16.01.2017

2017 im Societaetstheater: Jeden Monat FREAKSTADT! - Und andere erfreuliche Neuigkeiten!


Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! 

Was ist der Schnee von gestern gegen die herrlich bizarren Klänge einer noch zu komponierenden Zukunftsmusik!?
Ab April 2017 erbauen wir monatlich einmal im Dresdner Societaetstheater die FREAKSTADT!
Wir haben mit der Leitung des Societaetstheaters beschlossen, dass Cie. Freaks und Fremde nach der Wiedereröffnung des sanierten Societaetstheaters Dresden ab April 2017 dort ein monatliches Format gestalten wird, in dem wir unsere Produktionen zeigen, gemeinsam mit künstlerischen Gästen und Zuschauern experimentieren, forschen und Grenzen zerdehnen, Texte neu entdecken, dem Societaetstheater eine bisher ungeahnte Note hinzuwürzen. - Theater, Musik, Diskurs, Unterhaltung und Überforderung vier Tage am Stück - jeden Monat neu.

Unter dem Motto ANKUNFT IM PARADIES läßt die FREAKSTADT N°1 vom 27. bis 30.April 2017 ihre Zugbrücken herunter und lädt zum TheaterDiskursRummel mit wunderbaren Künstlern und Künstlerinnen.
Mit dabei sein werden im April: 
Ahsan Nadeem Sheikh, Ariella Hirshfeld, Daniel Williams, Heiki Ikkola, John Moran, Josia Werth, Jule Oeft, Momo Ekissi,  Sabine Köhler, Tobias Herzz Hallbauer - und als besondere Gäste das Team von "Karaoke mit Gott" um die wunderbare Puppenspielerin Suse Wächter!

Freakstadt N°2 dann unter dem Thema Heimat, Erinnern mit Ahsan Nadeem Sheikh, Frieder Zimmermann, Yamile Navarro, Daniel Williams, Sabine Köhler und Heiki Ikkola / und special guests BOBO & HERZFELD! 18.-21.05.2017.

Schon jetzt auf den Frühling freuen! Wir freuen uns auf unser Publikum! Neuigkeiten aus der FREAKSTADT gibt es stets auf unserem Blog! So, save the date and stay tuned!


Hören Sie rein - "Freakstadt" von Sønderling - die Hymne zur Reihe! 

Zudem gibt es weitere erfreuliche Neuigkeiten -
die Cie. Freaks und Fremde erhält ab 2017 von der Landeshauptstadt Dresden eine institutionelle Förderung. 
Das neue Projekt "Dracula" wird zudem von Stadt und Land gefördert! 

10.01.2017

Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor. Auf Tour in der Schweiz.

DIE GESCHICHTE VOM FUCHS, DER DEN VERSTAND VERLOR
Ein Theaterstück nach dem Buch von Martin Baltscheit über das Altwerden, das Vergessen, über gelebtes Leben und das, was bleibt.
Eine Koproduktion von Cie. Freaks und Fremde
mit dem Comedia Theater Köln.


15./16.Januar 2017
Theater Fabriggli Buchs (CH)   
 
Das Projekt:
Es war einmal ein Fuchs, der wusste alles, was ein Fuchs so wissen muss. Wer alles weiß, kann lange leben, dachte der Fuchs, und lebte ein langes Leben voller Abenteuer. Dann aber fing er an zu vergessen, dass er ein Fuchs war…
Wir sind nicht allein auf der Welt und müssen zusammenhalten. Niemand weiß das besser als der Fuchs, der in die Jahre gekommen ist. - Die jungen Füchse sorgten für ihn, als er alt wurde und heilten seine Wunden. Nur seinen Verstand, den heilten sie nicht, denn den hatte der Fuchs verloren und keiner wusste genau wo …
Die neue Theaterinszenierung der Compagnie Freaks und Fremde erzählt spielerisch, voller Feinsinn und mit erhellendem Humor eine Geschichte über das Altern und Vergessen, über Schwierigkeiten und Möglichkeiten im Umgang miteinander, wenn die Erinnerungen versagen und die Welt Kopf steht.

Das Projekt-Team
Idee, Ausstattung, Spiel      Sabine Köhler, Heiki Ikkola
Musik                                   Frieder Zimmermann
Mitarbeit Regie                    Rüdiger Pape
Dramaturgie                         Jutta M. Staerk 
Licht                                     Josia Werth
Produktionsassistenz           Max Reiniger
Fotos                                    Jean Sebastian Nass

Diese Inszenierung wurde gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, die Robert-Bosch-Stiftung, die Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, das Land NRW aus Mitteln des Projektes Workspace. Herzlichen Dank an das Societaetstheater Dresden und die Schaubude Berlin.

Resonanzen:

„Mit der „Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ schuf Martin Baltscheit ein Bilderbuch, wie es in Deutschland nur selten gelingt. Humor und Melancholie sind im Ton perfekt abgemischt. (...) Keine leichte Aufgabe, dieses Meisterwerk auf die Bühne des Theaters zu holen. Heiki Ikkola, Sabine Köhler und der Musiker Frieder Zimmermann haben es gewagt und schließlich auch gewonnen.“
(KÖLNISCHE RUNDSCHAU)

„Es ist eine Geschichte über das Altern, das Vergessen und das Leben damit, die die Darsteller Heiki Ikkola und Sabine Köhler, unterstützt von Frieder Zimmermann, der das Stück musikalisch untermalt, wunderbar emotional auf die Bühne bringen. Den Bogen zwischen dem jovialen Draufgänger bis zum gebrochenen Senior spannen die beiden mit ihren lebensechten Fuchsfiguren perfekt.“
(KÖLNER STADT-ANZEIGER)

„Bisher dachte ich, ich lache lieber im Theater, aber bei Euch habe ich auch gerne geweint. Es war eine beeindruckende Vorstellung. Danke.“
 (Tine Baltscheit in unserem Gästebuch)

"Wer Bilderbücher macht, fürchtet die Theateraufführung zu diesen Büchern, weil er Angst hat, sein Buch nicht wieder zu erkennen, oder aber zu viel davon wieder zu erkennen und nicht überrascht zu werden.
Der Autor ist ein eitler Mann, der sich selbst für unerreicht und über alle Maßen herrlich hält und es kaum erträgt, wenn etwas besser oder schlechter ist als er selbst.
Dann aber passiert es, dass er ein Stück sieht, entstanden aus einer Geschichte seiner Bücher und er berührt wird. Er sieht seine Arbeit und noch etwas anderes, etwas Verborgenes, kleine und große Wunder, von denen er 2nichts wusste. Er sieht ein Stück und denkt nicht in besser und schlechter, er denkt etwas Neues. Er wird ein Zuschauer der ersten Minute und demütig.
Er ist durch und durch inspiriert von der Arbeit der Zaubermeister des Theaters und nimmt mehr nach Hause, als er beabsichtigt hatte. - Lieber Heiki, liebe Sabine, vielen Dank für die wunderbare Arbeit an dem Fuchs, der den Verstand verlor."
(Martin Baltscheit,)

„Herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen Aufführung des Stückes, dem ich noch viele erfolgreiche Vorstellungen wünsche. Die Sorgfalt und souveräne Präsentation der zahlreichen gewählten Mittel, die Musikalität im Ausdruck von Körpern, Stimme und Objekten, die Klugheit im Umgang mit der Textvorlage und der live-performance-Situation haben einen starken Eindruck bei mir hinterlassen. So wie Sie das machen, so wie Ihr das macht, kann, soll (ja müsste eigentlich) gutes Kindertheater sein.“
(Helmut Wenderoth, KRESCH Theater Krefeld)

„Wenn die Zeit Risse bekommt. - Der Düsseldorfer Autor Martin Baltscheit hat diese Geschichte 2010 aufgeschrieben und das Problem der Demenz mit hintersinnigem Witz, Einfühlungsvermögen und leichter Melancholie durchsetzt. In seinen besten Jahren gibt der schlaue Fuchs seine Erfahrungen an die Jungen weiter, wird schließlich alt und vergesslich, bis er vom Baum fällt. Nun höhnen diejenigen, die einst gewaltigen Respekt vor ihm hatten, die jungen Füchse aber pflegen ihn. 
Heiki Ikkola und Sabine Köhler (Cie. Freaks und Fremde) haben ein fantasievolles Spiel entfaltet, das mit einfachen Mitteln lebendiges Theater bietet. Wie jeder kleine Auftritt präzise durchgearbeitet ist, wie jede Geste sitzt, wie auf wundersame Weise Illusionen entstehen, wenn der kranke Fuchs plötzlich beweglich ist, das alles wird von den beiden Darstellern mit vollendeter Körperbeherrschung und feinsinnigem Humor auf die Bühne gebracht. Auf einer großen Uhr schnurrt die Lebenszeit ab, am Schluss fehlen Zeiger und Zifferblatt, die Zeit bekommt Risse.
Beginnend mit einem mehrsätzigen Foxtrott, der das Geschehen tänzerisch mitreißend antizipiert, erklingt durchgängig Musik, neben Wort und pantomimischem Spiel das dritte gleichberechtigte Element im Stück. Frieder Zimmermann spielt auf der Gitarre, nur durch wenige Hilfsmittel wie ein Loopgerät ergänzt. Die Klänge geben den Szenen das Tempo vor, Töne und Geräusche illustrieren die Episoden, z. B. eine köstliche Verfolgungsjagd mit Hunden, denen der Fuchs schlau entgeht. Freche oder nachdenkliche Lieder reflektieren die jeweilige dramatische Situation. Und deren erlebt der Fuchs sehr viele, bis ihm allmählich die Realität abhanden kommt. Dieser Vorgang ist sehr berührend und ohne jegliche Häme dargestellt. Hier liegt die Stärke des Stückes, das Kindern wie Erwachsenen eine schleichende Altersvergesslichkeit, die sich zur Alzheimerkrankheit ausweitet, theatralisch verdeutlicht.“
(Reiner Zimmermann  - „Musik in Dresden“)



01.01.2017

BOWIE 70!!! - "Loving The Alien" am 08.Januar 2017 im BEATPOL Dresden

Ein Jahr nach dem Erscheinen seines letzten Albums "Black Star" und seinem überraschenden Tod zelebrieren wir im Beatpol Dresden den 70.Geburtstag von DAVID BOWIE!


"LOVING THE ALIEN. Eine Landung auf dem Planeten Erde mit Songs von David Bowie." ist eine Konzert-Performance der Cie. Freaks und Fremde mit dem wunderbaren Sønderling.
 
8.Januar 2017 // Beatpol Dresden
Doors open: 19.30 Uhr
Start: 20.00 Uhr

Tickets gibts ab 28.11.2016 online!
15,00 € VVK / 18,00 € Abendkasse.
Lets celebrate!

Wir landen auf der Erde und schauen uns um – „believing the strangest things – loving the alien …“




[...] die Freaks meiden Beliebigkeit wie Klamauk und bieten immer ein körperlich-ehrliches, oft nachdenkliches, manchmal verstörendes Bühnenerlebnis, bei dem Zuschauen und -hören generell Freude macht. Und sie taugen dank packender Musik und unendlichem szenischem Ideenreichtum gut als Theater-Einstiegsdroge für junge Menschen. Dazu haben sie sich einen sehr musikalischen Sonderling auf die Bühne geholt [...] ein überbordendes Spiel aus Tanz, Mimik, Text und Gesang [...] Eine metaphorisch aufgeladene Performance als Bilderrausch.
(SAX Stadtmagazin)


https://vimeo.com/148996709
TRAILER

23.12.2016

2017 - LOVE AND CHAOS TO EVERYBODY!


Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung, werte Kritiker, Kollegen, Helfer, Förderer und liebe Verwandte, die Ihr im letzten Jahr wie so oft wieder zu kurz gekommen seid!

Ein wildes, berauschendes, produktives, wunderbares und zugleich brutales wie beschissenes Jahr zieht seinem Ende entgegen. Uns hat es von einem Ende der Welt zum anderen geweht. Wir jagen weiter Bildern und Ideen hinterher, die utopisch und uneinlösbar anmuten, aber ohne deren Versprechen wir gänzlich haltlos durchs All trudeln würden. - Die vorweihnachtlichen Konsumgeschwader, die wachsende Salonfähigkeit von Worten wie Abschiebung, Lager und Festung, die schmerzhaft anschwellende Xenophobie nicht nur hier im Dresdner Elbtal, über 5.000 Tote im Mittelmeer in diesem Jahr, zerschossene Kultur, zerbombtes Leben in den Gegenden, in denen unsere merkwürdige Zivilisation ihre wunderbaren Wurzeln hat, die Ausläufer dieser Konflikte, die mitten in unsere sicher geglaubte Wohlstandsblase zielen ... all das sollte uns weder Angst noch panisch machen; vielmehr sollte es uns ermutigen, über unseren eigenen Schatten zu springen, Dinge zu tun, die wir eigentlich schon immer machen wollten, aber nie den Mut, die Kraft, die Courage dafür aufbrachten; es sollte uns ermutigen, wieder Zukunftsvisionen zu haben, Zukunft zu denken, Gesellschaftsmodelle zu entwerfen, danach zu fragen, wie wir leben wollen, miteinander leben auf diesem ziemlich geschundenen und doch immer noch faszinierenden Planeten. Was wollen wir erhalten und was dringend wegschmeißen? Was soll das eigentlich sein: unsere Freiheit? Können und wollen wir sie anderen vorenthalten, sie weiter auf Kosten anderer in Anspruch nehmen? Braucht diese Freiheit Grenzen? Muss unser Denken nicht grenzenlos werden? - Es gibt so viel zu fragen, zu verzweifeln, zu hoffen, zu lernen, zu schreien, und es braucht etwas Stille zum Nachdenken, Lesen, Schreiben, Schweigen und In-den-Nachthimmel-schauen. 
Dafür wünschen wir Ihnen und Euch allen Zeit und Muße zwischen den Jahren. Wir hoffen sehr, Euch und Sie alle 2017 gutes Mutes und gesund wiederzutreffen.
Special wishes and regards to all our friends in Teheran, Bogotá, Calí, Medellin, Praha, Lahore, El Kef, Tunis, Singapore, Melbourne, Broumov, St.Petersburg, Tel Aviv ... 

Love and Chaos to everybody.
Cie. Freaks und Fremde



Erste Vorstellung im Neuen Jahr: 
"Loving The Alien" / Bowie 70 /08.01.2017 / beatpol Dresden

09.12.2016

10.Dezember / Letzte Nacht im Freaks und Fremde Special - Hommage an David Bowie



LOVING THE ALIEN
Eine Landung auf dem Planeten Erde mit Songs von David Bowie
 10.12.2016 um 20 Uhr / Societaetstheater Dresden
In der Person von David Bowie liegt ein verstörender Charme, der uns interessiert.
Man schaue sich einfach das Gesicht von Bowie an: Bleich, zwei Augen, die in verschiedenen Farben leuchten, Haare in Orangerot und Züge, die so scharf geschnitten wie weich sind, schön und fremd. – Ein Außerirdischer mit der Aura der Einsamkeit des Superstars.
Den dramaturgischen Faden durch das Stück bilden die Songs von David Bowie, in den Arrangements von Sønderling.
Ausgangspunkt für das neue Stück der Cie. Freaks und Fremde ist das Schaffen des Popkünstlers David Bowie, die Suche nach der bei ihm immer wieder auftauchenden Figur des „Alien“ und die irritierende Feststellung, sich mitten in der gewohnten Welt auf einem fremden Planeten zu befinden.
Der Alien, der Fremde, ist bei Bowie immer wieder eine zentrale Figur.
Wie nimmt ein Fremder, ein Außerirdischer unsere Welt wahr?
Ist es nicht manchmal sogar sehr hilfreich und erhellend, eine solche Perspektive selbst einzunehmen, um uns und unser Tun in der Welt besser zu verstehen?
Vor den Augen der Zuschauer entrollt sich ein Panorama von Abgründen, Hoffnungen, Lebensentwürfen. Zu Gast im eigenen Leben.
Die Darsteller in dieser Versuchsanordnung sind Forscher und Versuchskaninchen zugleich, Entertainer, Projektionsfläche und Spiegel. Dabei bedienen sie sich verschiedener Materialien, Puppen, Projektionen und ihrer eigenen Körper. Wir landen auf der Erde und schauen uns um – „believing the strangest things – loving the alien …“



Das Team:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Performance, Regie
Sønderling - Arrangements und Live-Musik
Nikolaus Woernle - Studio-Mixing und Mastering
Max Reiniger - Mitarbeit Regie
Suse Wächter, Ida Herrmann - Puppenbau
Peter Tirpitz - Bühnenbau
Marco Prill - Video
Josia Werth - Licht
Beate Oxenfahrt - Technische Einrichtung
Judith Hellmann - Produktionsleitung
Jean Sebastian Nass - Grafik, Fotos 

Die Inszenierung ist Teil einer mehrjährigen Kooperationsvereinbarung zwischen Cie. Freaks und Fremde und dem Societaetstheater Dresden.
Gefördert von Landeshauptstadt Dresden / Amt für Kultur und Denkmalschutz, Kulturstiftung Sachsen und Societaetstheater Dresden.


 
Presseschau:
Metaphorische Zeitreise zum Alien in uns
Freaks und Fremde mit einer Ode an David Bowie im Societaetstheater.

Von Andreas Hermann. Dresdner Neueste Nachrichten.
„Drei markante Gestalten lungern schweigend versonnen an einer schwarzen Bar. So trostlos wie sympathisch - und die optimale Ausgangslage für morgendlich abgefuckte Lebenssinnierende im abgeklärten Okzident. Es läuft leise Spacemusik im Langwellenmodus, der Wetterbericht wird nebenher in einzelnen Buchstaben gemorst.
So ist die Ausgangslage in einer musikalisch dominierten Zeitreise, die "Loving The Alien" heißt und als neunzigminütige Performance den Untertitel "Eine Landung auf dem Planeten Erde mit Songs von David Bowie" trägt. Sønderling alias Tobias Herzz Hallbauer stiftet die neuen Arrangements und die Live-Musik und liefert dabei die Grundlage für die Ode an seinen Helden.
Dass dies auch am Mikro kein Wagnis darstellt, bewies Hallbauer bereits bei einer Salomé  gewidmeten Landesbühnen-Schauspielproduktion im Mai. Nun, zur Bowie-Werkschau, die zeitlich rückwärts von "Bring me the Disco King" zu "Space Oddity", also von 2003 gen 1969 fließt, bieten die beiden Freaks-Köpfe Sabine Köhler und Heiki Ikkola, amtierende Kunstpreisträger Dresdens, die wie immer Regie und Performance verbinden, Ausflüge als Erkundungen von fremdem Terrain, wobei sie tendenziell absurde Sitten und Bräuche treffen oder bieten: Sie sind Menschenaffen, Tanzpuppen mit Plastikhaar, die in einer Zitaten- und Bewegungsschleife gefangen sind, oder Forscher mit weißen Schutzanzügen im Außeneinsatz, wobei jeder mit Staubsaugertorso rasch live und rund aufgepumpt wird. Dabei bieten sie Mimik, Dynamik und Komik, eine besondere Eleganz verströmt wie gewohnt ihr Puppenspiel.
Wer ihre "Songs For Bulgakow" gesehen hat, wird überrascht sein, denn "Loving The Alien" ist eine völlig andere Art, bei der vor allem die Präzision verblüfft. Einerseits bei dem steten schnellen und lautlosen Umzug plus Bühnenumbau im Dunkeln, andererseits bei vielen sprudelnden Szeneneinfällen. Dazu hat Bühnenbildner Peter Tirpitz drei schwarze rollbare Regale gebaut, die mit ihrer schwarzen Rückseite nicht nur als Baradaption, sondern auch als Tafel oder Mauer dienen, die Sønderling einmal statt Gesang hektisch mit Kreidetext bemalt oder auf der sich wundernde Primaten als liebenswerte Aliens tummeln. Auf der anderen Seite - wohlsortiert und gut beleuchtet - viele Utensilien, die immer wieder eingeflochten werden. Darunter eine Horde Aufziehspielzeuge, die auf dem Spieltisch kaum zu bändigen sind, aber ständiger Nachjustierung bedürfen.
Lang erwartet, aber natürlich erst zum Schluss kommt Major Tom ins Spiel - in Form von "Space Oddity", von Hallbauer im Duett mit sich selbst eingespielt.wie gesungen und von den beiden Spielern als schwebender David-Puppenflug vor einem Video symbolisiert. Allein dieser Abschiedssong und das Schlussbild inklusive der damit erzeugten Stimmung, die in eine Zeit führt, als man noch Hoffnung und echt vernunftbegabtes Leben in unserem Sonnensystem hatte und sich per Photonenkraft schnell zu ferneren Sternen sehnte, lohnen das Kommen. Dem Trio gelingt zudem eine wunderbar melancholische Schlusspointe.
Nach "Ruanda-Memory", "West-Östlicher Diwan # reloaded", "Good Bye, Eden" und "Songs For Bulgakow" wird das Societaetstheater nun mit einer fünften , wiederum im Sujet und Ausrichtung völlig anderen Produktion für die Idee belohnt, die dynamische Doppelkopf-Compagnie längerfristig ans Haus zu binden. Trotz der technischen Finessen allen gemeinsam ist die Liebe zum körperlich-ehrlichen Theater, das sich dabei nicht in Privatheit oder andere Trivialitäten flüchtet, sondern dem Betrachter immer offensiv auch die Schnittstelle zur gesellschaftlichen Relevanz liefert.“
Legenden vom Ende der Zeit
SAX Stadtmagazin, Dezember 2015


„[...] die Freaks meiden Beliebigkeit wie Klamauk und bieten immer ein körperlich-ehrliches, oft nachdenkliches, manchmal verstörendes Bühnenerlebnis, bei dem Zuschauen und -hören generell Freude macht. Und sie taugen dank packender Musik und unendlichem szenischem Ideenreichtum gut als Theater-Einstiegsdroge für junge Menschen.
Das war bei »Songs.für Bulgakow« so, dass ist nun bei »Loving the Alien« nicht anders. Dazu haben sie sich einen sehr musikalischen Sonderling auf die Bühne geholt [...] ein überbordendes Spiel aus Tanz, Mimik, Text und Gesang [...] mit Eleganz beim Puppenspiel. Eine metaphorisch aufgeladene Performance als Bilderrausch - aber ganz anders als die Bulgakow-Show.“
 

 Flucht in den Weltraum
Dresdens Kunstpreisträger zelebrieren mit „Loving the Alien“ eine Hommage an den Popstar David Bowie. - 24.11.2015 Sächsische Zeitung
 „Ein Bildkonzert, so kann man das nennen, was der Musiker Sønderling und die Dresdner Theatercompany Freaks und Fremde im Societaetstheater auf die Bühne stellen. [...] Sønderling, das ist der Dresdner Musiker Tobias Herzz Hallbauer, der seine Zuneigung zu David Bowie schon mehrfach auf der Bühne auslebte. Sein Einmann-Elektroorchester schafft einen Klangteppich, aus dem er Lieblingsstücke von Bowie aufsteigen lässt. [...] Die Company Freaks und Fremde wurde im Mai mit dem Dresdner Kunstpreis bedacht. Das ließ aufhorchen, weil diese Ehrung bisher eher für gesetzte, etablierte Künstler als für solche aus der Szene infrage kam. Belohnt wurde damit auch das Streben nach inhaltlicher Relevanz, das die beiden bei aller Verspieltheit in ihren Projekten an den Tag legen. Dabei ist Heikki Ikkola nicht nur Performer, sondern auch künstlerischer Leiter des Schaubudensommers. „Loving the Alien“ hat viel vom Charme der Budendarbietungen, ein Angebot an die Sinne, ein surreales Wechselspiel der Szenen, aber auch eine Fluchtchance aus dem alltäglichen Diskurs.“


Planet der Affen – für Cie. Freaks und Fremde ist »Loving the Alien« ein Kinderspiel
21. November 2015 DRESDNER Kulturmagazin

„Schon die Begrüßung fällt befremdlich aus: Sabine Köhler, Heiki Ikkola und Tobias Herzz Hallbauer alias Sønderling lümmeln an einem Tresen, dem Publikum die kalte Schulter oder besser den Rücken zugewandt. Edward Hoppers »Nighthawks« winken da mal kurz rüber. Da kann gleich ohne großes Vorgeplänkel in die Vollen gegangen werden. Sønderling klemmt seine androgyne Gestalt mit dem blonden Igel und den dunkel geschminkten Lippen hinters Mischpult und gibt für den Rest des Abends den Ton an. Seine Arrangements von Songs David Bowies tragen, Gott sei es gedankt, tatsächlich eigene Handschrift. Auch gesanglich versucht er nicht, Bowie zu imitieren. Wozu auch? Ebenso eigenwillig fällt die Performance von Sabine Köhler und Heiki Ikkola aus. Es wäre vielleicht ein Leichtes gewesen, Bowies Texte einfach zu bebildern. Aber Freaks und Fremde haben eine eigene Meinung. Und mit der landen sie in ihrer neuen Arbeit eben auf der Erde und versuchen den Blick von außen. [...] Der Zuschauer betrachtet dieses Betrachten und betrachtet Werden und betrachtet die Sache selbst. Die liegt zwar bekanntlich im Auge des Betrachters, aber so betrachtet kommt niemand umhin, das Fremde als fremd einfach anzunehmen. Tut man das, geschieht im nächsten Schritt nämlich automatisch etwas ganz Besonderes.“


08.12.2016

Konzert!!! - Daniel Williams / Frieder Zimmermann / Vladimir Vaclavek / Sønderling / 09.12.2016 im Societaetstheater

Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung!
Was wäre ein Freaks-und-Fremde-Special ohne die wunderbaren Musiker, mit denen wir die Freude haben, seit zehn Jahren in erfreulichem Austausch zusammenzuarbeiten. Dabei übernehmen sie nicht selten auch noch ganz andere Aufgaben, die da reichen von Koch, Regisseur, Kraftfahrer und Zweifler über Impuls- Ratgeber bis hin zum Seelentröster.

Am 09.Dezember 2016 gehört die Bühne nun ganz diesen wunderbaren Musikern!
"Sounds of Freaks" um 20.00 Uhr im Foyer des Societaetstheaters!
Im Konzert:
Dr. DANIEL WILLIAMS

FRIEDER ZIMMERMANN / VLADIMIR VACLAVEK

TOBIAS HERZZ HALLBAUER (alias Sønderling)

Also, Freitag, 09.12.2016 um 20.00 Uhr / Societaetstheater /
Eintritt: 5,00 €
(Vorbestellen lohnt sich, denn der Platz ist begrenzt!)

 

07.12.2016

Gold, Macht, Weltenwandel / Cie. Freaks und Fremde auf der Suche nach ELDORADO 08.12.2016

Cie. Freaks und Fremde unternahm zusammen mit der JuWie Dance Company eine dreimonatige Theaterexpedition nach Kolumbien, dem Ursprungsort des Eldorado-Mythos. Sie machten sich auf die Suche nach verlorenen Paradiesen, im Gepäck die „Traurigen Tropen" von Claude Levi-Strauss und „Die offenen Wunden Lateinamerikas".
In ihrem neuen Stück stellt die Compagnie Freaks und Fremde keine geringere Frage als diese „Wie wollen wir leben? Welchem Eldorado streben wir entgegen und welchen Preis sind wir bereit zu zahlen?"

08. Dezember 2016 um 20.00 Uhr
Societaetstheater Dresden

 
Das Gold und das Silber Amerikas waren die Schlüssel, die in der Renaissance die Tore des Paradieses und die Pforten der Märkte Europas öffneten. Gefahrenumwobene Gebiete voll dichten Urwalds stachelten die Sehnsucht und die Gier der Konquistadoren an. Der Mythos vom Eldorado als Herrscher des Geldes entstand. Von Gold waren die Straßen und Häuser seines Reiches. Ein Paradies auf Erden, eine Blendung, die dem Betrachter gleißend das tatsächlich Wunderbare verbarg.




Die Lagune von Guatavita war der heilige See der Muisca-Indiander. Um diese Lagune rankt sich der Mythos von Eldorado, dem sagenhaften Goldland. Der Muisca-König wurde hier gekrönt und von seinem Volk als neuer Herrscher verehrt. Er opferte Goldgefäße, die an den Grund der Lagune sanken. Die Spanier hörten von diesen Sagen, oder haben sie sie selbst erdichtet? Mit Äxten und Picken schlugen sie einen riesigen Keil in die Landschaft, um den See zu entwässern, hunderte Indianer starben bei dieser Arbeit - das Gold fanden sie nicht. Eldorado, das Goldland, wurde von nun an an immer neuen Orten in Südamerika gesucht ... Eine endlose Geschichte nahm ihren Lauf, das Gold wechselte seine Farbe und Beschaffenheit - Silber, Zucker, Kautschuk, Kaffee, Kohle, Öl ... Eine Geschichte, die weit in unsere Zeit und unser Leben hineinreicht ...
 


Diese Produktion entstand im Rahmen eines mehrjährigen Residenzprogramms, das die Cie. Freaks und Fremde mit dem Societaetstheater Dresden verbindet, sie wird gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, der Landeshauptstadt Dresden und der Stiftung Kunst und Kultur der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.



Pressestimmen:
» Gier plus Inquisition haben nicht nur tiefe Spuren hinterlassen, sondern letztlich ganze Kulturen weitestgehend domestiziert – ein bleibendes Trauma in ganz Lateinamerika. Das prangert der Abend schwungvoll leichtfüßig, aber tiefschürfend an, ohne je belehrend zu wirken. « (Dresdner Neueste Nachrichten)

» Der Mensch steht immer im Mittelpunkt, klein, hilflos voller Fehler. Aber er ist immer in der Lage, das Leben zu zelebrieren […] Das hilft, für den Moment wenigstens. So gesehen sind Freaks und Fremde wunderbare Trostspender. « (DRESDNER)

» Freaks und Fremde, im vorigen Jahr ausgezeichnet mit dem honorigen Dresdner Kunstpreis, gehören zu den anspruchsvollsten Darstellern der überschaubaren Freien Szene in der Stadt. Sie lieben es, die Ausdrucksmittel zu mischen, Szenen mit Schauspiel, Puppentheater, Tanz revuehaft aneinanderzureihen. « (SZ)

https://vimeo.com/184981047
TRAILER

06.12.2016

Wer war Michail Bulgakow? Songs For Bulgakow - 07.12.2016 im Societaetstheater Dresden



SONGS FOR BULGAKOW
Ein Theaterspektakel für Michail Bulgakow
Cie. Freaks und Fremde / JuWie Dance Company / Vladimir Vaclavek

07.12.2016 um 20.00 Uhr
Societaetstheater Dresden
  
Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! Kurz vor Jahresschluss lassen wir noch einmal einen wichtigen Teil unseres Repertoires im Societaetstheater für Sie passieren. Andernorts frönt man der Weihnachtsstimmung, die Räume werden kleiner und gemütlicher. Wir wollen noch einmal die Kunst und das Leben feiern und reißen die Tore weit auf - uns ziehSüdamerika, Russland und in den Weltraum.
Am Mittwoch / 07.Dezember / laden wir mit "Songs For Bulgakow" zu einer Hommage an einen der größten russischen Schriftsteller ein. 
Zu Lebzeiten erlebte er die Veröffentlichung vieler seiner Werke nicht. Sein Schriftstellerleben fällt in die dramatische Umbruchzeit zu Zeiten der Oktoberrevolution, der Bürgerkriege, der Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) und der Stalin-Diktatur.
Er war kein Gegner der kommunistischen Idee, jedoch war er eben ganz anders sozialisiert und ihm war es unmöglich, sich dem System kritiklos anzudienen. Er nahm das kommunistische Projekt sehr ernst, und er war entsetzt über all die neuen Wendehälse und Betonköpfe seiner Zeit. Seine Feder konnte nicht anders als spitz satirisch in den Nerv jener Zeit hineinzustechen. An Stalin schrieb er: "In der UdSSR war ich der einzige literarische Wolf. Man hat mir geraten, mein Fell rosa zu färben. Aber ein Wolf wird niemals wie ein Pudel aussehen."
Die Verbote und Einschränkungen zermürbten ihn und machten ihn krank - und dennoch brachte diese Zeit den wohl besten russischen Roman des 20.Jahrhunderts hervor: "Der Meister und Margarita".
Ein Projekt über Bulgakow und das Wirken in seiner Gesellschaft, ist auch eine Positionsbestimmung als Künstler in unserer Zeit. Wie weit gehen wir, wie konsequent sind wir, und wem dienen wir uns an?


Michail Bulgakow wurde 1891 als Sohn von Afanassi Iwanowitsch Bulgakow, einem Dozenten der Kiewer Geistlichen Akademie, und dessen Frau Warwara Michajlowna (geborene Pokrowskaja) geboren. 1916 erhielt er das Diplom eines Arztes und trat eine Stelle auf dem Land im Gebiet Smolensk an, bevor er in dem Ort Wjasma praktizierte. 1913 heiratete er Tatjana Nikolajewna Lappa (russisch Татьяна Николаевна Лаппа).
Zur Zeit des Russischen Bürgerkrieges wurde Bulgakow im Februar 1919 als Arzt in die Ukrainische Republikanische Armee einberufen. Er desertierte nach kurzer Zeit und schaffte es, in derselben Funktion in der Roten Armee unterzukommen. Schließlich landete Bulgakow bei den südrussischen Weißen Garden. Eine gewisse Zeit verbrachte er bei den Kosaken in Tschetschenien, später verschlug es ihn nach Wladikawkas.


Ende Oktober 1921 zog Bulgakow nach Moskau und begann, für eine Reihe von Zeitungen (Sirene, Arbeiter) sowie Zeitschriften (Der Medizinische Arbeiter, RusslandWiedergeburt) zu arbeiten. In dieser Zeit publizierte er vereinzelte Prosastücke in der in Berlin erscheinenden Exilantenzeitung Am Vortag. Zwischen 1922 und 1926 druckte die Sirene mehr als 120 seiner Reportagen, Essays und Kolumnen.
Bulgakow trat 1923 dem Allrussischen Schriftstellerverband bei.
1924 traf er Ljubow Jewgenjewna Beloserskaja (russisch Любовь Евгеньевна Белозёрская), die er im Jahr darauf heiratete. 1928 bereiste das Paar den Kaukasus und besuchte die Städte Tiflis, Batumi, Wladikawkas und Gudermes. In Moskau fand im selben Jahr die Premiere von Багровый остров (Blutrote Insel) statt. Der Autor entwickelte in dieser Zeit die ersten Ideen zu Der Meister und Margarita und begann die Arbeit an einem Stück über Molière mit dem Titel Кабала святош (Sklaverei der Frömmler). 1929 begegnete er Jelena Sergejewna Schilowskaja, die 1932 seine dritte Frau wurde.
Ab 1930 wurden die Werke Bulgakows nicht mehr veröffentlicht, seine Stücke (darunter: Бег, Зойкина квартира, Багровый остров, und das Spektakel Дни Турбиных) verschwanden von den Spielplänen der Theater. In Briefen an seinen in Paris lebenden Bruder Nikolai beklagte sich Bulgakow über die für ihn undankbare Situation und seine beschwerliche materielle Lage. Zur selben Zeit wandte er sich auch an die politische Führung der UdSSR mit der Bitte, ihm entweder die Emigration zu ermöglichen oder eine Arbeit als Regie-Assistent am МХАТ (Московский художественный театр им. Чехова) zu verschaffen. Stalin persönlich rief Bulgakow an und versprach Hilfe. Der Autor arbeitete 1930 zunächst im Zentraltheater der werktätigen Jugend TRAM, dann bis 1936 im MXAT in der Funktion eines Regie-Assistenten. 1932 war er an der Inszenierung von Gogols Die toten Seelen beteiligt. Ab 1936 fand er sich im Bolschoi-Theater als Librettist und Übersetzer wieder.


1936 fand die Premiere von Molière statt. 1937 arbeitete er an Libretti für Минин и Пожарский und Пётр I.
Bulgakow arbeitete 1939 an dem Libretto Рашель und an einem Stück über Stalin (Batum). Entgegen der Erwartung des Autors wurden Veröffentlichung und Aufführung verboten. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Die Ärzte diagnostizierten Nephrosklerose verursacht durch eine arterielle Hypertonie (Bluthochdruck). Er begann, seiner Frau Jelena Sergejewna die letzten Varianten seines Romans Der Meister und Margarita zu diktieren.
Ab Februar 1940 hielten Freunde und Verwandte Wache am Krankenbett. Am 10. März starb Bulgakow. Einen Tag darauf hielt der Schriftstellerverband der UdSSR eine private Totenmesse ab. Zuvor nahm der Bildhauer S. D. Merkurow vom Antlitz des Verstorbenen die Totenmaske ab. Der Asteroid (3469) Bulgakov ist nach ihm benannt. Auf dem Kiewer Andreassteig, seiner Geburtsstraße, ist ihm ein Museum gewidmet.


Bulgakows groteske Darstellungen des Alltagslebens in der jungen Sowjetunion haben oftmals fantastische oder absurde Züge – in der russischsprachigen Literatur seit Gogol eine typische Art, Gesellschaftskritik zu üben. Hundeherz entstand bereits 1925, wurde in der Sowjetunion jedoch erst 1987 publiziert.
Das bekannteste Werk Bulgakows ist Der Meister und Margarita, eine satirisch-groteske Aufnahme des Faustmotivs, eine Reise durch die Zeiten. Das Werk erschien gedruckt erstmals 1966/67 in Fortsetzungen in der Literaturzeitschrift Moskwa, fast 30 Jahre nach dem Tod des Autors, in gekürzter Fassung. Die ungekürzte Version erschien in Buchform erstmals 1973. Kurz nach der sowjetischen Erstveröffentlichung wurde der Roman 1968 in der deutschen Übersetzung von Thomas Reschke veröffentlicht. Einige Kritiker halten das Buch für den besten russischen Roman des 20. Jahrhunderts.

Kommen Sie, treten Sie ein in die Zeitmaschine, die Sie ins Moskau der zwanziger Jahre bringt, auf die Bühne Moliere's am Hofe des Sonnenkönigs, bis zu Pontius Pilatus, der seinem Kopfschmerz erliegt - und wenn's zum Teufel auf die Hörner ginge!!!
" Pleased to meet you!"

https://vimeo.com/121583693