09.12.2016

10.Dezember / Letzte Nacht im Freaks und Fremde Special - Hommage an David Bowie



LOVING THE ALIEN
Eine Landung auf dem Planeten Erde mit Songs von David Bowie
 10.12.2016 um 20 Uhr / Societaetstheater Dresden
In der Person von David Bowie liegt ein verstörender Charme, der uns interessiert.
Man schaue sich einfach das Gesicht von Bowie an: Bleich, zwei Augen, die in verschiedenen Farben leuchten, Haare in Orangerot und Züge, die so scharf geschnitten wie weich sind, schön und fremd. – Ein Außerirdischer mit der Aura der Einsamkeit des Superstars.
Den dramaturgischen Faden durch das Stück bilden die Songs von David Bowie, in den Arrangements von Sønderling.
Ausgangspunkt für das neue Stück der Cie. Freaks und Fremde ist das Schaffen des Popkünstlers David Bowie, die Suche nach der bei ihm immer wieder auftauchenden Figur des „Alien“ und die irritierende Feststellung, sich mitten in der gewohnten Welt auf einem fremden Planeten zu befinden.
Der Alien, der Fremde, ist bei Bowie immer wieder eine zentrale Figur.
Wie nimmt ein Fremder, ein Außerirdischer unsere Welt wahr?
Ist es nicht manchmal sogar sehr hilfreich und erhellend, eine solche Perspektive selbst einzunehmen, um uns und unser Tun in der Welt besser zu verstehen?
Vor den Augen der Zuschauer entrollt sich ein Panorama von Abgründen, Hoffnungen, Lebensentwürfen. Zu Gast im eigenen Leben.
Die Darsteller in dieser Versuchsanordnung sind Forscher und Versuchskaninchen zugleich, Entertainer, Projektionsfläche und Spiegel. Dabei bedienen sie sich verschiedener Materialien, Puppen, Projektionen und ihrer eigenen Körper. Wir landen auf der Erde und schauen uns um – „believing the strangest things – loving the alien …“



Das Team:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Performance, Regie
Sønderling - Arrangements und Live-Musik
Nikolaus Woernle - Studio-Mixing und Mastering
Max Reiniger - Mitarbeit Regie
Suse Wächter, Ida Herrmann - Puppenbau
Peter Tirpitz - Bühnenbau
Marco Prill - Video
Josia Werth - Licht
Beate Oxenfahrt - Technische Einrichtung
Judith Hellmann - Produktionsleitung
Jean Sebastian Nass - Grafik, Fotos 

Die Inszenierung ist Teil einer mehrjährigen Kooperationsvereinbarung zwischen Cie. Freaks und Fremde und dem Societaetstheater Dresden.
Gefördert von Landeshauptstadt Dresden / Amt für Kultur und Denkmalschutz, Kulturstiftung Sachsen und Societaetstheater Dresden.


 
Presseschau:
Metaphorische Zeitreise zum Alien in uns
Freaks und Fremde mit einer Ode an David Bowie im Societaetstheater.

Von Andreas Hermann. Dresdner Neueste Nachrichten.
„Drei markante Gestalten lungern schweigend versonnen an einer schwarzen Bar. So trostlos wie sympathisch - und die optimale Ausgangslage für morgendlich abgefuckte Lebenssinnierende im abgeklärten Okzident. Es läuft leise Spacemusik im Langwellenmodus, der Wetterbericht wird nebenher in einzelnen Buchstaben gemorst.
So ist die Ausgangslage in einer musikalisch dominierten Zeitreise, die "Loving The Alien" heißt und als neunzigminütige Performance den Untertitel "Eine Landung auf dem Planeten Erde mit Songs von David Bowie" trägt. Sønderling alias Tobias Herzz Hallbauer stiftet die neuen Arrangements und die Live-Musik und liefert dabei die Grundlage für die Ode an seinen Helden.
Dass dies auch am Mikro kein Wagnis darstellt, bewies Hallbauer bereits bei einer Salomé  gewidmeten Landesbühnen-Schauspielproduktion im Mai. Nun, zur Bowie-Werkschau, die zeitlich rückwärts von "Bring me the Disco King" zu "Space Oddity", also von 2003 gen 1969 fließt, bieten die beiden Freaks-Köpfe Sabine Köhler und Heiki Ikkola, amtierende Kunstpreisträger Dresdens, die wie immer Regie und Performance verbinden, Ausflüge als Erkundungen von fremdem Terrain, wobei sie tendenziell absurde Sitten und Bräuche treffen oder bieten: Sie sind Menschenaffen, Tanzpuppen mit Plastikhaar, die in einer Zitaten- und Bewegungsschleife gefangen sind, oder Forscher mit weißen Schutzanzügen im Außeneinsatz, wobei jeder mit Staubsaugertorso rasch live und rund aufgepumpt wird. Dabei bieten sie Mimik, Dynamik und Komik, eine besondere Eleganz verströmt wie gewohnt ihr Puppenspiel.
Wer ihre "Songs For Bulgakow" gesehen hat, wird überrascht sein, denn "Loving The Alien" ist eine völlig andere Art, bei der vor allem die Präzision verblüfft. Einerseits bei dem steten schnellen und lautlosen Umzug plus Bühnenumbau im Dunkeln, andererseits bei vielen sprudelnden Szeneneinfällen. Dazu hat Bühnenbildner Peter Tirpitz drei schwarze rollbare Regale gebaut, die mit ihrer schwarzen Rückseite nicht nur als Baradaption, sondern auch als Tafel oder Mauer dienen, die Sønderling einmal statt Gesang hektisch mit Kreidetext bemalt oder auf der sich wundernde Primaten als liebenswerte Aliens tummeln. Auf der anderen Seite - wohlsortiert und gut beleuchtet - viele Utensilien, die immer wieder eingeflochten werden. Darunter eine Horde Aufziehspielzeuge, die auf dem Spieltisch kaum zu bändigen sind, aber ständiger Nachjustierung bedürfen.
Lang erwartet, aber natürlich erst zum Schluss kommt Major Tom ins Spiel - in Form von "Space Oddity", von Hallbauer im Duett mit sich selbst eingespielt.wie gesungen und von den beiden Spielern als schwebender David-Puppenflug vor einem Video symbolisiert. Allein dieser Abschiedssong und das Schlussbild inklusive der damit erzeugten Stimmung, die in eine Zeit führt, als man noch Hoffnung und echt vernunftbegabtes Leben in unserem Sonnensystem hatte und sich per Photonenkraft schnell zu ferneren Sternen sehnte, lohnen das Kommen. Dem Trio gelingt zudem eine wunderbar melancholische Schlusspointe.
Nach "Ruanda-Memory", "West-Östlicher Diwan # reloaded", "Good Bye, Eden" und "Songs For Bulgakow" wird das Societaetstheater nun mit einer fünften , wiederum im Sujet und Ausrichtung völlig anderen Produktion für die Idee belohnt, die dynamische Doppelkopf-Compagnie längerfristig ans Haus zu binden. Trotz der technischen Finessen allen gemeinsam ist die Liebe zum körperlich-ehrlichen Theater, das sich dabei nicht in Privatheit oder andere Trivialitäten flüchtet, sondern dem Betrachter immer offensiv auch die Schnittstelle zur gesellschaftlichen Relevanz liefert.“
Legenden vom Ende der Zeit
SAX Stadtmagazin, Dezember 2015


„[...] die Freaks meiden Beliebigkeit wie Klamauk und bieten immer ein körperlich-ehrliches, oft nachdenkliches, manchmal verstörendes Bühnenerlebnis, bei dem Zuschauen und -hören generell Freude macht. Und sie taugen dank packender Musik und unendlichem szenischem Ideenreichtum gut als Theater-Einstiegsdroge für junge Menschen.
Das war bei »Songs.für Bulgakow« so, dass ist nun bei »Loving the Alien« nicht anders. Dazu haben sie sich einen sehr musikalischen Sonderling auf die Bühne geholt [...] ein überbordendes Spiel aus Tanz, Mimik, Text und Gesang [...] mit Eleganz beim Puppenspiel. Eine metaphorisch aufgeladene Performance als Bilderrausch - aber ganz anders als die Bulgakow-Show.“
 

 Flucht in den Weltraum
Dresdens Kunstpreisträger zelebrieren mit „Loving the Alien“ eine Hommage an den Popstar David Bowie. - 24.11.2015 Sächsische Zeitung
 „Ein Bildkonzert, so kann man das nennen, was der Musiker Sønderling und die Dresdner Theatercompany Freaks und Fremde im Societaetstheater auf die Bühne stellen. [...] Sønderling, das ist der Dresdner Musiker Tobias Herzz Hallbauer, der seine Zuneigung zu David Bowie schon mehrfach auf der Bühne auslebte. Sein Einmann-Elektroorchester schafft einen Klangteppich, aus dem er Lieblingsstücke von Bowie aufsteigen lässt. [...] Die Company Freaks und Fremde wurde im Mai mit dem Dresdner Kunstpreis bedacht. Das ließ aufhorchen, weil diese Ehrung bisher eher für gesetzte, etablierte Künstler als für solche aus der Szene infrage kam. Belohnt wurde damit auch das Streben nach inhaltlicher Relevanz, das die beiden bei aller Verspieltheit in ihren Projekten an den Tag legen. Dabei ist Heikki Ikkola nicht nur Performer, sondern auch künstlerischer Leiter des Schaubudensommers. „Loving the Alien“ hat viel vom Charme der Budendarbietungen, ein Angebot an die Sinne, ein surreales Wechselspiel der Szenen, aber auch eine Fluchtchance aus dem alltäglichen Diskurs.“


Planet der Affen – für Cie. Freaks und Fremde ist »Loving the Alien« ein Kinderspiel
21. November 2015 DRESDNER Kulturmagazin

„Schon die Begrüßung fällt befremdlich aus: Sabine Köhler, Heiki Ikkola und Tobias Herzz Hallbauer alias Sønderling lümmeln an einem Tresen, dem Publikum die kalte Schulter oder besser den Rücken zugewandt. Edward Hoppers »Nighthawks« winken da mal kurz rüber. Da kann gleich ohne großes Vorgeplänkel in die Vollen gegangen werden. Sønderling klemmt seine androgyne Gestalt mit dem blonden Igel und den dunkel geschminkten Lippen hinters Mischpult und gibt für den Rest des Abends den Ton an. Seine Arrangements von Songs David Bowies tragen, Gott sei es gedankt, tatsächlich eigene Handschrift. Auch gesanglich versucht er nicht, Bowie zu imitieren. Wozu auch? Ebenso eigenwillig fällt die Performance von Sabine Köhler und Heiki Ikkola aus. Es wäre vielleicht ein Leichtes gewesen, Bowies Texte einfach zu bebildern. Aber Freaks und Fremde haben eine eigene Meinung. Und mit der landen sie in ihrer neuen Arbeit eben auf der Erde und versuchen den Blick von außen. [...] Der Zuschauer betrachtet dieses Betrachten und betrachtet Werden und betrachtet die Sache selbst. Die liegt zwar bekanntlich im Auge des Betrachters, aber so betrachtet kommt niemand umhin, das Fremde als fremd einfach anzunehmen. Tut man das, geschieht im nächsten Schritt nämlich automatisch etwas ganz Besonderes.“


08.12.2016

Konzert!!! - Daniel Williams / Frieder Zimmermann / Vladimir Vaclavek / Sønderling / 09.12.2016 im Societaetstheater

Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung!
Was wäre ein Freaks-und-Fremde-Special ohne die wunderbaren Musiker, mit denen wir die Freude haben, seit zehn Jahren in erfreulichem Austausch zusammenzuarbeiten. Dabei übernehmen sie nicht selten auch noch ganz andere Aufgaben, die da reichen von Koch, Regisseur, Kraftfahrer und Zweifler über Impuls- Ratgeber bis hin zum Seelentröster.

Am 09.Dezember 2016 gehört die Bühne nun ganz diesen wunderbaren Musikern!
"Sounds of Freaks" um 20.00 Uhr im Foyer des Societaetstheaters!
Im Konzert:
Dr. DANIEL WILLIAMS

FRIEDER ZIMMERMANN / VLADIMIR VACLAVEK

TOBIAS HERZZ HALLBAUER (alias Sønderling)

Also, Freitag, 09.12.2016 um 20.00 Uhr / Societaetstheater /
Eintritt: 5,00 €
(Vorbestellen lohnt sich, denn der Platz ist begrenzt!)

 

07.12.2016

Gold, Macht, Weltenwandel / Cie. Freaks und Fremde auf der Suche nach ELDORADO 08.12.2016

Cie. Freaks und Fremde unternahm zusammen mit der JuWie Dance Company eine dreimonatige Theaterexpedition nach Kolumbien, dem Ursprungsort des Eldorado-Mythos. Sie machten sich auf die Suche nach verlorenen Paradiesen, im Gepäck die „Traurigen Tropen" von Claude Levi-Strauss und „Die offenen Wunden Lateinamerikas".
In ihrem neuen Stück stellt die Compagnie Freaks und Fremde keine geringere Frage als diese „Wie wollen wir leben? Welchem Eldorado streben wir entgegen und welchen Preis sind wir bereit zu zahlen?"

08. Dezember 2016 um 20.00 Uhr
Societaetstheater Dresden

 
Das Gold und das Silber Amerikas waren die Schlüssel, die in der Renaissance die Tore des Paradieses und die Pforten der Märkte Europas öffneten. Gefahrenumwobene Gebiete voll dichten Urwalds stachelten die Sehnsucht und die Gier der Konquistadoren an. Der Mythos vom Eldorado als Herrscher des Geldes entstand. Von Gold waren die Straßen und Häuser seines Reiches. Ein Paradies auf Erden, eine Blendung, die dem Betrachter gleißend das tatsächlich Wunderbare verbarg.




Die Lagune von Guatavita war der heilige See der Muisca-Indiander. Um diese Lagune rankt sich der Mythos von Eldorado, dem sagenhaften Goldland. Der Muisca-König wurde hier gekrönt und von seinem Volk als neuer Herrscher verehrt. Er opferte Goldgefäße, die an den Grund der Lagune sanken. Die Spanier hörten von diesen Sagen, oder haben sie sie selbst erdichtet? Mit Äxten und Picken schlugen sie einen riesigen Keil in die Landschaft, um den See zu entwässern, hunderte Indianer starben bei dieser Arbeit - das Gold fanden sie nicht. Eldorado, das Goldland, wurde von nun an an immer neuen Orten in Südamerika gesucht ... Eine endlose Geschichte nahm ihren Lauf, das Gold wechselte seine Farbe und Beschaffenheit - Silber, Zucker, Kautschuk, Kaffee, Kohle, Öl ... Eine Geschichte, die weit in unsere Zeit und unser Leben hineinreicht ...
 


Diese Produktion entstand im Rahmen eines mehrjährigen Residenzprogramms, das die Cie. Freaks und Fremde mit dem Societaetstheater Dresden verbindet, sie wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden und der Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.



Pressestimmen:
» Gier plus Inquisition haben nicht nur tiefe Spuren hinterlassen, sondern letztlich ganze Kulturen weitestgehend domestiziert – ein bleibendes Trauma in ganz Lateinamerika. Das prangert der Abend schwungvoll leichtfüßig, aber tiefschürfend an, ohne je belehrend zu wirken. « (Dresdner Neueste Nachrichten)

» Der Mensch steht immer im Mittelpunkt, klein, hilflos voller Fehler. Aber er ist immer in der Lage, das Leben zu zelebrieren […] Das hilft, für den Moment wenigstens. So gesehen sind Freaks und Fremde wunderbare Trostspender. « (DRESDNER)

» Freaks und Fremde, im vorigen Jahr ausgezeichnet mit dem honorigen Dresdner Kunstpreis, gehören zu den anspruchsvollsten Darstellern der überschaubaren Freien Szene in der Stadt. Sie lieben es, die Ausdrucksmittel zu mischen, Szenen mit Schauspiel, Puppentheater, Tanz revuehaft aneinanderzureihen. « (SZ)

https://vimeo.com/184981047
TRAILER

06.12.2016

Wer war Michail Bulgakow? Songs For Bulgakow - 07.12.2016 im Societaetstheater Dresden



SONGS FOR BULGAKOW
Ein Theaterspektakel für Michail Bulgakow
Cie. Freaks und Fremde / JuWie Dance Company / Vladimir Vaclavek

07.12.2016 um 20.00 Uhr
Societaetstheater Dresden
  
Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! Kurz vor Jahresschluss lassen wir noch einmal einen wichtigen Teil unseres Repertoires im Societaetstheater für Sie passieren. Andernorts frönt man der Weihnachtsstimmung, die Räume werden kleiner und gemütlicher. Wir wollen noch einmal die Kunst und das Leben feiern und reißen die Tore weit auf - uns ziehSüdamerika, Russland und in den Weltraum.
Am Mittwoch / 07.Dezember / laden wir mit "Songs For Bulgakow" zu einer Hommage an einen der größten russischen Schriftsteller ein. 
Zu Lebzeiten erlebte er die Veröffentlichung vieler seiner Werke nicht. Sein Schriftstellerleben fällt in die dramatische Umbruchzeit zu Zeiten der Oktoberrevolution, der Bürgerkriege, der Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) und der Stalin-Diktatur.
Er war kein Gegner der kommunistischen Idee, jedoch war er eben ganz anders sozialisiert und ihm war es unmöglich, sich dem System kritiklos anzudienen. Er nahm das kommunistische Projekt sehr ernst, und er war entsetzt über all die neuen Wendehälse und Betonköpfe seiner Zeit. Seine Feder konnte nicht anders als spitz satirisch in den Nerv jener Zeit hineinzustechen. An Stalin schrieb er: "In der UdSSR war ich der einzige literarische Wolf. Man hat mir geraten, mein Fell rosa zu färben. Aber ein Wolf wird niemals wie ein Pudel aussehen."
Die Verbote und Einschränkungen zermürbten ihn und machten ihn krank - und dennoch brachte diese Zeit den wohl besten russischen Roman des 20.Jahrhunderts hervor: "Der Meister und Margarita".
Ein Projekt über Bulgakow und das Wirken in seiner Gesellschaft, ist auch eine Positionsbestimmung als Künstler in unserer Zeit. Wie weit gehen wir, wie konsequent sind wir, und wem dienen wir uns an?


Michail Bulgakow wurde 1891 als Sohn von Afanassi Iwanowitsch Bulgakow, einem Dozenten der Kiewer Geistlichen Akademie, und dessen Frau Warwara Michajlowna (geborene Pokrowskaja) geboren. 1916 erhielt er das Diplom eines Arztes und trat eine Stelle auf dem Land im Gebiet Smolensk an, bevor er in dem Ort Wjasma praktizierte. 1913 heiratete er Tatjana Nikolajewna Lappa (russisch Татьяна Николаевна Лаппа).
Zur Zeit des Russischen Bürgerkrieges wurde Bulgakow im Februar 1919 als Arzt in die Ukrainische Republikanische Armee einberufen. Er desertierte nach kurzer Zeit und schaffte es, in derselben Funktion in der Roten Armee unterzukommen. Schließlich landete Bulgakow bei den südrussischen Weißen Garden. Eine gewisse Zeit verbrachte er bei den Kosaken in Tschetschenien, später verschlug es ihn nach Wladikawkas.


Ende Oktober 1921 zog Bulgakow nach Moskau und begann, für eine Reihe von Zeitungen (Sirene, Arbeiter) sowie Zeitschriften (Der Medizinische Arbeiter, RusslandWiedergeburt) zu arbeiten. In dieser Zeit publizierte er vereinzelte Prosastücke in der in Berlin erscheinenden Exilantenzeitung Am Vortag. Zwischen 1922 und 1926 druckte die Sirene mehr als 120 seiner Reportagen, Essays und Kolumnen.
Bulgakow trat 1923 dem Allrussischen Schriftstellerverband bei.
1924 traf er Ljubow Jewgenjewna Beloserskaja (russisch Любовь Евгеньевна Белозёрская), die er im Jahr darauf heiratete. 1928 bereiste das Paar den Kaukasus und besuchte die Städte Tiflis, Batumi, Wladikawkas und Gudermes. In Moskau fand im selben Jahr die Premiere von Багровый остров (Blutrote Insel) statt. Der Autor entwickelte in dieser Zeit die ersten Ideen zu Der Meister und Margarita und begann die Arbeit an einem Stück über Molière mit dem Titel Кабала святош (Sklaverei der Frömmler). 1929 begegnete er Jelena Sergejewna Schilowskaja, die 1932 seine dritte Frau wurde.
Ab 1930 wurden die Werke Bulgakows nicht mehr veröffentlicht, seine Stücke (darunter: Бег, Зойкина квартира, Багровый остров, und das Spektakel Дни Турбиных) verschwanden von den Spielplänen der Theater. In Briefen an seinen in Paris lebenden Bruder Nikolai beklagte sich Bulgakow über die für ihn undankbare Situation und seine beschwerliche materielle Lage. Zur selben Zeit wandte er sich auch an die politische Führung der UdSSR mit der Bitte, ihm entweder die Emigration zu ermöglichen oder eine Arbeit als Regie-Assistent am МХАТ (Московский художественный театр им. Чехова) zu verschaffen. Stalin persönlich rief Bulgakow an und versprach Hilfe. Der Autor arbeitete 1930 zunächst im Zentraltheater der werktätigen Jugend TRAM, dann bis 1936 im MXAT in der Funktion eines Regie-Assistenten. 1932 war er an der Inszenierung von Gogols Die toten Seelen beteiligt. Ab 1936 fand er sich im Bolschoi-Theater als Librettist und Übersetzer wieder.


1936 fand die Premiere von Molière statt. 1937 arbeitete er an Libretti für Минин и Пожарский und Пётр I.
Bulgakow arbeitete 1939 an dem Libretto Рашель und an einem Stück über Stalin (Batum). Entgegen der Erwartung des Autors wurden Veröffentlichung und Aufführung verboten. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Die Ärzte diagnostizierten Nephrosklerose verursacht durch eine arterielle Hypertonie (Bluthochdruck). Er begann, seiner Frau Jelena Sergejewna die letzten Varianten seines Romans Der Meister und Margarita zu diktieren.
Ab Februar 1940 hielten Freunde und Verwandte Wache am Krankenbett. Am 10. März starb Bulgakow. Einen Tag darauf hielt der Schriftstellerverband der UdSSR eine private Totenmesse ab. Zuvor nahm der Bildhauer S. D. Merkurow vom Antlitz des Verstorbenen die Totenmaske ab. Der Asteroid (3469) Bulgakov ist nach ihm benannt. Auf dem Kiewer Andreassteig, seiner Geburtsstraße, ist ihm ein Museum gewidmet.


Bulgakows groteske Darstellungen des Alltagslebens in der jungen Sowjetunion haben oftmals fantastische oder absurde Züge – in der russischsprachigen Literatur seit Gogol eine typische Art, Gesellschaftskritik zu üben. Hundeherz entstand bereits 1925, wurde in der Sowjetunion jedoch erst 1987 publiziert.
Das bekannteste Werk Bulgakows ist Der Meister und Margarita, eine satirisch-groteske Aufnahme des Faustmotivs, eine Reise durch die Zeiten. Das Werk erschien gedruckt erstmals 1966/67 in Fortsetzungen in der Literaturzeitschrift Moskwa, fast 30 Jahre nach dem Tod des Autors, in gekürzter Fassung. Die ungekürzte Version erschien in Buchform erstmals 1973. Kurz nach der sowjetischen Erstveröffentlichung wurde der Roman 1968 in der deutschen Übersetzung von Thomas Reschke veröffentlicht. Einige Kritiker halten das Buch für den besten russischen Roman des 20. Jahrhunderts.

Kommen Sie, treten Sie ein in die Zeitmaschine, die Sie ins Moskau der zwanziger Jahre bringt, auf die Bühne Moliere's am Hofe des Sonnenkönigs, bis zu Pontius Pilatus, der seinem Kopfschmerz erliegt - und wenn's zum Teufel auf die Hörner ginge!!!
" Pleased to meet you!"

https://vimeo.com/121583693

14.11.2016

FREAKS UND FREMDE special im Dezember!!!


07. - 10.Dezember 2016 - FREAKS UND FREMDE special zum Jahresende im Societaetstheater Dresden!


Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu - es begann mit einer fulminaten Feier von David Bowie's Album "Black Star" zu seinem 69.Geburtstag, an dem wir unser Stück "LOVING THE ALIEN" als Ständchen brachten. Wir zogen drei Monate durch Kolumbien - eine Expedition, an deren vorläufigem Ende unsere neueste Produktion "ELDORADO" steht. Wir feierten unseren 10.Geburtstag mit "SONGS FOR BULGAKOW", die in diesem Jahr auch in der Schweiz zu Gast waren. Wir hatten eine herrliche Zeit im Theaterzelt im Alaunpark Dresden und nahmen Abschied von unserem geliebten Domizil LAB 15.

Wir laden Euch und Sie herzlich ein, das verrückte Jahr mit uns und unseren Stücken noch einmal Revue passieren zu lassen - Freaks und Fremde special!

07.Dez. 2016 um 20.00 Uhr
SONGS FOR BULGAKOW.
Look: https://vimeo.com/121583693

08.Dez. 2016 um 20.00 Uhr
ELDORADO.
Look: https://vimeo.com/184981047 

09.Dez. 2016 um 20.00 Uhr
SOUNDS OF FREAKS
Die Freaks-und-Fremde-Musiker Daniel Williams, Frieder Zimmermann, Vladimir Vaclavek und Tobias Herzz Hallbauer im Konzert!
Listen:  
https://soundcloud.com/vintage909-ghostradio
https://soundcloud.com/friederzimmermann
https://soundcloud.com/vladim-r-v-clavek
https://soundcloud.com/soenderling

10.Dez. 2016 um 20.00 Uhr
LOVING THE ALIEN. 
Look: https://vimeo.com/148996709 

Detaillierte Informationen in Kürze! - ´Tickets direkt im Societaetstheater -  oder unter heiki.ikkola@freaksundfremde!!!

13.11.2016

2017 im Societaetstheater: Jeden Monat FREAKSTADT!


Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! 

Was ist der Schnee von gestern gegen die herrlich bizarren Klänge einer noch zu komponierenden Zukunftsmusik!?
2017 wird das Jahr der FREAKSTADT!
Soeben haben wir gemeinsam mit der Leitung des Societaetstheaters beschlossen, dass Cie. Freaks und Fremde mit der Wiedereröffnung des sanierten Societaetstheaters Dresden ab April 2017 dort ein monatliches Format gestalten wird, in dem wir unsere Produktionen zeigen, gemeinsam mit künstlerischen Gästen und Zuschauern experimentieren, forschen und Grenzen zerdehnen, Texte neu entdecken, dem Societaetstheater eine bisher ungewohnte Note hinzuwürzen. - Theater, Musik, Diskurs, Unterhaltung und Überforderung vier Tage am Stück - jeden Monat neu.

Unter dem Motto ANKUNFT IM PARADIES läßt die FREAKSTADT vom 27. bis 30.April 2017 zum ersten Mal ihre Zugbrücken herunter und lädt zum TheaterDiskursRummel mit wunderbaren Künstlern und Künstlerinnen.

Schon jetzt auf den Frühling freuen! Wir freuen uns auf unser Publikum! Neuigkeiten aus der FREAKSTADT gibt es stets auf unserem Blog! So, save the date and stay tuned!


Hören Sie rein - "Freakstadt" von Sønderling - die Hymne zur Reihe!

10.11.2016

Bowie is back in Dresden!

12./13. November 2016 um 20.00 Uhr / Societaetstheater Dresden
LOVING THE ALIEN. 
Eine Landung auf dem Planeten Erde mit Songs von David Bowie.


Sønderling / Köhler / Ikkola / Werth

Man schaue sich einfach das Gesicht von Bowie an: Bleich, zwei Augen, die in verschiedenen Farben leuchten, Haare in Orangerot und Züge, die so scharf geschnitten wie weich sind, schön und fremd. – Ein Außerirdischer mit der Aura der Einsamkeit des Superstars. Ausgangspunkt für das neue Stück der Cie. Freaks und Fremde ist das Schaffen des Popkünstlers David Bowie, die Suche nach der bei ihm immer wieder auftauchenden Figur des „Alien“ und die irritierende Feststellung, sich mitten in der gewohnten Welt auf einem fremden Planeten zu befinden.
Der Alien, der Fremde - wie nimmt ein Fremder, ein Außerirdischer unsere Welt wahr?
Die Darsteller in dieser Versuchsanordnung sind Forscher und Versuchskaninchen zugleich, Entertainer, Projektionsfläche und Spiegel. Dabei bedienen sie sich verschiedener Materialien, Puppen, Projektionen und ihrer eigenen Körper. Wir landen auf der Erde und schauen uns um – „believing the strangest things – loving the alien …“


 
[...] die Freaks meiden Beliebigkeit wie Klamauk und bieten immer ein körperlich-ehrliches, oft nachdenkliches, manchmal verstörendes Bühnenerlebnis, bei dem Zuschauen und -hören generell Freude macht. Und sie taugen dank packender Musik und unendlichem szenischem Ideenreichtum gut als Theater-Einstiegsdroge für junge Menschen. Das war bei »Songs.für Bulgakow« so, das ist nun bei »Loving the Alien« nicht anders. Dazu haben sie sich einen sehr musikalischen Sonderling auf die Bühne geholt [...] ein überbordendes Spiel aus Tanz, Mimik, Text und Gesang [...] mit Eleganz beim Puppenspiel. Eine metaphorisch aufgeladene Performance als Bilderrausch. (SAX Stadtmagazin)

Karten buchen auf: www.societaetstheater.de 
 

08.11.2016

RUANDA-MEMORY - heute Abend zum letzten Mal im Societaetstheater!


„Ruanda-Memory. Eine Geschichte in neun Objekten.“
Ein Theaterprojekt der Cie. Freaks und Fremde. 

10.November 2016 um 20.00 Uhr
Societaetstheater Dresden 

Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! 
Vom 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen. Sie brannten in Deutschland. Sie brannten in Österreich. Sie brannten in der Tschechoslowakei. Organisierte Schlägertrupps setzten jüdische Geschäfte und Gotteshäuser in Brand. Tausende Juden wurden misshandelt, verhaftet oder getötet. Spätestens an diesem Tag konnte jeder in Deutschland sehen, dass Antisemitismus und Rassismus bis hin zum Mord staatsoffiziell geworden waren. Diese Nacht war das offizielle Signal zum größten Völkermord in der Geschichte der Menschheit. - "Nie wieder!", hieß es nach dem Weltkrieg. Nie wieder? Nie wieder wegsehen? -
Am 09. und 10.November 2016 zeigen wir im Societaetstheater Dresden wieder "RUANDA-MEMORY. Eine Geschichte in neun Objekten" - der unmögliche Versuch, ein Theaterstück über einen Völkermord zu machen. 
 

Eine der wichtigsten Inszenierungen der Cie. Freaks und Fremde, zum letzten Mal im Dresdner Societaetstheater. Auch wenn die Inszenierung weiter im Repertoire der Compagnie bleibt, sollte sich das Dresdner Publikum die Chance nicht entgehen lassen, die letzten Vorstellungen im Societaetstheater zu besuchen. / Tickets: Hier!


TEAM:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Idee und Performance.
Tobias Herzz Hallbauer - Musik.
Rita Hausmann - Bühne.
Bärbel Haage - Puppe.
Tanja Mette-Zimmermann - Mitarbeit Text, Dramaturgie.
Judith Hellmann - Produktionsmanagement.
Jean Sebastian Nass - Fotografie, Grafik.
Licht - Beate Oxenfahrt.

Eine Produktion von Cie. Freaks und Fremde.
Gefördert durch die Kulturstiftung Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden und das Societaetstheater Dresden.

"Wer nicht mit seinem Vater spricht, weiß nicht, was sein Großvater sagte …"

Als Völkermord in Ruanda werden unzählige Gewalttaten in Ruanda bezeichnet, die am 6. April 1994 begannen und bis Mitte Juli 1994 andauerten. Sie kosteten zirka 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben. In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF).
Im Verlauf und im Nachgang der Ereignisse wurden die Vereinten Nationen und Staaten wie die USA, Großbritannien und Belgien wegen ihrer Untätigkeit kritisiert. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, aus welchen Gründen eine frühzeitige humanitäre Intervention nicht erfolgte, beziehungsweise warum die vor Ort stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen, die United Nations Assistance Mission for Rwanda (UNAMIR), bei Ausbruch der Gewalt nicht gestärkt, sondern verkleinert wurden. Gegen Frankreich wurde überdies der Vorwurf erhoben, sich durch die militärische Unterstützung der ruandischen Regierung an den Verbrechen beteiligt zu haben.

Zwanzig Jahre danach. Im April 2014 wird in Ruanda wie vor zwanzig Jahren die Regenzeit beginnen, als dort die lange erahnbare Katastrophe ausbrach, eine Million Menschen wurden in hundert Tagen hingeschlachtet.
Warum wollen wir unseren Blick nun wieder nach Ruanda richten, uns diese Gräuel ins Gedächtnis rufen? – Ein Theaterstück über einen  Völkermord. Wir wollen daran erinnern und erlebbar machen, wie fragil unser menschliches Miteinander ist. Nach dem Holocaust schien es einhelliger Konsens: So etwas darf nie wieder geschehen. Aber das war Wunschdenken – und Ruanda ist nur ein Beispiel. Das Agieren des „Westens“ hat in diesem Geschehen eine erhebliche Rolle gespielt. Wir richten den Blick nach Ruanda und damit an all die anderen Orte, an denen Völker bewusst ausgelöscht werden sollten, weil wir  verstehen wollen. Wie dünn ist das Eis? Wie schmal der Grat humanen Zusammenlebens? Aber was genau können wir erzählen, darstellen, wo anfangen?

Eine Geschichte in 9 Objekten.
Wir haben etliche Berichte und Interviews gesehen und gelesen, in denen uns Menschen begegnet sind, die ihre Familien verloren haben, die selber wochenlang in den Sümpfen hockten oder die nun im Gefängnis sitzen, weil sie zu den zehntausenden gehören, die ihre Nachbarn massakriert haben. Wir haben die Berichte von UNO-Soldaten gesehen, die Erklärungen von Politikern gehört. Aber am Ende fragen wir uns: Wollen und können wir wirklich einen dieser Menschen darstellen, spielen? Wie werden wir unserer Situation als Suchende und Untersuchende am besten gerecht? Aus den vielen Berichten und Erzählungen stachen am Ende eine Reihe markanter Objekte heraus,  die von sich aus viel über die Geschehnisse von 1994 erzählen. Also suchten wir weiter nach Objekten und entschieden uns letztlich, die Geschichte von Ruanda 1994 in neun Objekten zu erzählen, zu untersuchen. In unserem Projekt Ruanda-Memory setzt sich aus neun ausgewählten Objekten ein unvollständiges Puzzle zusammen. - Was als Memory-Spiel beginnt, verspinnt sich zu einer berührenden Geschichte von Menschen und Menschlichkeit.

Ein Radio, eine Machete, ein Faxgerät, mein Laptop, eine Identity-Card, ein Stück Wellblech, ein Fußball, ein Blauhelm und eine Flasche Primus-Bier werden zu Berichterstattern, zu Handlungsträgern und Zeugen. - Dahinter erscheinen Lebensgeschichten und Berichte, eine Geschichte aus Einzelteilen, biografischen Versatzstücken und offiziellen Verlautbarungen. Hinter den Objekten tauchen die Menschen auf, die diese Objekte produziert, manipuliert und eingesetzt haben. In dem Versuch, das "Nichtsagbare" auszudrücken, hinter die Kulissen zu sehen und Zusammenhänge zu erschließen, die zunächst einmal nicht offensichtlich erscheinen, lassen wir "die Dinge sprechen". Viele Erzählungen von Überlebenden machen Auslassungen, in denen die Natur, die Leere und Gebäude zum Sprechen kommen. 

Auf der Soundebene erzeugt Tobias Herzz Hallbauer eine Collage aus verschiedenen Elementen. Er reproduziert den Klang eines Landes. Der Musiker untersucht die Radiostation des "Hate-Radios" und seiner Protagonisten, Musiktitel des Jahres 1994 sind zu hören und lassen damit auch die Frage aufkommen - was habe ich, was hast du im April 1994 getan?


"RUANDA-MEMORY. A story in nine objects."
Cie. Freaks und Fremde 's theatre project about the genocide in Rwanda 1994, asking questions about how are we and our life are connected with human catastrophes all over the world like this.