17.04.2014

EL ZORRO QUE PERDIÒ LA MEMORIA en Bogotá

Nos pieza de teatro EL ZORRO QUE PERDIÒ LA MEMORIA de Martin Baltscheit 
es invitado a Colombia en Mayo 2014.


Esta divertida y tierna fábula para toda la familia está basada en el libro El zorro que perdió la memoria, de Martin Baltscheit, ganador del Premio de Literatura Infantil de Alemania 2011 en la categoría de libro infantil. 
La historia tiene como protagonista a un zorro que en su juventud era el héroe del bosque, ya que era más rápido que todos los perros y además era un experto espantando a las gallinas. Los zorritos lo adoraban ya que les enseñaba los mejores trucos. 
Cuando el zorro se vuelve viejo empieza a olvidar cosas y todos los animales del bosque se ríen de él, menos los zorritos que ahora le ayudan con los mismos trucos que él les enseñó.


Todos representaciones:

03./04.05.2014 - Teatro El Parque Bogotá 
07.05.2014 - Biblioteca Virgilio Barco Bogotá 
09./10.05.2014 - Teatro Mayor Bogotá 

Muchas gracias - Goethe Institut Bogotá!

10.04.2014

Eine unvollständige Geschichte in 9 Objekten

RUANDA-MEMORY. Eine Theaterproduktion von Cie. Freaks und Fremde


Wir arbeiten in diesen Tagen an der Vorbereitung unserer neuen Produktion. Die Recherchen und Lektüre lassen uns immer wieder innehalten und zweifeln, ob es möglich sein wird, ein Theaterstück aus all dem zu schaffen, neben beängstigenden Wahrheiten auch ermutigende Töne anklingen zu lassen. Wir können nicht sagen, wo uns dieser Weg hinführen wird, wir gehen ihn, um zu verstehen.
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Premiere:
25.04.2014 um 20.00 Uhr im Societaetstheater Dresden.
Vorstellungen:
26./27.04.2014, 16./17.05.2014, 14.06.2014 jeweils um 20.00 Uhr

(Karten: office@freaksundfremde oder im Societaetstheater: 0351 - 803 68 10)

TEAM:
Sabine Köhler, Heiki Ikkola - Idee und Performance.
Tobias Herzz Hallbauer - Musik.
Bärbel Haage, Rita Hausmann - Mitarbeit Ausstattung.
Tanja Mette-Zimmermann - Mitarbeit Text, Dramaturgie.
Judith Hellmann - Produktionsmanagement.
Jean Sebastian Nass - Fotografie, Grafik.




Der Völkermord in Ruanda begann am 6. April 1994 und dauerte bis Mitte Juli 1994 an. Er kostete ca, 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben. In 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF), auch lassen sich Ereignisse nur im Zusammenhang mit der Kolonialgeschichte des Landes und der Außenpolitik der Industrienationen denken. Im Verlauf und im Nachgang der Ereignisse wurden die Vereinten Nationen und Staaten wie die USA,Großbritannien und Belgien wegen ihrer Untätigkeit kritisiert. Aus welchen Gründen erfolgte keine frühzeitige humanitäre Intervention und warum wurden die vor Ort stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen UNAMIR, bei Ausbruch der Gewalt nicht gestärkt, sondern verkleinert. Gegen Frankreich wurde der Vorwurf erhoben, sich durch die militärische Unterstützung der ruandischen Regierung an den Verbrechen beteiligt zu haben.

Der Völkermord in Ruanda erzeugte erhebliche regionale Probleme. Nachdem die RPF die Hutu-Machthaber vertrieben, damit den Völkermord beendet und eine neue Regierung gebildet hatte, flohen im Sommer 1994 hunderttausende Hutu in den Osten des Kongo. Unter den Flüchtlingen waren viele Täter, die anschließend zur Wiedereroberung Ruandas rüsteten. Die ruandische Armee nahm diese Aktivitäten mehrfach zum Anlass, um im westlichen Nachbarland Kongo zu intervenieren. Bis heute halten die Konflikte an.

Im April 2014 wird in Ruanda wie vor zwanzig Jahren die Regenzeit beginnen, als dort die lange erahnbare Katastrophe ausbrach. - Warum wollen wir unseren Blick wieder nach Ruanda richten, uns diese Gräuel ins Gedächtnis rufen? - Das ist schwer zu sagen. Seitdem wir von den Ereignissen gehört haben, lassen uns die Gedanken daran nicht los, verknüpfen sich mit den unausgesprochenen Abgründen unserer Großeltern aus der Zeit des Dritten Reiches. - Wir wollen daran erinnern, wie fragil unser menschliches Miteinander ist. Nach dem Holocaust schien es 1945 einhelliger Konsens: So etwas darf nie wieder geschehen. Aber das war Wunschdenken – und Ruanda ist nur ein Beispiel. Das Agieren des „Westens“ hat in diesem Geschehen eine erhebliche Rolle gespielt. Wir richten den Blick nach Ruanda und damit an all die anderen Orte, an denen Völker bewusst ausgelöscht werden sollten, ... WEIL WIR VERSTEHEN WOLLEN. Wie dünn ist das Eis? Wie schmal der Grat humanen Zusammenlebens?


Objekte als Zeugen und Geschichten-Träger

In unserem Projekt Ruanda-Memory setzt sich aus neun ausgewählten Objekten ein unvollständiges Puzzle um die Ereignisse 1994 zusammen. - Was als Memory-Spiel beginnt, verspinnt sich zu einer berührenden Geschichte von Menschen und Menschlichkeit.

Ein Radio, eine Machete, ein Faxgerät, ein Laptop, ein Identity-Card, ein Stück Wellblech, ein Fußball, ein Blauhelm und eine Flasche Primus-Bier werden zu Berichterstattern, zu Handlungsträgern und Zeugen. - Dahinter erscheinen Lebensgeschichten und Berichte, eine Geschichte aus Einzelteilen, biografischen Versatzstücken und offiziellen Verlautbarungen. Hinter den Objekten tauchen die Menschen auf, die diese Objekte produziert, manipuliert und eingesetzt haben. In dem Versuch, das "Nichtsagbare" auszudrücken, hinter die Kulissen zu sehen und Zusammenhänge zu erschließen, die zunächst einmal nicht offensichtlich erscheinen, werden Cie. Freaks und Fremde "die Dinge sprechen lassen". Viele Erzählungen von Überlebenden machen Auslassungen, in denen die Natur, die Leere und Gebäude zum Sprechen kommen. 

Auf der Soundebene wird Tobias Herzz Hallbauer eine Collage aus verschiedenen Elementen erzeugen. Er wird den Klang eines Landes reproduzieren. Der Musiker wird die Radiostation des "Hate-Radios" und seiner Protagonisten untersuchen, Musiktitel des Jahres 1994 werden zu hören sein und lassen damit auch die Frage aufkommen - was habe ich, was hast du im April 1994 getan? Der Diskurs wird zu einer Reise in das Ruanda von 1994 - nicht zuletzt zu der Frage, was eigentlich Menschlichkeit ist, und was sie so zerbrechlich macht.





Wir danken unseren Förderern:

Landeshauptstadt Dresden - Amt für Kultur und Denkmalschutz

Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

Societaetstheater Dresden

05.04.2014

Gastspiele im April - DIE GESCHICHTE VOM FUCHS ... in Dreieich und Leoben

Cie. Freaks und Fremde ist wieder zu Gast im Raum Frankfurt und in Österreich!
Mit DIE GESCHICHTE VOM FUCHS, DER DEN VERSTAND VERLOR von Martin Baltscheit präsentieren wir unsere derzeit meistgespielte Arbeit.
Ein Fuchs, das Alter, Vergessen und das, was bleibt. Ein lebendiges Stück Theater.


Gemeinsam mit dem Comedia Theater Köln ist diese Inszenierung entstanden - im Mittelpunkt steht der Dialog der Generationen, der Umgang mit dem Alter und Demenz. Dabei waren wir stets auf der Suche nach einem spielerischen Umgang mit diesen Themen, die dennoch nicht schönt oder trivialisiert. Bevor wir mit dem Stück für zwei Wochen in Kolumbien auf Tournee gehen, ist es nun noch einmal in Deutschland und Österreich zu sehen:

08.April 2014 um 16.00 Uhr
Bürgerhaus Sprendlingen Dreieich

10.April 2014 um 19.00 Uhr
Stadttheater Leoben


Es spielen Sabine Köhler, Heiki Ikkola und Frieder Zimmermann.
Nominiert für den Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis.
Das schreibt zum Beispiel die Kölner Theaterzeitung:
„Wirrwarr im Kopf. Das Stück, basierend auf dem preisgekrönten Kinderbuch von Martin Baltscheit, beginnt sanft. Auf leerer Bühne, zu Musik von Frieder Zimmermann, tanzen die Darsteller Heiki Ikkola und Sabine Köhler Foxtrott. Doch dann gerät Ikkola aus dem Takt, vergisst Tanzschritte, Köhler muss ihn führen. Ein sprechendes Bild für das Älterwerden, wenn der Körper langsam Ausfallerscheinungen bekommt. Dann betritt "Zorro aus dem Wald" die Bühne, so nennt sich der Fuchs (Ikkola) in einer frechen Hommage an sich selbst, brüstet sich, wie gerissen er Wiesen und Wälder beherrscht, Hühner klaut und die Hunde des Jägers hinters Licht führt. Die jungen Füchse, kleine Pelzköpfe aufgereiht auf einem Notenständer, jubeln ihm zu. - Doch auch ein Superfuchs wird alt. Eine große Uhr über der Bühne zeigt unbarmherzig, wie die Lebenszeit verrinnt. Kalenderblätter fallen von der Decke. Der Fuchs verwechselt die Tage, man merkt, dass etwas nicht mehr stimmt. Dargestellt wird er mal von den Schauspielern, mal als von ihnen geführtes Tierpräparat. "Freaks und Fremde" arbeiten oft mit solchen Präparaten, die auf der Bühne zunächst befremdlich wirken, für das Thema Demenz aber eine große Wirkung haben, steckte doch in dieser Tierhülle mal eine echte Seele, die nun erloschen ist. - Das Unbehagen wächst: Als der Fuchs jagen geht, vergisst er, was er wollte. Am Ende weiß er nicht mal mehr, dass er ein Fuchs ist. Die anderen Tiere machen sich lustig, einzig die jungen Füchse halten noch zu ihm. Sie pflegen ihn, als er sich auf der Flucht vor den Hunden verletzt. Nah an Baltscheits Text und Illustrationen entwickeln Ikkola und Köhler ein humorvolles und einfühlsames Stück, eine gelungene Mischung aus Theater und Musik.Obwohl die zunehmende Vergesslichkeit des Fuchses traurig stimmt, macht es Spaß, Ikkola und Köhler zuzusehen, wie sie sich jagen, turmhohe Eierstapel klauen oder singen und tanzen. Nur mit Masken und Handpuppen, Pelzmantel (wer ihn trägt, ist der Fuchs) oder Holzkiste schaffen sie es, einen ganzen Wald samt Bewohner zu erschaffen. Entstanden ist ein besonderer Abend, an dem nicht nur gelacht, sondern auch manche (Erwachsenen)-Träne vergossen wird. Er zeigt einfühlsam und respektvoll: Trotz der Veränderung, die ein Mensch mit Demenz durchläuft, trotz aller Schrulligkeit, kann die Liebe zu ihm immer noch sein, wie sie einmal war - Krankheit gehört zum Leben.“
(Gina Nicolini, Kölner Theaterzeitung AKT)

31.03.2014

Lab-Circus am 05.April 2014


Es gibt nur noch wenige Orte in Dresden, die seit einigen Jahren in Vergessenheit schlummern. 

Das Laboratorium im Industriegebiet zählt definitiv dazu! 

Nun erwacht die einstige Heimstatt von DEREVO zunächst für ein Wochenende wieder aus seinem seit über 10 Jahren währenden Dornröschenschlaf. 
Seid willkommen im einer Welt morbiden Charmes, voller Magie und Überraschungen. Neben einem musikalischen Feuerwerk erwartet Euch ein Programm aus Theater, Tanz und Feuerspektakel. -
Mit von der Partie sind die KURZ&LANG Dance Company mit ihrer Open Air Performance "LIKUIDE" und die Cie. Freaks und Fremde mit "FREAKSHOW - THE BEST IN TOWN"!!!!!!!!


5.April 2014 ab 21.00 Uhr
LAB / Meschwitzstrasse 15 / 01099 Dresden
Also Vorhang auf, Manege frei - das Fest kann beginnen!
Der Eintritt ist frei!


24.03.2014

Ziffer, Zelle, Zebrafisch wieder auf dem Spielplan

Foto: Klaus Gigga
  Max-Plack-Institut für molkulare Zellbiologie und Genetik
25. - 30.März 2014 
"Ziffer, Zelle, Zebrafisch"
  Koproduktion der Cie. Freaks und Fremde
mit dem tjg. theater junge generation Dresden
und dem Max-Plack-Institut für molkulare Zellbiologie und Genetik.

DAS TEAM
Performance - Sabine Köhler, Ivana Sajevic, Vineeth Surendranath 
Regie und Text - Heiki Ikkola / Assistenz - Max Reiniger
Musik - Daniel Williams / Video - Yvonne Brückner, Stephan Retzlaff
Bühne und Kostüme - Rita Hausmann
Dramaturgie - Ulrike Lessmann / Assistenz - Karin Herrmann


Computer, endlose Gefäße mit Versuchsfliegen, Aquarien mit Zebrafischen, die gentechnisch verändert sind, Kühlräume, Mikroskope – wollen wir als Theater-Compagnie an so einen Ort gehen, um Theater zu machen? Und warum? - - - Die erste Begegnung war faszinierend. Allein die Arbeitsatmosphäre ist inspirierend – Menschen aus 45 Ländern arbeiten an ganz ähnlichen Fragen, flache Hierarchien in Teams und Arbeitsgruppen, man arbeitet zeitlich so, wie es die Projekte verlangen – Arbeit und Leben sind faktisch kaum getrennt und bilden eine Einheit. Ganz neugierig geben sich die Forscher den Fragen hin, die sie sich ihnen stellen, Grundlagenforschung, vermeintlich ohne den Nutzeffekt bereits im Visier zu haben. Neue Antworten generieren immer neue Fragen. - Ist das nicht eine Arbeitsstruktur, die wir uns auch im Theater wünschen? - - - Also gehen wir mit dem Forscher auf Entdeckungsreise und haben an seinen Entdeckungen teil - Entdeckungen, die Antworten auf solche Fragen geben: Wie entsteht Leben? Wie wird aus einer einzelnen kleinen Zelle ein vollständiger Mensch? - Die Antworten, soviel wissen wir bereits, werden meist unvollständig bleiben, denn mit jeder neuen Erkenntnis tauchen neue und oft viel kompliziertere Fragen auf. Der Suchweg verzweigt sich. Welcher Spur, welcher Frage soll man weiter folgen? - - - Das ist doch auch im Theater so. Wir wählen einen Ausschnitt aus dem Leben und nehmen ihn unter die Lupe, und wenn es glücklich läuft, sind wir etwas schlauer – doch meist ist der „Vorhang zu, und alle Fragen offen.“ - - - Ist das dann also Scheitern, wenn der Wissenschaftler hinter einer Lösung wieder ein neues Rätsel freilegt? Ist es Scheitern, wenn ein Theaterstück statt Antworten Fragen und Ungewissheiten zurück lässt? - - - Schön ist auch, das Proben eines Theaterstückes grundsätzlich als ein Experiment zu verstehen: bevor man beginnt, kann man über dessen Ergebnis mutmaßen, man kann Dinge erwarten, ahnen - doch das Ergebnis eines Experiments lässt sich nicht sicher vorhersagen. Wie denn auch? Schließlich soll etwas Neues entdeckt werden. - - - 
Und manchmal kommen ganz andere Fragen auf: Warum fließt gerade in die Molekularbiologie und die Genforschung so viel Geld? Wie weit darf ein Forscher gehen? Wozu führen seine Erkenntnisse in der Praxis, in der Medizin, in der Industrie? Ich bin zerrissen, wenn ich mir diese Fragen stelle, aber vielleicht gehört auch das einfach dazu, wenn man in unserer Zeit lebt und sie befragt. - - - Wonach suchen wir überhaupt? Und warum? Warum sucht ein Forscher? Wie sucht er? Wann ist er an seinem Ziel angekommen? Gibt es das überhaupt?
Wir danken dem tjg. theater junge generation Dresden und dem MPI-CBG für diese spannende Zusammenarbeit!

Línks: 
Max Planck Gesellschaft 
Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) 

18.03.2014

Ein Fuchs, das Alter, Vergessen und das, was bleibt. / Ein lebendiges Stück Theater

Nach über dreißig Vorstellungen gibt es am kommenden Wochenende die vorerst letzten Vorstellungen "Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand" verlor im Comedia Theater Köln. Vielen Dank, Comedia, es war eine gute Zeit! Wir ziehen weiter mit Vorstellungen in Dresden, Stuttgart, Mannheim, Heilbronn, Aschaffenburg, in Österreich, Belgien und Kolumbien. Wir freuen uns auf die letzten drei Vorstellungen am Ort der Entstehung der Inszenierung.


21. -23.Mai 2014 
Comedia Theater Köln
Von Martin Baltscheit

Fotos: jsn-media-art
Es spielen Sabine Köhler, Heiki Ikkola und Frieder Zimmermann.
Nominiert für den Kölner Kinder- und Jugendtheaterpreis.

Das schreibt zum Beispiel die Kölner Theaterzeitung:
„Wirrwarr im Kopf. Das Stück, basierend auf dem preisgekrönten Kinderbuch von Martin Baltscheit, beginnt sanft. Auf leerer Bühne, zu Musik von Frieder Zimmermann, tanzen die Darsteller Heiki Ikkola und Sabine Köhler Foxtrott. Doch dann gerät Ikkola aus dem Takt, vergisst Tanzschritte, Köhler muss ihn führen. Ein sprechendes Bild für das Älterwerden, wenn der Körper langsam Ausfallerscheinungen bekommt. Dann betritt "Zorro aus dem Wald" die Bühne, so nennt sich der Fuchs (Ikkola) in einer frechen Hommage an sich selbst, brüstet sich, wie gerissen er Wiesen und Wälder beherrscht, Hühner klaut und die Hunde des Jägers hinters Licht führt. Die jungen Füchse, kleine Pelzköpfe aufgereiht auf einem Notenständer, jubeln ihm zu. - Doch auch ein Superfuchs wird alt. Eine große Uhr über der Bühne zeigt unbarmherzig, wie die Lebenszeit verrinnt. Kalenderblätter fallen von der Decke. Der Fuchs verwechselt die Tage, man merkt, dass etwas nicht mehr stimmt. Dargestellt wird er mal von den Schauspielern, mal als von ihnen geführtes Tierpräparat. "Freaks und Fremde" arbeiten oft mit solchen Präparaten, die auf der Bühne zunächst befremdlich wirken, für das Thema Demenz aber eine große Wirkung haben, steckte doch in dieser Tierhülle mal eine echte Seele, die nun erloschen ist. - Das Unbehagen wächst: Als der Fuchs jagen geht, vergisst er, was er wollte. Am Ende weiß er nicht mal mehr, dass er ein Fuchs ist. Die anderen Tiere machen sich lustig, einzig die jungen Füchse halten noch zu ihm. Sie pflegen ihn, als er sich auf der Flucht vor den Hunden verletzt. Nah an Baltscheits Text und Illustrationen entwickeln Ikkola und Köhler ein humorvolles und einfühlsames Stück, eine gelungene Mischung aus Theater und Musik.
Obwohl die zunehmende Vergesslichkeit des Fuchses traurig stimmt, macht es Spaß, Ikkola und Köhler zuzusehen, wie sie sich jagen, turmhohe Eierstapel klauen oder singen und tanzen. Nur mit Masken und Handpuppen, Pelzmantel (wer ihn trägt, ist der Fuchs) oder Holzkiste schaffen sie es, einen ganzen Wald samt Bewohner zu erschaffen. Entstanden ist ein besonderer Abend, an dem nicht nur gelacht, sondern auch manche (Erwachsenen)-Träne vergossen wird. Er zeigt einfühlsam und respektvoll: Trotz der Veränderung, die ein Mensch mit Demenz durchläuft, trotz aller Schrulligkeit, kann die Liebe zu ihm immer noch sein, wie sie einmal war - Krankheit gehört zum Leben.“
(Gina Nicolini, Kölner Theaterzeitung AKT)
Wir danken unseren Förderern:
Fonds Darstellende Künste, Robert Bosch Stiftung, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank, Projekt Workspace des Landes NRW.

03.03.2014

L’univers pictural de Magritte - Cie.Freaks und Fremde @ Théâtre Montagne Magique Bruxelles


13. bis 15.März 2014 en Théâtre Montagne Magique Bruxelles.

Performance: Sabine Köhler, Heiki Ikkola
Musique: Daniel Williams
Lumiére: Jojo Werth


Ce spectacle très ambitieux ne sera peut-être pas au goût de tout le monde, car il ne raconte pas une histoire. Mais c’est du grand art. Et tout à fait compréhensible pour les enfants dès l’âge de 4 ans, car Magritte ne cessa jamais de faire référence à son enfance dans son travail: pluie et parapluie, poule et oeuf, pomme et bébé. Toutes choses connues de tous. Car qui ne connaît pas le goût savoureux de l’oeuf à la coque ? Qui plus est quand il parle et dit : „Mange-moi!" 
(Dresdner Neueste Nachrichten, Andrea Rook)



In “Das Schweigen der Welt” ist die Bildwelt des surrealistischen Künstlers René Magritte mit ihren Brüchen und Rätseln Ausgangspunkt für eine Neuentdeckung der Welt, Anlass, mit den Dingen ins Gespräch zu kommen, ihrer Fremdheit zu begegnen. so beginnt das Stück buchstäblich mit der Entstehung des Menschen. Auf der Bühne: ein Ei. Langsam entschlüpft ihm ein zitterndes Wesen in Feinrippunterwäsche. Als trauriger, einsamer Clown, als beschleunigter Held im Stile der Stummfilmgrößen Buster Keaton oder Charlie Chaplin erobert Ikkola mit seiner fast an Karl Valentin erinnernden komischen Mimik und Körperlichkeit daraufhin eine Welt, die niemals ist, was sie scheint. Geschickt nutzt er dabei die Mittel des Theaters und des Puppenspiels, um die gegenständliche Welt, die Realität infrage zu stellen. 
(Mascha Erbelding in Double – Zeitschrift für Figuren- und Objekttheater)



13.02.2014

Freaks und Fremde @ Off-Studio Teheran

Vom 18.Februar bis 02.März 2014 proben wir mit unseren Kollegen vom Off-Studio Teheran an der Fortsetzung unserer gemeinsamen Arbeit WEST-ÖSTLICHER DIWAN # reloaded.
Ende des Jahres wird die neue Fassung unseres Stückes in Dresden und Teheran zu sehen sein.


Wie geht es weiter zwischen Orient und Okzident? Was tut sich in der iranischen Kunstszene? Welche Hoffnungen setzen die Menschen im Iran in die neue Politik, wirkt sie sich auf das alltägliche Leben aus?
Old Stories, neue Horizonte, Fundstücke, Interviews ... Wir sind gespannt auf die Fortsetzung unserer gemeinsamen Arbeit ... chôda hâfez!


Wir danken der Deutschen Botschaft in Teheran und der Iranischen Botschaft in Berlin für die freundliche Unterstützung.


22.01.2014

Freaks und Fremde @ IMAGINALE 2014

Wir freuen uns, mit unserem Stück über das Altern, das Vergessen und das, was vom Leben bleibt, beim Internationalen Festival für Figurentheater im Ländle zu Gast zu sein: bei der diesjährigen Imaginale - in Mannheim, Stuttgart und Heilbronn. "Es war einmal ein Fuchs, der wusste alles, was ein Fuchs so wissen muss. Wer alles weiß, kann lange leben, dachte der Fuchs, und lebte ein langes Leben voller Abenteuer. Dann aber fing der Fuchs an zu vergessen ... dass er ein Fuchs war."


Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor

von Martin Baltscheit

07.Februar 2014 um 18.00 Uhr im Schnawwl Theater Mannheim
08.Februar 2014 um 18.00 Uhr im JES Stuttgart
09.Februar 2014 um 16.00 Uhr im Theater Heilbronn

Sabine Köhler und Heiki Ikkola. Live-Musik - Frieder Zimmermann. Licht - Jojo Werth.
Foto: jsn-media-art

Weitere Informationen zum Stück: hier. Und hier gehts zur IMAGINALE: >

06.01.2014

Geschwister Grimmig und Bärbel Haage im FITZ Stuttgart

Die ersten Vorstellungen von Freaks und Fremde in diesem Jahr gibt es in Stuttgart:
23. - 25.01.2014 um 20.30 Uhr im FITZ 
Märchen für Erwachsene - Ein Doppelabend mit Ziegen
Und der Film: Ziegen zuerst.


Die Geschwister Grimmig - das sind Heiki Ikkola und Hanno Wuckasch. Unter diesem Label bringt die Cie. FREAKS UND FREMDE neben ihren großen Produktionen regelmäßig kleine feine Märchen-Adaptionen heraus, die sie insbesondere für ihr Dresdner Publikum im Pieschener Eselnest und in der Dresdner Neustadt entwickelt. Das Interesse an diesen Arbeiten ist mittlerweile auch überregional erstaunlich. Mit schnellem Federstrich, einem Anflug von Anarchie und Hingabe zu den Grimmschen Plots entstehen Märchenversionen, die zwischen neuer Lesart und altbekannter Geschichte etwas Neues aufscheinen lassen. Im schlichten wie genialen Bühnenbild der Szenografin Bärbel Haage entspinnt sich der anarchische Plot mit großen Gefühlen, richtig guten Verstecken und inbrünstigem Gesang.

Aus dem überbordenden Skizzenbuch, aus Liebe zur Ziege und grenzenloser Lust am Spiel mit dem Morbiden entwickelte Bärbel Haage zudem ihren Animationsfilm Ziegen zuerst, der im zweiten Teil des Abends zu erleben ist. - Ein tiefer Blick ins Ziegenherz! 

Alle neuen Pläne, Reisen, Projekte finden Sie in loser Folge auf diesem Blog. 
Wir freuen uns auf jeden Fall sehr über die Fortsetzung unserer Arbeit mit dem Off-Studio Teheran am "West-Östlichen Diwan # reloaded", im Februar 2014 gibt es die nächsten Proben und Aufführungen in Teheran.
Neue Arbeiten wie "Ruanda-Memory" / "Good Bye Eden" und "Songs For Bulgakow" entstehen langsam in unseren Köpfen, am Schreibtisch, auf der Probebühne und im Atelier.
Wir freuen uns auf Vorstellungen in Aschaffenburg, Berlin, Dachau, Dreieich, Dresden, Freiburg, Hamburg, Heilbronn, Köln, Mannheim, Mönchengladbach, Stuttgart, in Belgien, in Österreich, in der Schweiz, im Iran, in Kolumbien ...

30.12.2013

Let the sunshine in! Peng! Welcome 2014!


So, Schluss und tschüss, danke 2013 für wunderbare und aufreibende Erlebnisse in Sachsen, Berlin, Südafrika, Liechtenstein, Stuttgart, Aarau, Köln, Braunschweig und München, in Radebeul und Teheran, im Wendland, in Hamburg und Hannover, in Teheran, Kashan und Duisburg, in Eberswalde, in der Steiermark, in Belgien und in der Eiffel!
Wir sehen und hören uns 2014 wieder.  
Wir wünschen euch schöne Tage und für das kommende Jahr alles Gute. 
Danke allen, die uns geholfen, gesehen, kritisiert, eingeladen, uns Beine gestellt, Betten gemacht, Geld gegeben und verwöhnt haben. 
Bis bald! Bis gleich! 
Love and Chaos wünschen Freaks und Fremde!

16.12.2013

Teheran - nächstes Kapitel

Vor drei Monaten erlebten wir mit unseren iranischen KollegInnen vom Theater Paradata Teheran die Vorstellungen des "West-Östlichen Diwan # reloaded" - drei Abende auf der Bühne des Societaetstheaters und ein Vormittag auf der Strasse, in denen wir durch Dick und Dünn, Heiß und Kalt gingen ... 
Am 23.Dezember 2013 steht die nächste Reise nach Teheran an, um dort die weitere Zusammenarbeit zu besprechen - Weihnachten am Fuße des Alborz-Gebirges!
Wie es weitergeht mit dem "West-Östlichen Diwan # reloaded" wird dann nach der Reise hier zu lesen sein!


Außerdem planen wir die weitere Zusammenarbeit mit dem Dramatic Arts Department der Teheran University und am 26./27.12.2013 gibt Heiki Ikkola im Off-Studio Teheran einen zweitägigen Workshop "Objects In Theatre", basierend auf den Freaks und Fremde Theaterarbeiten nach Bildern von René Magritte und den Vorbereitungen für unsere neue Produktion RUANDA-MEMORY.


Aus der Kritik der DNN im September: "THEATERFEST ORIENTALISCH RELOADED - Ironisch. Iranisch. Und nur ein bisschen Deutsch. So konterkariert ein furioser Dresdner Spielzeitstart am Societaetstheater den deutschen Altmeister aller Dicht- und anderer Frauengunstkunst, jenen Goethe, der als Altmeister auch die Couchschablone West-Östlicher Diwan hinterließ, welcher immer wieder neu besetzt gehört.
Nun ist eine 105-minütige Theaterperformance entstanden, die man nicht vergessen kann: Einfache Geschichten der Begegnung vermeintlich ferner Kulturwelten mit klaren, großartigen Gesten und Bildern, herrlichen Kostümen und Masken und unterlegt mit einem Sound, der Sprache weitestgehend überflüssig macht (Musik: Daniel Williams und Hessameddin Mohammadianpour). ... Mählich entwickelt sich eine Stimmung, in der der Respekt vor den alten orientalischen Weisheiten wächst, die Verwunderung über die Diskrepanz zu aktueller medialer Vermittlung schwindet und man aufhört, eingebaute politische Implikationen zu suchen. Denn die Iraner sind ein schlaues Volk - und das demonstriert die siebenköpfige Compagnie Theater Paradata aus Teheran. Über die Fähigkeiten von Cie. Freaks und Fremde ist man sich im Klaren. ... Der erfrischenden Produktion wünscht man ein langes Leben und viele Zuschauer. "

Unseren Freunden, Kritikern, Kollegen, Gönnern und Zuschauern wünschen wir wunderbare Weihnachtstage und für das kommende Jahr Unglaubliches!

14.12.2013

Wolfsblues im Theatermuseum

Die Geschwister Grimmig beenden ihr Hannover-Gastspiel mit zwei Vorstellungen im Theatermuseum des Schauspielhauses!

Unter dem Label "Geschwister Grimmig" bringt die Cie. FREAKS UND FREMDE neben ihren großen Produktionen regelmäßig kleine feine Märchen-Adaptionen heraus. Mit schnellem Federstrich, einem Anflug von Anarchie und Hingabe zu den Grimmschen Plots entstehen Märchenversionen, die zwischen neuer Lesart und altbekannter Geschichte etwas Neues aufscheinen lassen.  



DER WOLF UND DIE SIEBEN GEISSLEIN

Sonntag, 15.Dezember 2013 um 11.00 und 16.00 Uhr
Theatermuseum im Schauspielhaus Hannover

Das berühmteste Versteckspiel der Literaturgeschichte! Erzählt mit bestaunenswerten Flachfiguren und vergnüglicher Anarchie. Die allein erziehende Frau Ziege muss einkaufen gehen und auch mal wieder zum Friseur. vorher warnt sie ihre sieben Kinder vor dem bösen Wolf. Doch der einsame Mistkerl verstellt sich und frisst alle Geisslein auf. Alle? Nicht alle! Rettung naht …
Ein Märchen mit großen Gefühlen, richtig guten Verstecken und inbrünstigem Gesang
Kultinszenierung für alle Alterklassen!

TEAM
Idee und Spiel: Hanno Wuckasch/Sabine Köhler und Heiki Ikkola
Ausstattung: Bärbel Haage
Vielen Dank an Köhli und Zimt! 
Foto: jsn-media-art

30.11.2013

Imaginale 2014

Ein kleiner Vorgeschmack auf das nächste Jahr.
Das Programm der IMAGINALE 2014 ist online: 
http://www.fitz-stuttgart.de/news/2013/imaginale-2014-das-programm/

Cie. Freaks und Fremde wird dabei sein mit seiner Inszenierung
Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor.
Wir freuen uns auf die Begegnung mit den Kollegen vom Theater des Lachens, vom Theater Zitadelle, mit Neville Tranter, Duda Paiva, La Pendue und vielen anderen ...


Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor
von Martin Baltscheit

07.Februar 2014 um 18.00 Uhr im Schnawwl Theater Mannheim
08.Februar 2014 um 18.00 Uhr im JES Stuttgart
09.Februar 2014 um 16.00 Uhr im Theater Heilbronn


Foto: jsn-media-art

28.11.2013

Play it again! And again! And again!

Die Geschwister Grimmig in Berlin, und auf Tournee in Hamburg und Hannover!

Im Trubel des großes Puppenspielfestes im guten alten Pionierpalast in der Berliner Wuhlheide präsentieren Hanno Wuckasch und Heiki Ikkola ihren zeitlosen Klassiker "Der Wolf und die sieben Geisslein" - Anarchie für alle ab vier!
Inmitten von über 100 Vorstellungen voller Puppenspiel-Highlights-und-Abgründe singen, schwitzen und surfen die Geschwister Grimmig durch das berühmteste Versteckspiel der Literaturgeschichte!
Und im Dezember zieht es Wolf und Ziege in den Norden.


23./ 24.11.2013 /FEZ in der Berliner Wuhlheide /
05./06.12.2013 / LOLA in Hamburg /
09.12.2013 / Stadtteiltreff Sahlkamp Hannover /
10.12.2013 / Freizeitheim Vahrenwald Hannover /
11.12.2013 / Kulturtreff Roderbruch Hannover /
12.12.2013 / Kulturtreff Vahrenheide Hannover /
13.12.2013 / Stadtteilzentrum Nordstadt Hannover / 
14.12.2013 / Kulturtreff Plantage Hannover / 
15.12.2013 / Theatermuseum Schauspielhaus Hannover / 

Viel Spass!

Foto: jsn-media-art

23.11.2013

Freaks und Fremde beim Spielarten Festival NRW

DIE GESCHICHTE VOM FUCHS, DER DEN VERSTAND VERLOR
 Ein Theaterstück nach dem Buch von Martin Baltscheit über das Altwerden, das Vergessen, über gelebtes Leben und das, was bleibt.
 Eine Koproduktion von Cie. Freaks und Fremde mit dem Comedia Theater Köln.


26.November 2013 - KOMMA Theater Duisburg 

Diese Theaterinszenierung der Compagnie Freaks und Fremde erzählt spielerisch, voller Feinsinn und mit erhellendem Humor eine Geschichte über das Altern und Vergessen, über Schwierigkeiten und Möglichkeiten im Umgang miteinander, wenn die Erinnerungen versagen und die Welt Kopf steht. Dabei machen sich die Theatermacher zunutze, dass die Alltagserfahrungen von Kindern der Wahrnehmung von Welt alter Menschen oft viel näher sind als man denkt.

Es spielen: Sabine Köhler, Heiki Ikkola
Musik: Frieder Zimmermann / Licht: Falk Dittrich, Jojo Werth

"Welttheater im Societaetstheater! Humanistisch, phantasievoll, poetisch, artistisch, intelligent, verfremdet - einfach wunderschön! Hoffentlich weiß die Leitung des Hauses und das Publikum das zu schätzen. Danke für diesen Abend!" - Janos Bender in unserem Gästebuch.
Foto: jsn-media-art

03.11.2013

Vorbereitungen zu RUANDA-MEMORY

Liebe Freunde der unbequemen Unterhaltung! 
Wir arbeiten in diesen Tagen an der Vorbereitung unserer neuen Produktion. Die Recherchen und Lektüre lassen uns immer wieder innehalten und zweifeln, ob es möglich sein wird, ein Theaterstück aus all dem zu schaffen, neben beängstigenden Wahrheiten auch ermutigende Töne anklingen zu lassen. Wir können nicht sagen, wo uns dieser Weg hinführen wird, wir gehen ihn, um zu verstehen.
Der Völkermord in Ruanda begann am 6. April 1994 und dauerte bis Mitte Juli 1994 an. Er kostete ca, 800.000 bis 1.000.000 Menschen das Leben. In 100 Tagen töteten Angehörige der Hutu-Mehrheit etwa 75 Prozent der in Ruanda lebenden Tutsi-Minderheit sowie moderate Hutu, die sich am Völkermord nicht beteiligten oder sich aktiv dagegen einsetzten. Die Täter kamen aus den Reihen der ruandischen Armee, der Präsidentengarde, der Nationalpolizei und der Verwaltung. Zudem spielten die Milizen der Impuzamugambi sowie vor allem der Interahamwe eine besonders aktive Rolle. Weite Teile der Hutu-Zivilbevölkerung beteiligten sich am Völkermord. Der Genozid ereignete sich im Kontext eines langjährigen Konflikts zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung Ruandische Patriotische Front (RPF). Im Verlauf und im Nachgang der Ereignisse wurden die Vereinten Nationen und Staaten wie die USA,Großbritannien und Belgien wegen ihrer Untätigkeit kritisiert. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, aus welchen Gründen eine frühzeitige humanitäre Intervention nicht erfolgte und warum die vor Ort stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen UNAMIR, bei Ausbruch der Gewalt nicht gestärkt, sondern verkleinert wurden. Gegen Frankreich wurde der Vorwurf erhoben, sich durch die militärische Unterstützung der ruandischen Regierung an den Verbrechen beteiligt zu haben.

Der Völkermord in Ruanda erzeugte erhebliche regionale Probleme. Nachdem die RPF die Hutu-Machthaber vertrieben, damit den Völkermord beendet und eine neue Regierung gebildet hatte, flohen im Sommer 1994 hunderttausende Hutu in den Osten des Kongo. Unter den Flüchtlingen waren viele Täter, die anschließend zur Wiedereroberung Ruandas rüsteten. Die ruandische Armee nahm diese Aktivitäten mehrfach zum Anlass, um im westlichen Nachbarland zu intervenieren.

Im April 2014 wird in Ruanda wie vor zwanzig Jahren die Regenzeit beginnen, als dort die lange erahnbare Katastrophe ausbrach. - Warum wollen wir unseren Blick wieder nach Ruanda richten, uns diese Gräuel ins Gedächtnis rufen? - Das ist schwer zu sagen. Seitdem ich von den Ereignissen gehört habe, lassen mich die Gedanken daran nicht los, verknüpfen sich mit den unausgesprochenen Abgründen meiner Großeltern aus der Zeit des Dritten Reiches. - Wir wollen daran erinnern, wie fragil unser menschliches Miteinander ist. Nach dem Holocaust schien es 1945 einhelliger Konsens: So etwas darf nie wieder geschehen. Aber das war Wunschdenken – und Ruanda ist nur ein Beispiel. Das Agieren des „Westens“ hat in diesem Geschehen eine erhebliche Rolle gespielt. Wir richten den Blick nach Ruanda und damit an all die anderen Orte, an denen Völker bewusst ausgelöscht werden sollten, ... WEIL WIR VERSTEHEN WOLLEN. Wie dünn ist das Eis? Wie schmal der Grat humanen Zusammenlebens?

Ich sitze auf einem Hochsitz an der Quohrener Kippse, ein schöner Herbsttag, freundlich liegen die Dörfer zwischen Wäldern und Hügeln. Kleine Grüppchen spazierender Leute gehen, sich unterhaltend, der Anhöhe entgegen, auf der die Kinder ihre Drachen steigen lassen. Der Wind streift in kleinen Böen durch die Sträucher, und lässt dabei Wellen von Meeresrauschen erklingen … Die Birken deuten Tanzbewegungen an, schwingen dezent ihre Glieder und die ausgedünnten Federboas. Ein friedliches Land, mitten in Deutschland, wo vor 70 Jahren ebenfalls ein Völkermord in Gang war, der von einem Großteil der Bevölkerung mitgetragen wurde, durch aktive Beteiligung, Denunziation, unhinterfragtes Mittun oder stille Duldung. Wie dünn ist das Eis?

Ich schaue über diese friedliche Landschaft, hinüber zu den heiteren Menschen, während ich die Bücher und Notizen zu den Vorgängen in Ruanda vor zwanzig Jahren studiere. Das mag absurd scheinen. Aber vielleicht sollten wir gerade in den schönsten Momenten das Fragile unseres Menschseins vor Augen haben, um das Schöne, das Solidarische, das Miteinander zu achten, und uns die Bereitschaft wach halten, tatsächlich etwas dafür zu tun.


Objekte als Zeugen und Geschichten-Träger
In unserem Projekt Ruanda-Memory setzt sich aus neun ausgewählten Objekten ein unvollständiges Puzzle um die Ereignisse 1994 zusammen. - Was als Memory-Spiel beginnt, verspinnt sich zu einer berührenden Geschichte von Menschen und Menschlichkeit.

Ein Radio, eine Machete, ein Faxgerät, ein Mobiltelefon, ein Identity-Card, ein Stück Wellblech, ein Fußball, ein Blauhelm und eine Flasche Primus-Bier werden zu Berichterstattern, zu Handlungsträgern und Zeugen.
Dahinter erscheinen Lebensgeschichten und Berichte, eine Geschichte aus Einzelteilen, biografischen Versatzstücken und offiziellen Verlautbarungen. Objekte werden zu Handlungsträgern, hinter ihnen tauchen die Menschen auf, die diese Objekte produziert, manipuliert und eingesetzt haben. Der Diskurs wird zu einer Reise in das Ruanda von 1994, - nicht zuletzt zu der Frage, was eigentlich Menschlichkeit ist, und was sie so zerbrechlich macht.  

RUANDA-MEMORY 
Premiere: 25.April 2014 / Societaetstheater Dresden.

29.10.2013

Burning Puppets / Soundtrack von Daniel Williams

Hier gibt es die Bühnenmusik von Daniel Williams zu unserer jüngsten Open-Air-Aufführung:
aufgeführt am 19.Oktober 2013 in Braunschweig zur Eröffnung des Festivals Weitblick.
ENJOY!

Fotos: Phillip Ziebart

21.10.2013

FREAKSHOW - The Best In Town / 24.10.2013 in Braunschweig


Nach einem fulminanten Eröffnungsspektakel im Braunschweiger Museumspark sind Freaks und Fremde am Donnerstag noch einmal beim Festival Weitblick zu Gast. Gleich nach der Vorstellung Bastard Duda Paiva:

FREAKSHOW - The Best In Town
24.Oktober 2013 um 21.00 Uhr
Theater Fadenschein

Aus dem Bodensatz des Zirkus sind sie auferstanden: Kobolde, Chimären, Mutationen. Von den Side-Shows fahrender Schausteller, von Phantasmagorien und Geisterbahnen haben sich Sabine Köhlerund Heiki Ikkola zu Ihrer Freakshow inspirieren lassen. 
Besuchen Sie den Menschenzoo, lassen Sie sich vom Blutrausch des Werwolfs überwältigen! Erleben Sie die Fischdame und die schwebende Jungfrau! Sehen Sie die Geburt eines Bastards! Hören Sie die längste Schimpfrede der Weltliteratur und lassen Sie sich von Traumbildern verführen. Seien Sie Voyeur beim Blick in Ihr eigenes Spiegelzerrbild! Folgen Sie uns auf den polyglotten Rummelplatz der Verrenkungen und Verbiegungen!

Diese Freakshow ist eine Hommage an das Fremde, das Absonderliche, das Andere.

Es spielen: Sabine Köhler, Heiki Ikkola
Musik: Frieder Zimmermann
Licht: Falk Dittrich

13.10.2013

Burning Puppets in Braunschweig

Brennende Puppen, tanzende Flammen, Masken und Figuren.
Mit einem Burning-Puppets-Spektakel eröffnen Cie. Freaks und Fremde und die KURZ&LANG JuWie Dance Company das Internationale Figurentheater-Festival Weitblick.
19.Oktober 2013 um 22.00 Uhr im Museums-Park in Braunschweig
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Am 24.10.2013 um 21.00 Uhr ebenfalls beim Weitblick-Festival in Braunschweig:
"FREAKSHOW - The Best In Town"