz durchläuft, trotz aller Schrulligkeit, kann die Liebe zu ihm immer noch sein, wie sie einmal war - Krankheit gehört zum Leben.“
(Gina Nicolini, Kölner Theaterzeitung AKT)
Wir danken unseren Förderern:
Fonds Darstellende Künste, Robert Bosch Stiftung, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, Projekt Workspace des Landes NRW.
Eine Koproduktion mit dem Comedia Theater Köln.

04.10.2014

RUANDA-MEMORY. Eine Geschichte in 9 Objekten / Vorstellungen im Societaetstheater 18./19.10.2014


RUANDA-MEMORY. Eine Geschichte in 9 Objekten.
18./19.Oktober 2014 um 20.00 Uhr
Eine Produktion der Cie. Freaks und Fremde im Societaetstheater Dresden

Die Geschichte um den Völkermord in Ruanda 1994 lässt uns nicht los. Sie führt uns zu grundsätzlichen Fragen menschlichen Zusammenlebens und Weltaneignung.

TEAM:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Idee und Performance.
Tobias Herzz Hallbauer - Musik.
Bärbel Haage, Rita Hausmann - Mitarbeit Ausstattung.
Tanja Mette-Zimmermann - Mitarbeit Text, Dramaturgie.
Judith Hellmann - Produktionsmanagement.
Jean Sebastian Nass - Fotografie, Grafik.
Licht - Beate Oxenfahrt.

Eine Produktion von Cie. Freaks und Fremde.
Gefördert durch die Kulturstiftung Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden und das Societaetstheater Dresden.


In unserem Projekt Ruanda-Memory setzt sich aus neun ausgewählten Objekten ein unvollständiges Puzzle um die Ereignisse 1994 zusammen. - Was als Memory-Spiel beginnt, verspinnt sich zu einer berührenden Geschichte von Menschen und Menschlichkeit.

Ein Radio, eine Machete, ein Faxgerät, ein Laptop, ein Identity-Card, ein Stück Wellblech, ein Fußball, ein Blauhelm und eine Flasche Primus-Bier werden zu Berichterstattern, zu Handlungsträgern und Zeugen. - Dahinter erscheinen Lebensgeschichten und Berichte, eine Geschichte aus Einzelteilen, biografischen Versatzstücken und offiziellen Verlautbarungen. Hinter den Objekten tauchen die Menschen auf, die diese Objekte produziert, manipuliert und eingesetzt haben. In dem Versuch, das "Nichtsagbare" auszudrücken, hinter die Kulissen zu sehen und Zusammenhänge zu erschließen, die zunächst einmal nicht offensichtlich erscheinen, werden Cie. Freaks und Fremde "die Dinge sprechen lassen". Viele Erzählungen von Überlebenden machen Auslassungen, in denen die Natur, die Leere und Gebäude zum Sprechen kommen. 


Auf der Soundebene wird Tobias Herzz Hallbauer eine Collage aus verschiedenen Elementen erzeugen. Er wird den Klang eines Landes reproduzieren. Der Musiker wird die Radiostation des "Hate-Radios" und seiner Protagonisten untersuchen, Musiktitel des Jahres 1994 werden zu hören sein und lassen damit auch die Frage aufkommen - was habe ich, was hast du im April 1994 getan? Der Diskurs wird zu einer Reise in das Ruanda von 1994 - nicht zuletzt zu der Frage, was eigentlich Menschlichkeit ist, und was sie so zerbrechlich macht.
Reservierungen, weitere Informationen zum Theater:
bestellung@societaetstheater.de / 0351.803 68 10 



02.10.2014

HEUTE! - 04.Oktober 2014 - LAB CIRCUS N°2

Der LAB CIRCUS öffnet die Tore zur zweiten
Performance Musik Party Nacht im morbid-poetischen Ambiente des LAB 15, vielen noch bekannt als DEREVO-Laboratorium.

Der LAB CIRCUS vereint Theater, Konzert, Party, Lounge und Szenetreff an einem Abend. In der zweiten Ausgabe langen wir kräftig zu, der Zuspruch zum Eröffnungsabend hat uns übermütig gemacht!



DIE THEATERPERFORMANCES:

"Songs For Bulgakow" 
(Cie. Freaks und Fremde, JuWie Dance Company / feat. Vladimir Vaclavek)






special guests:
Cie. Zero En Conducta aus Barcelona
"Allegro ma non troppo"












"FREAKSHOW - The Best In Town"
Midnight-Show mit Cie. Freaks und Fremde










DIE BANDS:

MARMITAKO +++ DAS NASENORCHESTER +++ SØNDERLING +++ THE BEEZ +++ YELLOW UMBRELLA



DIE DJs:

SAID SUR LA PLACE
THE MORODERS (Uncanny Valley)



FEUER, DARK ROOM, SURPRISES, FOOD AND DRINKS ...

Wir freuen uns auf Euer Kommen, wir haben das LAB 15 für euch herausgeputzt. + + + Ein Abend, der auf wunderbare Weise Bühnenkunst und Party verschmilzt. + + + Eine russische Bildershow  aus Tanz, Objekten, Musik und Texten von Michail Bulgakow. + + + Vitale und charmante Publikumslieblinge aus Barcelona. +++ Freakshow + + + Musik zum Lauschen und Tanzen +++ Und schließlich kein Halten mehr auf dem Dancefloor + + + nicht zu vergessen: allerhand Überraschungen in dunklen Ecken und unter den Birken + + + Fürs leibliche Wohlergehen ist gesorgt!


26.08.2014

Freaks und Fremde beim Greizer Theaterherbst

Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung!
Der Sommer geht zu Ende - der Herbst lädt ins Theater ein.
Wir starten unsere neue Saison mit einem Gastspiel beim Theaterherbst in Greiz!
 
Kommt also nach Thüringen!

13.September 2014 um 20.00 Uhr - Theaterzelt
FREAKSHOW - The Best In Town

Idee, Ausstattung und Performance - Sabine Köhler / Heiki Ikkola
Music - Daniel Williams
Licht - Josia Werth
 
14.September 2014 um 18.00 Uhr - Vogtlandhalle
Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

Idee, Ausstattung und Spiel - Sabine Köhler / Heiki Ikkola
Musik - Frieder Zimmermann
Licht - Josia Werth
Dramaturgie - Jutta M. Staerk

Eine Koproduktion mit dem Comedia Theater Köln, gefördert von der Bosch-Stiftung, dem Fonds Darstellende Künste, der Stadt Dresden und der Kulturstiftung Sachsen.
 
Foto: jsn-media-art
 
Wir wünschen allen Freunden, Kollegen, Kritikern und Groupies einen goldenen Herbst,
aufschlussreiche Proben, ein waches Gemüt und spannende Begegnungen im Theater, auf der Strasse, Zuhause und in Gedanken!
 

04.07.2014

SONGS FOR BULGAKOW - Ein Fest - 07.-10.08.2014

Szenen, Tänze, Lieder, Fantasien - eine Hommage an Michail Bulgakow beim XVII. Schaubuden-Sommer!!! 

Zusammen mit der JuWie Dance Company featuring Vladimir Vaclavek.
Die ersten Szenen sind beim Internationalen SchaubudenSommer in Dresden vom 07. bis 10.August 2014 zu erleben - viel viel mehr gibt es dann im Februar 2015!!!
Foto: André Wirsig

"Songs for Bulgakow"

Die Tür zur Nr. 50 in der Sadowaja 302b steht offen! Der Wodka dreht seine Runden, das Leben trinkt mit dem Tod und die Kunst ist besoffen. Es ist Party. – Eine Party für Michail Bulgakow,  seines Zeichens Arzt, Redakteur und … Schriftsteller, der durch die Wirren der Oktoberrevolution taumelte und auch nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Eine stumme Kapelle stimmt einen traurigen Marsch, kopflose Gestalten bevölkern die Bühne ...

Es treten auf: der Dichter selbst, der Meister und Margarita, Stalin, ein Kater, etliche Gestalten aus Büchern, Träumen und verschobenen Gedanken und der Leibhaftige persönlich…
Pleased to meet you /Hope you guess my name ...


“Auf dem weiten Feld der Literatur war ich in der UdSSR der einzige literarische Wolf. Man gab mir den Rat, mir den Pelz zu färben. Ein törichter Rat. – Ob gefärbt oder geschoren – ein Wolf wird nie wie ein Pudel aussehen.“

Team:
Sabine Köhler / Heiki Ikkola - Performance, Ausstattung, Regie
Jule Oeft / Wiebke Bickhardt / Yamile Navarro - Tanz, Performance
Frieder Zimmermann / Vladimir Vaclavek - Musik, Performance
Jojo Werth - Licht
Judith Hellmann - Produktion
Sebastian Nass - Grafik, Fotos

  


Diese Produktion wird gefördert durch den Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und die Landeshauptstadt Dresden.


            



20.06.2014

Freaks und Fremde @ FIGURA Festival Baden (CH)


Wir freuen uns auf das letzte Gastspiel der Saison 2013/2014!
Cie. Freaks und Fremde ist zu Gast auf der FIGURA in Baden (CH).

Freitag 27.06.2014 um 19.00 Uhr
Kurtheater Baden
ENTE, TOD UND TULPE nach Wolf Erlbruch 

Freitag 27.06.2014 um 22.30 Uhr
Café Theater Roulotte
FREAKSHOW - The Best In Town

02.06.2014

WERKSCHAU zum Spielzeitende!!!


Mittlerweile ist es zu einer kleinen Tradition geworden, am Ende der Spielzeit Freunde, Fans, Kritiker, Beobachter und Veranstalter noch einmal zu einer Bestandsaufnahme, einer aktuellen Werkschau unserer Compagnie einzuladen.


SO LÄDT CIE.FREAKS UND FREMDE VOM 12. BIS 15.Juni 2014 WIEDER ZUR WERKSCHAU INS SOCIETAETSTHEATER NACH DRESDEN EIN!



Wir suchen in jedem Jahr jeweils nach Partnern, die mit unseren derzeitigen Arbeiten in Verbindung stehen - so haben wir in diesem Jahr die JUWIE DANCE COMPANY (kurz&lang) eingeladen, mit der wir zur Zeit zusammen proben und spannende Zukunftspläne hegen. 
Außerdem kooperieren wir mit der Entwicklungspolitischen Konferenz Sachsen zum Thema "Art&Response".

Die genauen Spielzeiten und Informationen gibt es hier:


17.05.2014

DIE GESCHICHTE VOM FUCHS ... im Theater am Rand

Cie. Freaks und Fremde ist wieder zurück in Deutschland! El Zorro war zwei Wochen zu Gast in Kolumbien - nun spielen wir wieder in deutscher Sprache und freuen uns auf unser hiesiges Publikum!

Mit DIE GESCHICHTE VOM FUCHS, DER DEN VERSTAND VERLOR von Martin Baltscheit präsentieren wir unsere derzeit meistgespielte Arbeit.
Ein Fuchs, das Alter, Vergessen und das, was bleibt. Ein lebendiges Stück Theater.

Wir freuen uns, diese Inszenierung am 01.Juni 2014 im außergewöhnlichen Theater am Rand in Zollbrücke zeigen zu können, ein Theater gewordener Traum:

"Das "Theater am Rand" liegt abseits der Metropolen, am östlichen Rand Deutschlands, im Oderbruch, im Dorf Zollbrücke. Die charaktervolle Landschaft diktiert die Spielregeln. Einfachheit. Professionalität. Handgemachtes, mehrfach umgebautes Theater. Akteure und Betreiber sind der Akkordeonist Tobias Morgenstern und der Schauspieler Thomas Rühmann, die hier ihre verschiedenen Projekte verwirklichen.
Am Anfang, im Jahr 1998, war eine gute Stube für 32 Zuschauer im hundertjährigen Fachwerkhaus. Im Frühjahr 2006 war nur noch Platz auf der grünen Wiese. Ein neues Haus ist entstanden. Sein schützenden Dach wird von geschälten Eichenstämmen getragen. Die Schrägheit der Konstruktion, seine Offenheit, die Abwesenheit von rechten Winkeln verweisen auf die Ästhetik der Geschichten. Widerständige Natur und Kunst gehen eine Symbiose ein. Landschaft, Wind und Wetter, Abendsonnen und bis zu 200 Zuschauer werden ins Haus geholt. Erzählt werden die beredten Menschen-Geschichten dieser Welt und ihrer Regionen.
John  Franklin entdeckt die Langsamkeit. Das grüne Akkordeon spielt sich durch die Zeiten. Hervè Joncour reist der japanischen Seide nach. Uhlig- Trulla verschanzt sich im Spinnhaus. Ace Crouch zieht mitten in Amerika sein Ass aus dem Ärmel. Siddhartha geht an den Fluß.  Sprache und Musik, Bilder und Klänge, Worte und Noten fügen sich zu etwas Drittem zusammen. Dieses Dritte ist das Repertoire des Theaters. Regulärer Eintritt bei Austritt. Der Zuschauer zahlt, was ihm das Kunsterlebnis wert ist. Er entscheidet selbst.
Das freie Spiel trägt weit." 


Gemeinsam mit dem Comedia Theater Köln ist diese Inszenierung entstanden - im Mittelpunkt steht der Dialog der Generationen, der Umgang mit dem Alter und Demenz. Dabei waren wir auf der Suche nach einem spielerischen Umgang mit diesen Themen, sie dennoch nicht schönt oder trivialisiert. 

01.Juni 2014 um 15.00 Uhr
Theater Am Rand Zollbrücke

Es spielen Sabine Köhler, Heiki Ikkola und Frieder Zimmermann.
Nominiert für den Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis.
Das schreibt zum Beispiel die Kölner Theaterzeitung:

„Wirrwarr im Kopf. Das Stück, basierend auf dem preisgekrönten Kinderbuch von Martin Baltscheit, beginnt sanft. Auf leerer Bühne, zu Musik von Frieder Zimmermann, tanzen die Darsteller Heiki Ikkola und Sabine Köhler Foxtrott. Doch dann gerät Ikkola aus dem Takt, vergisst Tanzschritte, Köhler muss ihn führen. Ein sprechendes Bild für das Älterwerden, wenn der Körper langsam Ausfallerscheinungen bekommt. Dann betritt "Zorro aus dem Wald" die Bühne, so nennt sich der Fuchs (Ikkola) in einer frechen Hommage an sich selbst, brüstet sich, wie gerissen er Wiesen und Wälder beherrscht, Hühner klaut und die Hunde des Jägers hinters Licht führt. Die jungen Füchse, kleine Pelzköpfe aufgereiht auf einem Notenständer, jubeln ihm zu. - Doch auch ein Superfuchs wird alt. Eine große Uhr über der Bühne zeigt unbarmherzig, wie die Lebenszeit verrinnt. Kalenderblätter fallen von der Decke. Der Fuchs verwechselt die Tage, man merkt, dass etwas nicht mehr stimmt. Dargestellt wird er mal von den Schauspielern, mal als von ihnen geführtes Tierpräparat. "Freaks und Fremde" arbeiten oft mit solchen Präparaten, die auf der Bühne zunächst befremdlich wirken, für das Thema Demenz aber eine große Wirkung haben, steckte doch in dieser Tierhülle mal eine echte Seele, die nun erloschen ist. - Das Unbehagen wächst: Als der Fuchs jagen geht, vergisst er, was er wollte. Am Ende weiß er nicht mal mehr, dass er ein Fuchs ist. Die anderen Tiere machen sich lustig, einzig die jungen Füchse halten noch zu ihm. Sie pflegen ihn, als er sich auf der Flucht vor den Hunden verletzt. Nah an Baltscheits Text und Illustrationen entwickeln Ikkola und Köhler ein humorvolles und einfühlsames Stück, eine gelungene Mischung aus Theater und Musik.Obwohl die zunehmende Vergesslichkeit des Fuchses traurig stimmt, macht es Spaß, Ikkola und Köhler zuzusehen, wie sie sich jagen, turmhohe Eierstapel klauen oder singen und tanzen. Nur mit Masken und Handpuppen, Pelzmantel (wer ihn trägt, ist der Fuchs) oder Holzkiste schaffen sie es, einen ganzen Wald samt Bewohner zu erschaffen. Entstanden ist ein besonderer Abend, an dem nicht nur gelacht, sondern auch manche (Erwachsenen)-Träne vergossen wird. Er zeigt einfühlsam und respektvoll: Trotz der Veränderung, die ein Mensch mit Demenz durchläuft, trotz aller Schrulligkeit, kann die Liebe zu ihm immer noch sein, wie sie einmal war - Krankheit gehört zum Leben.“

(Gina Nicolini, Kölner Theaterzeitung AKT)

29.04.2014

RUANDA-MEMORY. Eine Geschichte in 9 Objekten.

Die nächsten Vorstellungen:
16. / 17.Mai 2014 um 20.00 Uhr im Societaetstheater Dresden


Am 16.05.2014 zeigen wir nach der Vorstellung den wunderbaren Film SWEET DREAMS von Lisa und Rob Fruchtman, der eine Gruppe ruandischer Frauen bei einer sehr besonderen Form begleitet, ihr Leben in Ruanda neu und hoffnungsvoll zu gestalten. In einer Trommelgruppe spielen sie zusammen und eröffnen die erste ruandische Eisdiele.

Die ersten Presseberichte zu unserer Premiere am 25.04.2014:


Schlachte Deinen Nachbarn!
„Ruanda-Memory“, Cie. Freaks und Fremde, Uraufführung im Societätstheater Dresden am 25. April 2014
Anfang der neunziger Jahre, in Sachsen, einem bergigen kleinen Land irgendwo in Europa. Die Schwarzhaarigen waren es endlich leid, dass die Blonden schöner, stärker und reicher schienen als sie selbst. Als einer von Ihnen eher zufällig durch einen Blonden zu Tode kam, war das Maß voll: Ein Gemetzel hob an, wie es dieses Land noch nicht erlebt hatte. Innerhalb eines Vierteljahres starben eine Million Blonde, von der Hand ihrer Freunde, Nachbarn, Familienmitglieder, wer nicht flüchten konnte, wurde niedergemacht, Kinder, Frauen, Alte. Wer blond war, musste sterben. Die im Land stationierten Truppen der vier Mächte waren ratlos, schauten zu und schauten weg, die Blonden unter ihnen verbargen ihr Haar unterm Blauhelm. Erst als kein Blond mehr auf der Straße schimmerte, nahm das Morden ein Ende.
Blödsinn? So in etwa kann man das Massaker an den Tutsi erklären, dass die Volksgruppe der Hutu zwischen April und Juli 1994 in Ruanda verübte, oder es zumindest versuchen zu erklären. Jahrhundertelang hatten die Stämme friedlich neben- und miteinander gelebt, die einen Ackerbauern, die anderen Viehzüchter. Eigentlich ein Volk, mit verschiedenen Wurzeln halt, das mehr und mehr zusammenwuchs.
Mit dem Kolonialismus kam die Ordnung und mit ihr das Meldewesen. Dank der Belgier verfügte seit 1932 jeder Ruander über einen Ausweis, der ihn einer Ethnie zuordnete. Sechzig Jahre später war dieses Stück Papier dann die Lebensversicherung. Oder das Todesurteil.
Sabine Köhler und Heiki Ikkola rekonstruieren das damals Geschehene in dieser Theaterperformance, kongenial begleitet vom Musiker Tobias Herzz Hallbauer. Dies geschieht anhand von Puzzlestücken, neun Objekte, die nichts miteinander, aber viel mit den Ereignissen vor zwanzig Jahren zu tun haben.
Der „Ausweis“ erklärt sachlich die Vorgeschichte und seine schon beschriebene Bedeutung, das „Radio“ gewinnt in Ruanda eine kaum vorstellbare Macht und ist der Einpeitscher, der die Hutu jeden Morgen zum Töten treibt. Können Völker kollektiv verrückt werden? Fast scheint es so.
Die „Machete“ ist ein landwirtschaftliches Gerät, dessen Gebrauch jedem Hutu von Kindesbeinen an vertraut ist. (Jedem Tutsi nicht?) Gleichzeitig ist es nun das Werkzeug, ein Volk zu massakrieren. Holger Zastrow sollte über seinen Machetenspruch nochmal nachdenken.
„Fußball“ spielen Tutsi und Hutu schon immer gemeinsam, nicht gegeneinander. Doch auch das ist dann schnell vorbei, der Mittelstürmer wird nun gejagt von seinen Sportfreunden, er hat den falschen Ausweis.
Zur Belohnung nach den Mühen des täglichen Massakers gibt es allabendlich „Primus-Bier“, der Massenmord findet Nine-to-Five statt. Dieses Getränk auf Bananenbasis ist eigentlich der Versöhnung gewidmet, und wenn man genug davon trinkt, ist man mit sich ja auch wieder im Reinen.
Über den „Blauhelm“ mag man gar nicht schreiben. Nicht nur Tun, auch Unterlassen ist unter Umständen eine Straftat. Vor welchen Gerichten sind die damals Kommandierenden, die Regierenden gelandet?
„Wellblech“, ein Art Ersatzwährung in Ruanda, auch eine beliebte Beute. Wie dieses minutenlang über die Bühne geschleppt wird, von einem darunter Kriechenden, gehört zu den stärksten Szenen des gut einstündigen Abends.
Ins Hier zurück führt uns der „Laptop“ des Autors. Was haben wir eigentlich damals gemacht, vor zwanzig Jahren? Ich kann mich nicht erinnern. Aber ich war sicher sehr betroffen während der Tagesschau.
Und am Bühnenrand wächst unaufhörlich die Strichliste, mit Kreide gezogen, ein einprägsames Geräusch, viermal kurz, einmal lang.
Ein starker Abend. Nicht aufdringlich gutmenschig, erzählend statt belehrend, fragend statt wissend, und in der Wahl seiner Mittel von Sprache und Bewegung über Bühne und Video bis hin zum Ton absolut stilsicher. Nicht „schön“, aber gut.
Zwanzig Jahre später, ein ziemlich großes Land am Rande von Europa, seit Jahrhunderten leben die Menschen hier miteinander, auch wenn sie verschiedene Sprachen sprechen. Doch das scheint auf einmal nicht mehr möglich. Hinterher weiß niemand, wer zuerst die Machete in der Hand hatte. - Blödsinn?
Sandro Zimmermann, KULTURA-EXTRA, livekritik.de


Vergessene Gräuel
Im Societaetstheater erinnert Cie. Freaks und Fremde eindringlich an den Völkermord in Ruanda vor 20 Jahren 
Das Jahr 1994 war scheinbar kein großes in der Weltgeschichte. Jedenfalls aus unserer Sicht. Wem fiele schon auf Anhieb etwas Erinnerungswertes ein? In diesen Apriltagen begann vor 20 Jahren "nur" ein Völkermord an den Tutsi im afrikanischen Ruanda, dem in drei Monaten bis zu einer Million Menschen zum Opfer fielen. Die so genannte "Staatengemeinschaft", ein eher peinliches Abstraktum, wie sich gegenwärtig auch wieder zeigt, quittierte die Massaker hilflos. Blauhelme der UN retteten nur noch ihre eigene Haut.
Auf eindringlichste Weise, fernab jeder vordergründigen Agitation, ruft dieses Grauen nun ein "Ruanda Memory" im Societaetstheater in Erinnerung. Heiki Ikkola, in Dresden und darüber hinaus einer der kreativsten Köpfe der freien Szene, und seine Partnerin Sabine Köhler nehmen die Zuschauer anhand von neun Objekten auf zwingende Weise in das Geschehen hinein. Tobias Herzz Hallbauer hat dafür die Sound- und O-Ton-Collagen gebaut, spricht Radiotexte ein und greift zur E-Gitarre.
Nur in einer Art Prolog erfährt man ganz grob noch einmal etwas über die Vorgeschichte und das Ausmaß der damaligen Verbrechen. "Gott hat uns verlassen", heißt es in den Originaltönen. Zwischen den Szenen wächst eine symbolische Strichliste der Opfer. Heiki Ikkola hat aus der Fülle des inzwischen dokumentierten Materials und der verwirrenden Kämpfe um Macht und wirtschaftliche Ausbeutung den wesentlichen Aspekt herausgearbeitet, dass Hutu und Tutsi bis zur Kolonialisierung friedlich zusammenlebten. Zwar genossen die Tutsi als Viehzüchter eher einen privilegierten Ruf gegenüber den Acker bauenden Hutu. Wirkliche Zwietracht zwischen ihnen säten aber erst die aus Europa herüberschwappenden Rassentheorien. Die Ausgabe der Personalausweise mit dem Eintrag der Stammeszugehörigkeit durch die belgischen Kolonisatoren in den dreißiger Jahren des 20.Jahrhunderts zeitigte verheerende Spätfolgen.
Solche Ausweiskarten, an das Publikum verteilt, bilden denn auch den ersten thematischen Gegenstand dieser Performance. Sie will illustrieren, nahe bringen, muss auf Erklärungen der komplexen Entwicklungen verzichten. Erwähnenswert scheint aber die Tatsache, dass Ruanda zu den am intensivsten missionierten afrikanischen Ländern gehörte und sich zwei Drittel der Bevölkerung zum Katholizismus bekennen.
Was sie nicht hinderte, einander wie Vieh abzuschlachten. Die Berichte der Dresdner Performance lassen schon den Appetit auf den Premierensekt vergehen, aber die tatsächlichen Gräuel übertrafen jedes Vorstellungsvermögen. Angestachelt wurden die Hutu unter anderem durch den Hetzsender RTLM, und dem Radio ist auch die zweite Rubrik gewidmet. Am Ende schneidet Ikkola schließlich wütend die aufgehängten plärrenden Kofferradios mit einer Machete ab. Zelebriert wird die Machete, alltägliches Ernte- und Arbeitsgerät, mit dem aber auch mehr als ein Drittel der Massaker verübt wurden. Der Fussball aus dem Knast spielt eine Rolle, eindringlicher noch das Primus-Bier, das die Mörder nach getaner "Arbeit" in Massen genossen. Die beiden Akteure steigern sich hier zu einem makabren Rausch im Slapstick-Stil.
Ein originaler UN-Blauhelm ist im Spiel. Seine Träger vermochten ebenso wenig gegen die Gräuel auszurichten wie die vergeblichen Botschaften von einem alten Fax-Gerät. Vorletztes Objekt ist eine Wellblechtafel, wichtiges Tauschmittel, da von den Einwohner nicht selber herzustellen. Brauchbar als Dach, Zaun, Hauswand oder - Sarg.
Mit dem Laptop schließlich schlägt Ikkola die Brücke in die Gegenwart, in unsere vermeintliche europäische Unerschütterlichkeit. Sind wir auf immer vor solchen Rückfällen ins Animalische gefeit? Wobei man Tieren Unrecht täte, denn mit solcher Lust und Perfektion töten nur Menschen. Nein, gerade das perfekte Räderwerk, der korrekte Maßnahmevollzug sei eine Voraussetzung für den Massenmord, heißt es. Man denkt an das "Bruder-Eichmann"-Syndrom in uns allen.
Es dauerte lange, bis nach einem erschütternden Abend Beifall aufkam, noch länger, ehe er wieder verebbte.
Michael Bartsch, Dresdner Neueste Nachrichten


28.04.2014

EL ZORRO QUE PERDIÒ LA MEMORIA en Bogotá

Nos pieza de teatro EL ZORRO QUE PERDIÒ LA MEMORIA de Martin Baltscheit 
es invitado a Colombia en Mayo 2014.


Esta divertida y tierna fábula para toda la familia está basada en el libro El zorro que perdió la memoria, de Martin Baltscheit, ganador del Premio de Literatura Infantil de Alemania 2011 en la categoría de libro infantil. 

La historia tiene como protagonista a un zorro que en su juventud era el héroe del bosque, ya que era más rápido que todos los perros y además era un experto espantando a las gallinas. Los zorritos lo adoraban ya que les enseñaba los mejores trucos. 

Cuando el zorro se vuelve viejo empieza a olvidar cosas y todos los animales del bosque se ríen de él, menos los zorritos que ahora le ayudan con los mismos trucos que él les enseñó.

Todos representaciones:
03./04.05.2014 - Teatro El Parque Bogotá 
07.05.2014 - Biblioteca Virgilio Barco Bogotá 
09./10.05.2014 - Teatro Mayor Bogotá 

actores - Sabine Köhler y Heiki Ikkola
música - Frieder Zimmermann
luz - Falk Dittrich

Muchas gracias - Goethe Instituto Bogotá!

Am 01.Mai 2014 starten wir nach Bogotá - die letzten Vorbereitungen laufen.
In der Nacht zuvor lassen wir noch einmal an der Elbe in Dresden das Feuer, wie jedes Jahr in der Walpurgisnacht. Dann verschwinden wir erstmal für zwei Wochen übern großen Teich und freuen uns, danach wieder mit etlichen Vorstellungen aufzuwarten.

20.04.2014

Im Societaetstheater Dresden: RUANDA-MEMORY

RUANDA-MEMORY. Eine Theaterproduktion von Cie. Freaks und Fremde



Die Geschichte um den Völkermord in Ruanda 1994 lässt uns nicht los. Sie führt uns zu führt uns zu grundsätzlichen Fragen menschlichen Zusammenlebens und Weltaneignung. Wir würden uns freuen, Sie zu einer unserer Vorstellungen zu treffen und mit uns all die Fragen zu teilen, denen wir begegnet sind. Eine Geschichte in neun Objekten. Am 25.04.2014 hatte unser Stück im Societaetstheater Dresden seine Premiere. Weitere Vorstellungen folgen:
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26./27.04.2014, 16./17.05.2014, 14.06.2014 jeweils um 20.00 Uhr
(Karten: office@freaksundfremde.de oder im Societaetstheater: 0351 - 803 68 10)

Am 16.05.2014 wird im Anschluss der mehrfach preisgekrönte und hoffnungmachende Film SWEET DREAMS von Lisa und Rob Fruchtman gezeigt! (Zusammenarbeit mit dem MOVE IT! Filmfestival)

TEAM:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Idee und Performance.
Tobias Herzz Hallbauer - Musik.
Bärbel Haage, Rita Hausmann - Mitarbeit Ausstattung.
Tanja Mette-Zimmermann - Mitarbeit Text, Dramaturgie.
Judith Hellmann - Produktionsmanagement.
Jean Sebastian Nass - Fotografie, Grafik.


Der Völkermord in Ruanda begann am 6. April 1994 und dauerte bis Mitte Juli 1994 an. Er kostete ca, 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben. In 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF), auch lassen sich Ereignisse nur im Zusammenhang mit der Kolonialgeschichte des Landes und der Außenpolitik der Industrienationen denken. Im Verlauf und im Nachgang der Ereignisse wurden die Vereinten Nationen und Staaten wie die USA,Großbritannien und Belgien wegen ihrer Untätigkeit kritisiert. Aus welchen Gründen erfolgte keine frühzeitige humanitäre Intervention und warum wurden die vor Ort stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen UNAMIR, bei Ausbruch der Gewalt nicht gestärkt, sondern verkleinert. Gegen Frankreich wurde der Vorwurf erhoben, sich durch die militärische Unterstützung der ruandischen Regierung an den Verbrechen beteiligt zu haben.

Der Völkermord in Ruanda erzeugte erhebliche regionale Probleme. Nachdem die RPF die Hutu-Machthaber vertrieben, damit den Völkermord beendet und eine neue Regierung gebildet hatte, flohen im Sommer 1994 hunderttausende Hutu in den Osten des Kongo. Unter den Flüchtlingen waren viele Täter, die anschließend zur Wiedereroberung Ruandas rüsteten. Die ruandische Armee nahm diese Aktivitäten mehrfach zum Anlass, um im westlichen Nachbarland Kongo zu intervenieren. Bis heute halten die Konflikte an.

Im April 2014 wird in Ruanda wie vor zwanzig Jahren die Regenzeit beginnen, als dort die lange erahnbare Katastrophe ausbrach. - Warum wollen wir unseren Blick wieder nach Ruanda richten, uns diese Gräuel ins Gedächtnis rufen? - Das ist schwer zu sagen. Seitdem wir von den Ereignissen gehört haben, lassen uns die Gedanken daran nicht los, verknüpfen sich mit den unausgesprochenen Abgründen unserer Großeltern aus der Zeit des Dritten Reiches. - Wir wollen daran erinnern, wie fragil unser menschliches Miteinander ist. Nach dem Holocaust schien es 1945 einhelliger Konsens: So etwas darf nie wieder geschehen. Aber das war Wunschdenken – und Ruanda ist nur ein Beispiel. Das Agieren des „Westens“ hat in diesem Geschehen eine erhebliche Rolle gespielt. Wir richten den Blick nach Ruanda und damit an all die anderen Orte, an denen Völker bewusst ausgelöscht werden sollten, ... WEIL WIR VERSTEHEN WOLLEN. Wie dünn ist das Eis? Wie schmal der Grat humanen Zusammenlebens?


Objekte als Zeugen und Geschichten-Träger

In unserem Projekt Ruanda-Memory setzt sich aus neun ausgewählten Objekten ein unvollständiges Puzzle um die Ereignisse 1994 zusammen. - Was als Memory-Spiel beginnt, verspinnt sich zu einer berührenden Geschichte von Menschen und Menschlichkeit.

Ein Radio, eine Machete, ein Faxgerät, ein Laptop, ein Identity-Card, ein Stück Wellblech, ein Fußball, ein Blauhelm und eine Flasche Primus-Bier werden zu Berichterstattern, zu Handlungsträgern und Zeugen. - Dahinter erscheinen Lebensgeschichten und Berichte, eine Geschichte aus Einzelteilen, biografischen Versatzstücken und offiziellen Verlautbarungen. Hinter den Objekten tauchen die Menschen auf, die diese Objekte produziert, manipuliert und eingesetzt haben. In dem Versuch, das "Nichtsagbare" auszudrücken, hinter die Kulissen zu sehen und Zusammenhänge zu erschließen, die zunächst einmal nicht offensichtlich erscheinen, werden Cie. Freaks und Fremde "die Dinge sprechen lassen". Viele Erzählungen von Überlebenden machen Auslassungen, in denen die Natur, die Leere und Gebäude zum Sprechen kommen. 

Auf der Soundebene wird Tobias Herzz Hallbauer eine Collage aus verschiedenen Elementen erzeugen. Er wird den Klang eines Landes reproduzieren. Der Musiker wird die Radiostation des "Hate-Radios" und seiner Protagonisten untersuchen, Musiktitel des Jahres 1994 werden zu hören sein und lassen damit auch die Frage aufkommen - was habe ich, was hast du im April 1994 getan? Der Diskurs wird zu einer Reise in das Ruanda von 1994 - nicht zuletzt zu der Frage, was eigentlich Menschlichkeit ist, und was sie so zerbrechlich macht.





Wir danken unseren Förderern:

Landeshauptstadt Dresden - Amt für Kultur und Denkmalschutz

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Societaetstheater Dresden

31.03.2014

Lab-Circus am 05.April 2014


Es gibt nur noch wenige Orte in Dresden, die seit einigen Jahren in Vergessenheit schlummern. 

Das Laboratorium im Industriegebiet zählt definitiv dazu! 

Nun erwacht die einstige Heimstatt von DEREVO zunächst für ein Wochenende wieder aus seinem seit über 10 Jahren währenden Dornröschenschlaf. 
Seid willkommen im einer Welt morbiden Charmes, voller Magie und Überraschungen. Neben einem musikalischen Feuerwerk erwartet Euch ein Programm aus Theater, Tanz und Feuerspektakel. -
Mit von der Partie sind die KURZ&LANG Dance Company mit ihrer Open Air Performance "LIKUIDE" und die Cie. Freaks und Fremde mit "FREAKSHOW - THE BEST IN TOWN"!!!!!!!!


5.April 2014 ab 21.00 Uhr
LAB / Meschwitzstrasse 15 / 01099 Dresden
Also Vorhang auf, Manege frei - das Fest kann beginnen!
Der Eintritt ist frei!


24.03.2014

Ziffer, Zelle, Zebrafisch wieder auf dem Spielplan

Foto: Klaus Gigga
  Max-Plack-Institut für molkulare Zellbiologie und Genetik
25. - 30.März 2014 
"Ziffer, Zelle, Zebrafisch"
  Koproduktion der Cie. Freaks und Fremde
mit dem tjg. theater junge generation Dresden
und dem Max-Plack-Institut für molkulare Zellbiologie und Genetik.

DAS TEAM
Performance - Sabine Köhler, Ivana Sajevic, Vineeth Surendranath 
Regie und Text - Heiki Ikkola / Assistenz - Max Reiniger
Musik - Daniel Williams / Video - Yvonne Brückner, Stephan Retzlaff
Bühne und Kostüme - Rita Hausmann
Dramaturgie - Ulrike Lessmann / Assistenz - Karin Herrmann


Computer, endlose Gefäße mit Versuchsfliegen, Aquarien mit Zebrafischen, die gentechnisch verändert sind, Kühlräume, Mikroskope – wollen wir als Theater-Compagnie an so einen Ort gehen, um Theater zu machen? Und warum? - - - Die erste Begegnung war faszinierend. Allein die Arbeitsatmosphäre ist inspirierend – Menschen aus 45 Ländern arbeiten an ganz ähnlichen Fragen, flache Hierarchien in Teams und Arbeitsgruppen, man arbeitet zeitlich so, wie es die Projekte verlangen – Arbeit und Leben sind faktisch kaum getrennt und bilden eine Einheit. Ganz neugierig geben sich die Forscher den Fragen hin, die sie sich ihnen stellen, Grundlagenforschung, vermeintlich ohne den Nutzeffekt bereits im Visier zu haben. Neue Antworten generieren immer neue Fragen. - Ist das nicht eine Arbeitsstruktur, die wir uns auch im Theater wünschen? - - - Also gehen wir mit dem Forscher auf Entdeckungsreise und haben an seinen Entdeckungen teil - Entdeckungen, die Antworten auf solche Fragen geben: Wie entsteht Leben? Wie wird aus einer einzelnen kleinen Zelle ein vollständiger Mensch? - Die Antworten, soviel wissen wir bereits, werden meist unvollständig bleiben, denn mit jeder neuen Erkenntnis tauchen neue und oft viel kompliziertere Fragen auf. Der Suchweg verzweigt sich. Welcher Spur, welcher Frage soll man weiter folgen? - - - Das ist doch auch im Theater so. Wir wählen einen Ausschnitt aus dem Leben und nehmen ihn unter die Lupe, und wenn es glücklich läuft, sind wir etwas schlauer – doch meist ist der „Vorhang zu, und alle Fragen offen.“ - - - Ist das dann also Scheitern, wenn der Wissenschaftler hinter einer Lösung wieder ein neues Rätsel freilegt? Ist es Scheitern, wenn ein Theaterstück statt Antworten Fragen und Ungewissheiten zurück lässt? - - - Schön ist auch, das Proben eines Theaterstückes grundsätzlich als ein Experiment zu verstehen: bevor man beginnt, kann man über dessen Ergebnis mutmaßen, man kann Dinge erwarten, ahnen - doch das Ergebnis eines Experiments lässt sich nicht sicher vorhersagen. Wie denn auch? Schließlich soll etwas Neues entdeckt werden. - - - 
Und manchmal kommen ganz andere Fragen auf: Warum fließt gerade in die Molekularbiologie und die Genforschung so viel Geld? Wie weit darf ein Forscher gehen? Wozu führen seine Erkenntnisse in der Praxis, in der Medizin, in der Industrie? Ich bin zerrissen, wenn ich mir diese Fragen stelle, aber vielleicht gehört auch das einfach dazu, wenn man in unserer Zeit lebt und sie befragt. - - - Wonach suchen wir überhaupt? Und warum? Warum sucht ein Forscher? Wie sucht er? Wann ist er an seinem Ziel angekommen? Gibt es das überhaupt?
Wir danken dem tjg. theater junge generation Dresden und dem MPI-CBG für diese spannende Zusammenarbeit!

Línks: 
Max Planck Gesellschaft 
Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG)