01.09.2015

ECHT JETZT! - Freaks und Fremde zu Gast in Mainz


Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! -
Cie. Freaks und Fremde gastiert beim Festival ECHT JETZT! in Rheinland-Pfalz  mit der wunderbaren Inszenierung

DIE GESCHICHTE VOM FUCHS, DER DEN VERSTAND VERLOR


Ein Theaterstück nach dem Buch von Martin Baltscheit über das Altwerden, das Vergessen, über gelebtes Leben und das, was bleibt.

Eine Koproduktion von Cie. Freaks und Fremde
mit dem Comedia Theater Köln.

23.September 2015 / 15.00 Uhr
Frankfurter Hof in Mainz 

Das Projekt:
Es war einmal ein Fuchs, der wusste alles, was ein Fuchs so wissen muss. Wer alles weiß, kann lange leben, dachte der Fuchs, und lebte ein langes Leben voller Abenteuer. Dann aber fing er an zu vergessen, dass er ein Fuchs war…
Wir sind nicht allein auf der Welt und müssen zusammenhalten. Niemand weiß das besser als der Fuchs, der in die Jahre gekommen ist. - Die jungen Füchse sorgten für ihn, als er alt wurde und heilten seine Wunden. Nur seinen Verstand, den heilten sie nicht, denn den hatte der Fuchs verloren und keiner wusste genau wo …
Die neue Theaterinszenierung der Compagnie Freaks und Fremde erzählt spielerisch, voller Feinsinn und mit erhellendem Humor eine Geschichte über das Altern und Vergessen, über Schwierigkeiten und Möglichkeiten im Umgang miteinander, wenn die Erinnerungen versagen und die Welt Kopf steht. Dabei machen sich die Theatermacher zunutze, dass die Alltagserfahrungen von Kindern der Wahrnehmung von Welt alter Menschen oft viel näher sind als man denkt. 



Spiel und Ausstattung - Sabine Köhler und Heiki Ikkola
Musik - Frieder Zimmermann
Licht - Josia Werth

Martin Baltscheit zu unserer Umsetzung seines preisgekrönten Buches:

"Wer Bilderbücher macht, fürchtet die Theateraufführung zu diesen Büchern, weil er Angst hat, sein Buch nicht wieder zu erkennen, oder aber zu viel davon wieder zu erkennen und nicht überrascht zu werden.
Der Autor ist ein eitler Mann, der sich selbst für unerreicht und über alle Maßen herrlich hält und es kaum erträgt, wenn etwas besser oder schlechter ist als er selbst.
Dann aber passiert es, dass er ein Stück sieht, entstanden aus einer Geschichte seiner Bücher und er berührt wird. Er sieht seine Arbeit und noch etwas anderes, etwas Verborgenes, kleine und große Wunder, von denen er 2nichts wusste. Er sieht ein Stück und denkt nicht in besser und schlechter, er denkt etwas Neues. Er wird ein Zuschauer der ersten Minute und demütig.
Er ist durch und durch inspiriert von der Arbeit der Zaubermeister des Theaters und nimmt mehr nach Hause, als er beabsichtigt hatte. - Lieber Heiki, liebe Sabine, vielen Dank für die wunderbare Arbeit an dem Fuchs, der den Verstand verlor."



"Wer Bilderbücher macht, fürchtet die Theateraufführung zu diesen Büchern, weil er Angst hat, sein Buch nicht wieder zu erkennen, oder aber zu viel davon wieder zu erkennen und nicht überrascht zu werden.
Der Autor ist ein eitler Mann, der sich selbst für unerreicht und über alle Maßen herrlich hält und es kaum erträgt, wenn etwas besser oder schlechter ist als er selbst.
Dann aber passiert es, dass er ein Stück sieht, entstanden aus einer Geschichte seiner Bücher und er berührt wird. Er sieht seine Arbeit und noch etwas anderes, etwas Verborgenes, kleine und große Wunder, von denen er 2nichts wusste. Er sieht ein Stück und denkt nicht in besser und schlechter, er denkt etwas Neues. Er wird ein Zuschauer der ersten Minute und demütig.
Er ist durch und durch inspiriert von der Arbeit der Zaubermeister des Theaters und nimmt mehr nach Hause, als er beabsichtigt hatte. - Lieber Heiki, liebe Sabine, vielen Dank für die wunderbare Arbeit an dem Fuchs, der den Verstand verlor."
(Martin Baltscheit, 02.09.2012)

FREAKSHOW - The Best In Town / Czech Republic Tour

Invited by the NOVÁ SIT network and the Festival MALA INVENTURA in the Regions we go on tour in Czech Republic in September 2015 with

FREAKSHOW - THE BEST IN TOWN 


Idea, Performance, Scenography / Sabine Köhler, Heiki Ikkola
Music / Daniel Williams (Frieder Zimmermann)
Light / Josia Werth

A panopticum of surrealistic beings.
“Freakshow” from Dresden was the sparkling final showpiece of the “2. Witzfigurenfestival”.
Susanne Memberg: For a very entertaining, funny and at the same time horrific hour Sabine Köhler and Heiki Ikkola abducted the audience into the fantastic world of physical absurdities. From the very first second the spectators were spellbound by this ‘revue of acts’ that follows the model of the spine-chilling cabinets of curiosities at European fairgrounds of yesteryear. Here the full impact of the images moved into center stage. Again and again the two protagonists transformed by means of costumes, masks and contortion in unbelievable, fantastic characters and designed a shocking ‘panopticum’ of surrealistic creatures that one knows - if at all - only from the paintings of Magritte: the counterconcept of the mermaid - around the top fish , below bare human arse. A cheekily dancing and love-driven wolf man, who is finally being castrated by the elephant man. The levitating virgin. A giant cricket during lovemaking. Bizarre small-growns, woman with twisted heads and a new-born who turns out to be a devilish, evil, scolding big-mouthed bastard. This “Freakshow” deserves its name - and its subtitle on top of everything. It was well-rounded, very artistic, joyful, imaginative - simply breathtaking.” /  “Westfälische Allgemeine” - Herne, Germany

20/09/2015 - Johann Centrum Plzen
25 - 26/09/2015 - Divadlo 29 Pardubice
28/09/2015 - Prag 



31.08.2015

RUANDA-MEMORY. Eine Geschichte in neun Objekten.



09./10.Oktober 2015 um 20.00 Uhr
Societaetstheater Dresden 

„Ruanda-Memory. Eine Geschichte in neun Objekten.“
Ein Theaterprojekt der Cie. Freaks und Fremde.

 TEAM:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Idee und Performance.
Tobias Herzz Hallbauer - Musik.
Bärbel Haage, Rita Hausmann - Mitarbeit Ausstattung.
Tanja Mette-Zimmermann - Mitarbeit Text, Dramaturgie.
Judith Hellmann - Produktionsmanagement.
Jean Sebastian Nass - Fotografie, Grafik.
Licht - Beate Oxenfahrt.

Eine Produktion von Cie. Freaks und Fremde.
Gefördert durch die Kulturstiftung Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden und das Societaetstheater Dresden.

Wer nicht mit seinem Vater spricht, weiß nicht, was sein Großvater sagte …

Als Völkermord in Ruanda werden unzählige Gewalttaten in Ruanda bezeichnet, die am 6. April 1994 begannen und bis Mitte Juli 1994 andauerten. Sie kosteten zirka 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben. In annähernd 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF).
Im Verlauf und im Nachgang der Ereignisse wurden die Vereinten Nationen und Staaten wie die USA, Großbritannien und Belgien wegen ihrer Untätigkeit kritisiert. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, aus welchen Gründen eine frühzeitige humanitäre Intervention nicht erfolgte, beziehungsweise warum die vor Ort stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen, die United Nations Assistance Mission for Rwanda (UNAMIR), bei Ausbruch der Gewalt nicht gestärkt, sondern verkleinert wurden. Gegen Frankreich wurde überdies der Vorwurf erhoben, sich durch die militärische Unterstützung der ruandischen Regierung an den Verbrechen beteiligt zu haben.

Zwanzig Jahre danach. Im April 2014 wird in Ruanda wie vor zwanzig Jahren die Regenzeit beginnen, als dort die lange erahnbare Katastrophe ausbrach, eine Million Menschen wurden in hundert Tagen hingeschlachtet.
Warum wollen wir unseren Blick nun wieder nach Ruanda richten, uns diese Gräuel ins Gedächtnis rufen? – Ein Theaterstück über einen  Völkermord. Wir wollen daran erinnern und erlebbar machen, wie fragil unser menschliches Miteinander ist. Nach dem Holocaust schien es einhelliger Konsens: So etwas darf nie wieder geschehen. Aber das war Wunschdenken – und Ruanda ist nur ein Beispiel. Das Agieren des „Westens“ hat in diesem Geschehen eine erhebliche Rolle gespielt. Wir richten den Blick nach Ruanda und damit an all die anderen Orte, an denen Völker bewusst ausgelöscht werden sollten, weil wir  verstehen wollen. Wie dünn ist das Eis? Wie schmal der Grat humanen Zusammenlebens? Aber was genau können wir erzählen, darstellen, wo anfangen?

Eine Geschichte in 9 Objekten.
Wir haben etliche Berichte und Interviews gesehen und gelesen, in denen uns Menschen begegnet sind, die ihre Familien verloren haben, die selber wochenlang in den Sümpfen hockten oder die nun im Gefängnis sitzen, weil sie zu den zehntausenden gehören, die ihre Nachbarn massakriert haben. Wir haben die Berichte von UNO-Soldaten gesehen, die Erklärungen von Politikern gehört. Aber am Ende fragen wir uns: Wollen und können wir wirklich einen dieser Menschen darstellen, spielen? Wie werden wir unserer Situation als Suchende und Untersuchende am besten gerecht? Aus den vielen Berichten und Erzählungen stachen am Ende eine Reihe markanter Objekte heraus,  die von sich aus viel über die Geschehnisse von 1994 erzählen. Also suchten wir weiter nach Objekten und entschieden uns letztlich, die Geschichte von Ruanda 1994 in neun Objekten zu erzählen, zu untersuchen. In unserem Projekt Ruanda-Memory setzt sich aus neun ausgewählten Objekten ein unvollständiges Puzzle zusammen. - Was als Memory-Spiel beginnt, verspinnt sich zu einer berührenden Geschichte von Menschen und Menschlichkeit.

Ein Radio, eine Machete, ein Faxgerät, mein Laptop, eine Identity-Card, ein Stück Wellblech, ein Fußball, ein Blauhelm und eine Flasche Primus-Bier werden zu Berichterstattern, zu Handlungsträgern und Zeugen. - Dahinter erscheinen Lebensgeschichten und Berichte, eine Geschichte aus Einzelteilen, biografischen Versatzstücken und offiziellen Verlautbarungen. Hinter den Objekten tauchen die Menschen auf, die diese Objekte produziert, manipuliert und eingesetzt haben. In dem Versuch, das "Nichtsagbare" auszudrücken, hinter die Kulissen zu sehen und Zusammenhänge zu erschließen, die zunächst einmal nicht offensichtlich erscheinen, lassen wir "die Dinge sprechen". Viele Erzählungen von Überlebenden machen Auslassungen, in denen die Natur, die Leere und Gebäude zum Sprechen kommen. 

Auf der Soundebene erzeugt Tobias Herzz Hallbauer eine Collage aus verschiedenen Elementen. Er reproduziert den Klang eines Landes. Der Musiker untersucht die Radiostation des "Hate-Radios" und seiner Protagonisten, Musiktitel des Jahres 1994 sind zu hören und lassen damit auch die Frage aufkommen - was habe ich, was hast du im April 1994 getan?